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Laufberichte

Maratona Sorrento Positano: Bella Panoramica

01.12.19 Special Event
 

Zum vierten Male sind wir zum Ende des Jahres in Sorrent im Süden Italiens. Der herrliche Blick über die Bucht von Neapel mit dem Blick auf die Stadt und den sie überragenden Vesuv sowie die Inseln Capri und Ischia haben es uns angetan. Dazu die ansehnliche Stadt Sorrent und die schöne Halbinsel Amalfi mit der Traumstraße Amalfitana – das hat was.

Wir bleiben wieder eine Woche und wollen den Ultra mit Urlaub am Golf von Neapel verbinden. Die Halbinsel lädt auf traumhaften Wegen zum Wandern ein. Ich nenne nur den Weg der Götter (Sentiero degli Dei). In der Altstadt von Sorrent kann man herrlich bummeln . Dazu bietet die Umgebung mit Neapel, den Inseln Capri und Ischia so einiges. Pompeji und Herculaneum sind ja auch noch da. Landschaft und Kultur so viel man will.

Und nicht zu vergessen den Ultra über 54 Km von Sorrent nach Positano und zurück, das Ganze gespickt mit Höhenmetern und grandiosen Ausblicken. Ich freue mich auf den Lauf. Allerdings wird diese Freude am 14.11.19 getrübt durch eine Nachricht per Mail. Wegen Steinschlägen an der Amalfitana wird der Ultra aus Sicherheitsgründen abgesagt. Alle vorangemeldeten Ultras werden auf den 27 Km Lauf umgemeldet. Also Panoramica statt Amalfitana. Dann ist es eben so. Ich war eh nicht in Ultraform.

Am Donnerstag schweben wir mit dem Flieger in Neapel ein und nehmen am Flughafen den Bus nach Sorrent. Für 10 € direkt vom Flughafen nach Sorrent, besser geht es nicht. In Sorrent liegt unser Quartier nahe der Altstadt nur etwa fünfzig Meter vom Start entfernt. Am Abend schlendern wir durch die Gassen der Altstadt und landen in einem kleinen Bistro. Hier waren schon öfters und müssen natürlich probieren, ob die Leckereien und der Wein immer noch so gut schmecken. Die Antwort lautet: Ja.

 

 

Expo Circolo dei Forestieri

 

Freitag gehen wir zur Expo in den nahen Circolo dei Forestieri in der Via Luigi de Maio, nahe des Rathauses von Sorrent, gegenüber dem Teatro Tasso, dem  Ort der Expo im letzten Jahr. Am Nachmittag um 16 Uhr öffnet die Expo und ich bin pünktlich da. Es ist noch nicht viel los und ich habe rasch meine Unterlagen. Die vorangemeldeten und umgebuchten Ultras erhalten den Original Ultrastarterbeutel mit einem langärmligen Shirt und Ärmlinge.

 

 

Samstag fahren wir mit dem Bus nach Sant'Agata und wandern über Deserto zurück nach Sorrent. Den Rest des Tages verbringen wir in Ruhe in der Stadt. Wir genießen den herrlichen Ausblick von der Panoramaterrasse über den Golf von Neapel und stürzen uns in den Weihnachtstrubel. Sorrent ist total auf Weihnachten getrimmt.. Weihnachten hier zu entkommen ist unmöglich. Höhepunkt ist der riesige Weihnachtsbaum auf der Piazza Torquato Tasso im Zentrum. Zu jeder vollen Stunde erstrahlt er im Glanze der Lichter und es ertönt ein Weihnachtslied. Bis 24 Uhr.

 

 

Ausgeschlafen

 

Anstelle des frühen Starts des Ultras um 7 Uhr wird der Panoramica erst um 9 Uhr gestartet. Wir haben somit reichlich Zeit und müssen nicht früh aufstehen. Umso mehr als wir unser Quartier fußläufig zum Start an der Piazza Angelina Lauro gewählt haben. Eine weite Anreise entfällt und die gewonnene Zeit wird in ein gemütliches Frühstück investiert.

Um 8.45 Uhr schlendere ich die wenigen Meter zum Start. Auf der Piazza Angelina Lauro tummeln sich die Läufer. Es ist nicht allzu frisch. Die Sonne lacht vom Himmel. Das wird ein wunderschöner Lauftag. Es ist aktuell mit etwa 14 Grad nicht kalt,  zum Laufen ist das optimal. Ich darf in den vordersten Startblock. In A ist noch nicht viel los. Es werden Reden gehalten, von denen ich nichts verstehe.

Ich habe vor, heute defensiv zu beginnen. Schließlich bin ich erst seit drei Wochen wieder im Training. Aber das Zeitlimit von 4 Std. sollte für mich zu schaffen sein. Es warten immerhin je 735 Hm rauf und runter auf uns. Dafür erwarten uns aber auch schöne Blicke auf den Golf von Neapel mit dem Vesuv im Hintergrund, den Inseln Procida, Ischia und vor allem das nahe Capri und die Halbinsel Amalfi.

