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Laufberichte

Mobil in Regensburg

 

Vor Km9 Gegenverkehr, die wenigen Läufer auf der anderen Straßenseite haben über 4km Vorsprung. Es kommt sogar ein bisschen die Sonne raus, wird zum Glück aber kaum wärmer. Nun schnurgerade, hier sind kaum Zuseher, dafür wimmelt es von Teilnehmern.

An einer T-Kreuzung laufe ich geradeaus, die einen biegen in die Reifenteststrecke von Continental ein, die schnelleren haben diese Schleife bereits hinter sich und laufen schon stadteinwärts.

Km10 und Spitzkehre, 57min sind vergangen. Ich laufe hinter dem 1h59-Halbmarathonballon und vor der 3h59 Marathonzugläuferin. Einen Kilometer später bin ich im 3-spurigen Oval mit leicht überhöhten Kurven und einer von hunderten Farbpunkten. Als es wieder rausgeht, gibt es eine Labestelle. Wir werden per Banner informiert: „Und wieder 1,3km geschafft.“

Km13, hier bin ich ganz nahe bei Schwabelweis!  Weitgehend flache Kilometer und je näher man der Innenstadt kommt, umso mehr Resonanz vom Straßenrand. Bei km15 gibt es auch Coca Cola, außerdem Wasser, Iso und Bananen. Vorhin war mir der 1h59er-Ballon zu langsam, nun an der Labe überholt er mich wieder.

„Highway to hell“ höre ich da, kaum ein Marathon, wo das nicht gespielt wird.

Bei km16 geht es durchs Stadttor, es ist immer noch sonnig. Bevor wir an die Donau laufen gibt es zwei Stimmungsaufheller mit Mikrofon, die die Läufer, vor allem aber die Zuschauer, in Stimmung bringen. Die, gut gelaunt, feuern ihrerseits die LäuferInnen an.

Nun wieder etwas Pflastersteine. An der Steinernen Brücke biegen wir links ab, es geht 100m rauf in die Altstadt. Vor mir David und Goliath imposant auf ein Hotel gemalt, die Goliathfigur erstreckt sich über drei Stockwerke!  Beim alten Rathaus wartet eine der beiden 3h59-Zugläuferinnen und schließt sich wieder an. Die beiden verströmen Fröhlichkeit. Vorbei am Running Sushi. Im Kino runter zur Donau spielen sie den „Großen Gatsby“, an der Donau werden wir versorgt.

Hundsumkehr heißt hier ein Straßenstück, es wird wärmer. Wenig später hat die Feuerwehr sogar einen Hydranten angezapft und versprüht Wasser.

Km19, das Ende der ersten Runde naht, die Halbmarathonis freuen sich auf ihren Zieleinlauf.

Ich habe seit einiger Zeit im Kopf, dass sich eine HM-Durchgangszeit von unter 2 Stunden ausgehen könnte. Da kommt Gerhard Wally von hinten und sagt genau das. Gerhard läuft heute seinen 501. Marathon, den 500. hatte er am Donnerstag in Kirchdorf an der Krems absolviert. Dieser Über-Drüber-Marathon hat(te) beachtliche 1.300 Höhenmeter.

Ein leichtes Gefälle Richtung Ziel, die Halbmarathonis biegen ab, für uns in der Königsdisziplin geht es nun leicht bergauf. Knapp vor den 3h59-Damen löse ich die Zwischenzeit aus, 32 sec zu spät. Ich muss etwas verschnaufen, meine beste Zeit heuer soll es aber schon werden. Die Strecke kenne ich nun und kann sie mir einteilen. Platz ist ja jetzt in Hülle und Fülle. Musik bei km22 und einen km später beim Kunstforum schon wieder. Am Stadtpark vorbei erreiche ich bald wieder die Altstadt, an der Jakobskirche vorbei. Ein Grüppchen 1. FC Kaiserslautern-Anhänger hat ihre Mannschaft zum Auswärtsspiel gegen Jahn Regensburg begleitet.

Die 3h59-Gruppe habe ich nach der Gesandtenstraße, km24, aus den Augen verloren. Am Neupfarrplatz geht es wieder durch den TNT-Bogen durch. Dieses TNT ist nicht explosiv, es ist ein in Deutschland neuer Energy-Drink, habe ich im Begleitheft zum Marathon gelesen. Kannte ich bis gestern auch nicht.

Die Strecke führt wieder um den Dom rum, die Zuseher sind weniger geworden. Dafür sind nun Touristengruppen unterwegs, die den Marathon halt in Kauf nehmen, während sie ihrem Gästeführer lauschen.

Unterm Kolpinghaus durch, da sind wieder die aufmunternden Platzsprecher mit Lederhut. An einer großen Baugrube vorbei kommt am nächsten U-Turn der 3h59er Ballon wieder in mein Blickfeld.

Km26, Bananen werden serviert, Getränke so viel man will, eine Zwei-Mann-Band tut ihr Bestes, sie hat eine kleine Fangemeinde um sich geschart. Gleich danach eine Rockband, die spielt schon wieder „Eye of the Tiger“! Ein paar Minuten später kommt mir der 2h59-Ballon entgegen mit sicher 10 Leuten im Gefolge.

