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Laufberichte

Porto Marathon

04.11.18 Special Event
 

Portwein - dieser süße, hochprozentige, in Holzfässern gereifte Wein, kommt einem als erstes in den Sinn, wenn man an Porto denkt. Aber Porto hat noch viel mehr zu bieten: Eine Küste, die man auch die Cote Azur des Atlantik nennt. Den Fluß Douro, über den sich einige sehenswerte Brücken spannen. Eine historische Altstadt mit Kirchen, pitoresken Häuschen und schönen Keramikfassaden. Und einen netten Marathon Anfang November!

Eine interessante Mischung verspricht die Streckenführung des ‚Maraton do Porto‘. So etwas zwischen ‚Marathon des Alpes Maritim‘ mit seinen Promenaden am Meer entlang, und ‚Budapest Marathon‘ mit seinen Brückenquerungen über die Donau. Also durchaus abwechslungsreich mit dem Highlight Altstadtzentrum Ribeira, Überquerung des Ponte Luis und Villa Nova de Gaira mit seinen Portwein-Kellern auf der anderen Seite des Rio Douro. Alle 3 Sehenswürdigkeiten werden gleich zweimal durchlaufen. Auffällig sind auch die 4 Wendepunkte im Streckenplan. Man erlebt also immer wieder, was vor und was hinter einem so auf der Strecke los ist.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein! Ich bin diese schönen 42,2km nicht gelaufen. Zwar war ich schon früh angemeldet - für schlappe 30€ im Dezember 2017 – aber mein Knie machte mir im Frühjahr ein Strich durch meine Planung. Da ich mich gegen eine OP entschieden habe,  musste ich die Marathon-Laufschuhe an den Nagel hängen. Eine äußerst schmerzliche Entscheidung nach 28 Marathon-Rennen in 15 Jahren in ganz Europa.

Aber ich hatte schon die Flüge und die Unterkunft gebucht und so wurde es dann eine schöne Städtereise als Marathon Zuschauer. So habe ich auch mal so einen Event von einer ganz anderen Warte aus erlebt. Vom Spitzenfeld bis zum Besenwagen, an verschiedenen Punkten der Strecke.

Von Frankfurt geht’s mit dem Billigflieger direkt nach Porto und mit Metro und Bus zur Unterkunft. Was sofort ins Auge fällt ist die Sauberkeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln und den öffentlichen Orten. Da können sich viele deutsche Großstätte eine dicke Scheibe abschneiden!

Wir hatten uns für das kleine Fischerörtchen Afurada entschieden. Eine gute Wahl. Es ist ein sehens.- und lebenswertes authentisches Dorf ohne die Hektik der Stadt und des Tourismus. An jeder Ecke gibt es leckere einheimische Cafe‘s und urige Fischerkneipen, bei denen der frisch gefangene Fisch auf der Straße gegrillt wird.

Die Startnummern werden am Freitag und Samstag in einem schön renovierten alten Zollgebäude ausgegeben. Hin kommt man mit der historischen Straßenbahn #1, dem Bus 500 oder einfach zu Fuß dem Douro herunter. War alles easy und leer – auch die Marathonmesse. Zur Startnummer gab es einen kleinen gelben Rucksack und ein graues Funktionshirt. Ein Finishershirt wird es dann im Ziel obendrauf geben.

 

 

Pünktlich zum Rennsonntag verschlechterte sich das Wetter. Trüb, regnerisch, stürmisch – so die Vorhersage. Und tatsächlich war es den ganzen Tag bei 13°C unangenehm nass und gerade am Atlantik ziemlich stürmisch mit meterhohen Wellenbergen und Gischt.

Zur Anreise steht die Metro ‚A‘ (Linea Blue) zur Verfügung. Von der Haltestelle „Matosinhos Sul“ sind es knapp 1km in Richtung Süden zum Start/Ziel Bereich. Zwischen zwei Kreiseln wird gestartet. Der eine mit dem Kunstwerk einer riesigen Anemone und der andere mit dem Fort am Meer. Von hier kann man auch das architektonisch herausragende Kreuzfahrschiff Terminal erblicken.

Nach dem Startschuss um 9:00 Uhr geht es nicht etwa in Richtung Porto. Nein, es geht bergan und man umrundet erstmal den Stadtpark, um nach gut 5km fast wieder dort zu sein wo man gerade eben gestartet ist. Eine Wendepunktschleife geht anschießend nach Norden in Richtung Industriehafen und kehrt erneut zum Ausgangspunkt zurück.

Nun darf man endlich am ‚Castello do Coueijo‘ vorbei auf die Küstenpromenade einbiegen. Bis zum km 15 geht’s dann entlang von Parks, Sandbuchten und Felsküste bis zur Mündung des Douro in den Atlantik. An den Leuchttürmen spritzt die Gischt der Atlantikwellen meterhoch in die Luft.

Das ‚Castello da Foz‘ leitet dann einen neuen beschaulicheren Streckenabschnitt ein. Das Mündungsdelta de Douro wartet mit schönen Parks und Promenaden auf die Läufer. Fischerboote schaukeln in der Lagune und man kann das große Vogelschutzgebiet auf einer Sandbank der anderen Seite des Flusses erkennen. Landseitig gibt es kleine Häuschen mit schönen Fassaden. Zum Teil renoviert, zum Teil aber auch einsturzgefährdet.