 

Panoramica wir kommen

 

Weit über 1.000 Läufer stehen gut gelaunt am Start und wollen den Panoramica laufen. Es geht los. Nach wenigen Metern haben wir den markanten Weihnachtsbaum auf der Piazza Torquato Tasso erreicht und laufen über die schön hergerichtete Einkaufsstraße Corso Italia zur Via Capo aus Sorrent heraus. Ein Schild zeigt an, dass noch 26 Km zu laufen sind.

Die ersten Höhenmeter stehen an. Rechts unter uns liegt der kleine Hafen Marina Grande. Vorbei an einigen eng an den Hang geschmiegten Hotels geht es aufwärts. Allerdings ist die Steigung noch moderat und ich bleibe im Laufschritt. Der Blick über den Golf von Neapel mit Blick auf Neapel und den Vesuv im Hintergrund schlägt nicht nur mich in seinen Bann. Alle schauen herüber nach rechts über das Meer. Über Neapel und Vesuv steht bereits die Sonne und taucht alles in leuchtende Farben. Ein herrliches Bild.

 

 

Die Laufstrecke führt heute nur über Asphalt. Die Straße ist mir wohlbekannt von diversen Wanderungen und Busfahrten. Vor Capo di Sorrento biegen wir kurz nach Km 2 links ab und laufen über SS 145 aufwärts Richtung Priora. Immer wieder sehe ich links und rechts der Straße mir von diversen Wanderungen bekannte Wege abzweigen. An einer scharfen Straßenkehre bietet sich ein herrlicher Blick über Sorrent und die Monte Lattari im Hintergrund

Hinauf nach Sant'Agata komme nicht nur ich mächtig ins Schnaufen. Es geht ordentlich aufwärts. Ich bleibe aber im Laufschritt. Puh, der lange Anstieg ist nicht ohne. Zumindest wenn man wie ich ohne nahezu jedes Hügeltraining in der Vorbereitung den Lauf in Angriff nimmt.

Immer wieder kommen wir an Hotelanlagen vorbei. Diese haben einen fantastischen Blick über den Golf von Neapel. Das Läuferfeld zieht sich weit auseinander. Es ist genug Platz zum Laufen da, die Stimmung ist gut. Die ersten Läufer gehen. Ich trabe langsam weiter. Die erste Verpflegung kommt, die Getränke sind sehr gefragt. In der Sonne kommen wir schon ordentlich ins Schwitzen.

 

 

Olivenernte

 

Immer wieder kommen wir an Anlagen mit Zitrusfrüchten vorbei. Viele Anlagen sind mit Netzen geschützt. Netze sind ebenfalls an vielen Olivenbäumen angebracht. Die Ernte steht an. Ein kleines dreirädriges Römmelchen (Ape) wird gerade mit Kisten frisch geernteter Oliven beladen.

Immer muss ich nach rechts zum Vesuv schauen. Der Ausblick entschädigt für Mühen des kilometerlangen Steigens. Wir umlaufen den Ort Priora. Ein Abzweig der Straße führt hinein in den Ort. Vor dem Ristorante Il Borgo stehen einige Zuschauer und feuern uns Läufer an. Wenige Meter später bei Km 6 bietet sich ein grandioses Panoramo über den Golf von Neapel. Ich muss nochmal ein Foto machen. Hier einfach vorbei zu laufen ohne Foto geht nicht. Geht das sehe nicht nur ich so. Viele Läufer bleiben stehen um zu fotografieren.

 

 

Ein Läufer mit Weihnachtsmütze auf dem Kopf fällt mir auf. Und gleich darauf kommt noch eine Läuferin mit Kopfschmuck. Es kommt noch eine weitere Stelle mit einem fantastischen Panoramblick. Wieder wird wild fotografiert. Vor Sant'Agata kommt noch eine VS.

Bei Km 9 erreichen wir Sant'Agata. Hier war ich gestern noch in der Bar Centrale und genoss meinen traditionellen Cappuchino mit Cremetörtchen. Danach steht mir jetzt nicht der Sinn. Obwohl, so ein Cremetörtchen wäre doch nicht so schlecht denke ich, halte mich aber zurück. Ich darf eh nicht nach rechts abbiegen zur Bar und muss links rum.

 

 

Mercantile di Natale

 

Auf einem kleinen Platz ist ein schnuckliger kleiner Weihnachtsmarkt mit 8 Ständen aufgebaut. Hab ich gestern noch besucht. 50m weiter liegt das  Schuhgeschäft, wo ich mir letztes Jahr schöne blaue Schuhe gekauft habe. Heute darf ich nicht in die Auslage schauen. Wir müssen an der Kreuzung vorher rechts Richtung Termini abbiegen. Km 10 wird passiert und wir müssen noch etwas steigen. Aber wir nähern uns dem höchsten Punkt der Strecke. Endlich ist dieser erreicht. Aus 427 m Höhe stürzen wir uns hinab.

