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Laufberichte

28. Internationaler Brüder Grimm Lauf

10.06.12

Man denke nur an die gefürchteten Spessarträuber, die hier gerade jetzt ihr Unwesen treiben und plötzlich aus dem Unterholz springen könnten. Sie bedrohten die nach Steinau ziehenden Händler mit Messer und Knüppeln. Wie der Buckel eines kampfbereiten Katers liegt der 800 Meter lange Anstieg durch den Fürstlichen Wald zu den „Vier Fichten“ vor uns. Wer allerdings dieses Baumquartett sucht, der wird nur eine Fichte finden, denn vier gibt es nur in einer alten überlieferten Geschichte von Josef Stark. Vielleicht heißt das aber hier auch gar nicht „vier Fichten“ sondern meint eher „Die sieben Raben“. Dies ist nämlich auch ein Märchen der Brüder Grimm. In der Erstauflage hieß das Märchen „Die drei Raben“. Wie auch immer, die Raben oder Fichten werden sich über kurz oder lang in 12 Windräder verwandeln, so ist es zumindest geplant.

Genug über Vergangenheit und Zukunft geredet. Auf dem Weg dorthin wird es zum ersten Mal richtig anstrengend. Die Steigung zwickt in den Oberschenkeln und Waden. Wir treffen auf Joanna, die sich tapfer Schritt für Schritt nach oben kämpft und das sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Joanna hat den BGL bereits einmal gewonnen und auch im Mountainbiken ist sie kaum zu schlagen. Sie erzählt mir, dass sie vor sechs Wochen den Blinddarm entfernt bekommen hat und nun seit Freitag das erste Mal wieder Laufschuhe trägt. Wie wir oben bei den Fichten ankommen, wird sie von Zuschauern freudig begrüßt. Sie ist eben bekannt hier. Sie ruft mir noch zu: „Ab jetzt geht es nur noch bergab“ und schon ist sie auch weg. Im nächsten Jahr, da will sie wieder angreifen und das glaube ich ihr.

Mittagspause ist angekündigt und aus Fehlern lernt man. Diesmal falle ich nicht auf die Verlockungen des Kuchenbuffets rein. Christine sagte, wir hätten im letzten Jahr nach der Suppe, dem Kuchen, dem Weizenbier und den Gummibärchen noch die Salztablette genommen.  Klar, dass wir uns fühlten, wie der böse Wolf mit den Wackersteinen im Bauch. Die Pause vergeht viel zu schnell und wie durch Zauberhand stehen wir schon wieder am Start. Nun gilt es. Die letzte Etappe ist mit 18 Kilometern auch die längste Etappe und vom vergangenen Jahr weiß ich, die letzten Kilometer werden zur Kopfsache.


Sonntag, 15.30 Uhr, Start der 5. Etappe „Hänsel und Gretel“


Schon die Kelten gingen diesen Weg, die Römer und die Kuriere Karls des Großen, die Romantiker um Clemens Brentano, na und die Gebrüder Grimm sowieso, denn die verbrachten ihre Jugend in Steinau a. d. S. unserem Wettkampfziel. Start ist am Burgring der Kurstadt Bad Orb. So viele Zuschauer wie hier hatten wir auf keinem Etappenstart. Da soll noch mal jemand sagen, es ginge niemand mehr zur Kur.

Flach beginnt die Strecke bevor kurz darauf der Teufel seine Hand im Spiel hat und von seiner Hölle aus eine Beule in die Erde drückt über die wir jetzt  ständig an Höhe gewinnen. Der heftigste Anstieg des BGL. Mit diesmal nur einem Stück Kuchen im Bauch geht es mir gut und es macht richtig Spaß, mit großen und kräftigen Schritten einige Läufer zu überholen.

 
 

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