Zunächst geht es unter der ersten großen Brücke, der Ponte da Arrabida, hindurch und man gelangt immer am Ufer entlang zum schon bekannten Zollgebäude. Die Häuser auf der Landseite sind besonders sehenswert und pittoresk. Aber Achtung, gleich geht’s los - einigermaßen steil hinauf in die historische Altstadt um anschließend wieder steil runter an den Kai zu stürzen. Alles schön mit Kopfsteinpflaster oder Steinplatten garniert.

Kurze Verschnaufpause bis zur nächsten Rampe, die hoch führt zur Überquerung des ‚Ponte Luis‘. Das Wahrzeichen der Stadt mit seiner filigranen Stahlkonstruktion ist auf zwei Ebenen sowohl Metrobahn - als auch Autobrücke. Fußgänger können sie sogar auf beiden Ebenen queren. Der Ponte ist für den Marathon ein echtes Nadelör. Nicht nur die Spitzenläufer prallen hier auf Gegenverkehr, sondern auch die 3:00 Stunden Läufer kollidieren hier förmlich auf ihrem Rückweg mit den 4:00 Stunden Pulk auf dem Hinweg nach Gaia. Grund: Auf der Gaia Seite ist die Strecke nicht in der Mitte abgetrennt. Zu dem dadurch entstehenden Kuddelmuddel kommen noch das nasse Kopfsteinpflaster und einige Kanaldeckel in der abschüssigen Kurve. Dass gerade hier die meisten Zuschauer auf dem superschmalen Bürgersteig zugange sind und andere Fußgänger mit Trolley, Fahrräder oder Kind und Kegel über die Brücke wollen, macht das Ganze nicht gerade übersichtlicher.

Wer diesen Höhepunkt allerdings hinter sich hat, der freut sich über das Halbmarathon Tor, das zwischen den Weinkellereien und den Holzfassbarken am Ufer aufgebaut ist. Für die Marathonis geht’s entlang an meist verfallenden Lagerhallen zum nächsten Wendepunkt hinter dem Fischerdorf Afurada. Das Kunstwerk hinter dem Fischerhafen ist in Wirklichkeit der Trockenplatz für die Wäsche, die hier noch im Waschhaus per Hand gewaschen wird.

Wieder 5 km zurück und erneut über den quirligen Ponte nach Porto. Dann sofort 90° rechts rum, wo sich das Tal zu einer Schlucht verengt. Überspannt wird sie von 4 hohen Brückenbauwerken. Eine davon ist die von Gustav Eiffel 1876 erbaute Eisenbahnbrücke. Nach der Unterquerung dieser Brücken geht es - genau – mal wieder in einen Wendepunkt zurück nach Porto.

Den Rest der Strecke kennen die Läufer nun schon, nur aus der anderen Richtung, und es geht diesmal durch einen 200 Meter langen Tunnel und nicht am Schiffsanleger vorbei. Wieder am Atlantik angekommen, peitschen Wind und Regen und viele Nachzügler sind froh, eine Regenjacke oder eine Plastiktüte überstreifen zu können.

Sieger in neuer Rekordzeit von 2:09:05 wurde Robert Chemonges aus Uganda gefolgt von Olivier Irabaruta aus Burundi, der mit 2:09:48 ebenfalls unter dem alten Streckenrekord  blieb. Bester Europäer wird der Portugiese Jouse Sousa auf Rang 8 (2:19:25). Als schnellster deutscher erreichte Jan Schlickeisen auf Position 47 (2:45:07) die Ziellinie.

Die Siegermedallie bei den Frauen erkämpfte sich Tekulu Gebremeskel aus Erithrea in 2:30:13 die damit aber deutlich über dem Streckenrekord vom letzten Jahr (2:26:58) ins Ziel kam.

4655 Marathonies finishten den Porto Marathon, darunter 98 Deutsche.

Glückwünsch noch an Olli M. vom Meddys Laufladen (3:34) , der uns zufällig auf dem Ponte erspäht hatte und uns im Laufen fröhlich grüßte. Dann freu ich mich, dass ‚Badman‘ mit seinem Dortmund Outfit noch ins Ziel kam. Er freute sich tierisch, dass er ja für 6 Stunden bezahlt hatte und diese auch auszunutzen gedachte. Und Glückwunsch auch an Gabriele H., die immer mit einem Lachen auf den Lippen als Nachzüglerin fast alleine den Kurs durchlief. Respekt.

Der Besenwagen ist durch. Die Straßen werden in strömendem Regen von den Überresten des Laufes befreit. Plastikflaschen, Becher und Schwämme zu Hauf. Abgebaut werden die Versorgungsstellen – und bald wird hier nichts mehr an die Freuden und Leiden der Marathonis erinnern. Von dieser Seite habe ich einen Marathon noch nie betrachtet und bewundere die meist freiwilligen Helfer, die so eine Veranstaltung überhaupt erst möglich machen. Und ich sage ‚danke‘.

Bestzeiten wird Porto nicht bieten können, viele Zuschauer und Hotspots auch nicht, aber es ist eine recht flache Strecke mit tollen Sehenswürdigkeiten und schönem Ambiente. Auch wenn ich hier nicht selbst gelaufen bin, denke ich, dass Porto eine gute Wahl für einen späten Herbstmarathon mit südlichem Flair ist. Die Stadt ist allemal eine mehrtägige Reise wert, und es wird ja wohl nicht jedes Jahr regnen.

Der nächste "Maratona do Porto" findet am So. den 3.November statt

 


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