 

 

Links bieten sich tolle Blicke. Die drei Inselchen Li Galli sind in der Ferne zu sehen. Vor uns liegt auf einem kleinem Hügel die Chiesa di Santa Maria della Neve. Hier lebte bis zum Jahre 1763 ein Eremit der die Schneemadonna (Santa Maria della Neve) verehrte. Die wunderschöne kleine Kirche aus Tuffstein würde einen Besuch lohnen. Ich strebe aber weiter.

Voraus bieten sich neue schöne Ausblicke. Termini ist zu sehen und der Doppelgipfel des Monte San Costanzo mit der Cappella San Costanzo. Weiter hinten taucht rechts vom Doppelgipfel die Insel Capri auf. Sie werden wir noch viel, viel besser zu sehen bekommen. 

 

 

Das Auge läuft mit

 

Ich bin froh, dass es nun abwärts geht. Zwei Radfahrer stehen am Straßenrand und reparieren ihr Gefährt. Eine Wand von Kakteen steht am rechten Straßenrand. Da möchte ich jetzt nicht reinfallen. Eine VS bietet willkommene Labung, gerne greife ich ein angebotenes Sali und trabe weiter. Termini ist nicht mehr weit und der Monte San Costanzo baut sich immer mächtiger vor uns auf.

Tipp: Von Termini aus nach Punta Campanella wandern und über den Monte San Constanzo zurück. Oder von Termini nach Nerano und weiter zur Marina di Ieranto wandern.

Immer wieder sehen wir Olivenbauern bei der Arbeit. Sie beschneiden die Bäume und in so manchem Feuer wird das Geäst verbrannt. Der Rauch ist weithin zu sehen und manchmal leider auch zu riechen.

 

 

Kurz nach Km 14 erreichen wir Termini. Hierauf hatte ich mich sehr gefreut. Denn auf dem kleinen Dorfplatz im Zentrum bietet sich ein fantastischer Ausblick hinüber nach Capri. Die Insel liegt erstmals in voller Größe vor uns. Was für ein Anblick! Die Klippen des Tiberius, die Faraglionefelsen  und der Monte Solaro, höchste Erhebung Capris, sind schön zu sehen. Wieder bleibe nicht nur ich für ein Foto stehen. Heute läuft das Auge mit.

Es geht mächtig abwärts, aber es gibt auch flache Abschnitte  und immer wieder den Blick hinüber nach Capri. Ischia und Procida, die beiden anderen Inseln im Golf von Neapel, sind auch in der Ferne zu erkennen. Auf einer Brücke haben sich zwei Fotografen positioniert und machen Fotos von Läufern mit Capri im Hintergrund.

 

 

Massa Lubrense voraus

 

Nach einer Kurve taucht vor uns Massa Lubrense auf,  unter uns liegt die Marina della Lobra..

Km 20 wird passiert, wir laufen durch Massa Lubrense. Weiter geht es immer schön am Hang entlang mit tollen Blicken übers Meer. An einem Hotelkomplex mit Panoramablick stärkt uns eine VS. In Capo di Sorrento laufen wir am Abzweig zur alten Römervilla Villa di Pollio vorbei.

Das immer näher kommende Ziel lässt mich weiter laufen. Zudem kenne ich ja jeden Meter der Straße hier. Hinter Capo die Sorrento stoßen wir auf den Hinweg. An einer Straßenabzweigung sind wir hinauf nach Sant'Agata gelaufen. Ein Schild weist aus, dass es nur noch 2 Km zu laufen sind.

 

 

Die Straße ist jetzt halbseitig für den Verkehr frei gegeben. Das stört uns Läufer aber nicht. Wir haben auf unserer Hälfte genug Platz. Es geht weiter abwärts zum nahen Sorrent. Nochmals vorbei an den Hotels am Hang mit ihrem Panoramablick über den Golf von Neapel.

Die Via Capo führt uns in die Corso Italia. Die Einkaufsstraße ist voll mit Menschen, aber Absperrbänder halten uns die Mitte der Straße zum Laufen frei. Der große Weihnachtsbaum auf der Piazza Torquato Tasso kommt Schritt für Schritt näher. Noch wenige Meter trennen mich vom Ziel. Der blaue Teppich bringt mich durch den Zielbogen.

 

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Es war wunderschön. Auch der Panoramica ist ein toller Lauf mit fantastischen Ausblicken und gut organisiert. Absolut lohnenswert. Aber dennoch will ich nächstes Jahr nochmals den Ultra in Angriff nehmen,  denn über die Traumstraße Amalfitana zu laufen ist einfach noch schöner!

Ich bekomme meine Medaille und einen Beutel mit Verpflegung. Dann schlendere ich die 50 Schritte zu meinem Quartier und genieße eine warme Dusche. Am Abend geht es wieder in unser Bistro. Pasta und Vino Rosso sind angesagt zur Regenerationszwecken.

Und mein Quartier habe ich schon gestern Abend  für 2020 gebucht. Am ersten Sonntag im Dezember heißt es dann wieder:  Sorrento – Positano – Sorrento.

Grazie Panoramica! Es war ein Vergnügen.

 

Fazit

Sehr schöner Lauf in traumhafter Landschaft. Kombination mit Urlaub wird  empfohlen.

 


 

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