Ich bin bei km27, die erste Frau im Feld begegnet mir. Sie ist bei km36 und wird von einem Radfahrer mit entsprechendem Hinweisschild am Rad begleitet. Wenige Sekunden dahinter die zweite Frau mit Radfahrer. Es wird windig und es sich zieht zu.

Bei km29 Sonne und es gibt Wasserbecher, der Wind bläst sie in Formation. Ich laufe unter der Osttangente durch, auch hier Live-Musik. Die Burschen haben sich ihre Stimmungsmacherinnen gleich selber mitgebracht, wie es aussieht. Ansonsten ziemlich menschenleer, das Feld ist weit auseinandergezogen. Jaroslav kommt mir entgegen und zeigt mir den erhobenen Daumen, als ich ein Foto mache.

Km30, ich bin seit 2 Stunden und 55min unterwegs, da kommt mir der 3h44-Ballon entgegen, bereits aus dem Reifentestoval heraußen. Ein paar 100m weiter dann die gut gelaunte 3h59-Läuferin, die das Oval noch vor sich hat. Und vis-à-vis ist Dorfi, den habe ich schon fitter erlebt. Ganz schön Gegenwind hier.

Km31, hier war in der vorigen Runde eine Spitzkehre, die ist nun etwas nach außen versetzt. Nach der Wende schläft der Wind ein,  auf der Teststrecke ist er wieder da. Kühl ist er, stört mich aber nicht. Einmal rundum und weitere 1,3km sind geschafft. Ich laufe auf Dorfi auf, dem geht es heute nicht so gut. Wird eh Zeit, dass ich wieder einmal vor ihm ins Ziel komme! Ich fühle mich nämlich ganz gut, nichts zwickt und zwackt.

Die Helfer an der nächsten Labestelle haben nun nicht mehr viel zu tun. Zudem haben sie Unterstützung von Kindern, vielleicht fünf bis zehn Jahre alt, die mit je einem Becher in der Hand den Läufern entgegen gehen. Wenn man ihnen einen Becher abnimmt, löst man großen Jubel aus, so als hätten sie soeben einen Wettkampf gewonnen.

Nach Km37, durchs Stadttor und ich bilde mir ein, die LäuferInnen würden mehr werden. Bis mir klar wird, dass ich vorhin angefangen habe, das Feld der Viertelmarathonis von hinten her aufzurollen. Das ist ja lustig, ich komme mir richtig schnell vor. Ein Motivationsschub kurz vor Schluss, super organisiert. Die Zuschauer schauen erst auf die Startnummer um zu erkennen, wen sie da anfeuern. „Da ist ein Marathoni!“ und man bekommt gleich mehr Applaus.

Am mächtigen Salzstadel an der Steinernen Brücke beginnt es zu regnen, und zwar gleich ziemlich heftig. Das Gässchen zum Goliathhotel rauf werde ich wie wild angefeuert, super. Oben dann wird es etwas breiter, die Zuschauer sind geflüchtet oder haben sich untergestellt, auf der Strecke ist man Wind und Regen voll ausgesetzt. Wolkenbruch, trifft es wohl am besten. Noch 4km bis ins Ziel. Was tun? Unterstellen oder in den Laderaum eines Lieferwagens hüpfen wie vorigen Oktober auf Mallorca? Es sieht so aus, als würde es dauerhaft regnen und ein offener Lieferwagen steht in der Fuzo auch nicht rum. Also weiter.

Die armen Helfer an der nächsten Labestelle, die waschelt es nur so her. Ich bin ja bald im Ziel, aber die? Das bisschen Sonnenschirm hilft bei dem Wetter nicht.  Zwei Radfahrer kommen mir entgegen, sie haben sich ihren Humor bewahrt: „Im Ziel scheint die Sonne!“, rufen sie. Glauben tut das keiner.

Den Fotoapparat fest umfasst und laufen, laufen. Die Socken sind längst durchweicht. Es hat vielleicht 9 Grad, ich laufe auch, um warm zu bleiben. Viele Viertelmarathonis sind noch unterwegs und laufen in kleinen Gruppen. Ich bahne mir meinen Weg da durch. Km40, dann unter der Autobahn bleibe ich noch einmal stehen für einen Fototermin. Ein Blick auf die Uhr, ich werde deutlich unter 4h15 bleiben.

Es gießt wie aus Kannen! Ein leichtes Gefälle Richtung Ziel und rechts in die Zielgerade. Es gibt tatsächlich wetterfeste Zuschauer!

Da hinten ist das Ziel, Tempo, ich will wieder unter 6min/km bleiben und schaffe das auch, haarscharf. Ich habe soeben meinen 50. Marathon beendet. Unter einem Schirm mache ich ein paar Fotos und sehe zu, dass ich zu meinem Kleiderbeutel komme. Mich interessiert keine Ziellabe, es ist scheußlich ungemütlich bei dem Sauwetter.

Vorher will man mir noch eine Finisher-Medaille mit gelbem Band geben, denn jetzt kommen fast nur Viertelmarathonis rein. Zu unterscheiden sind die Medaillen an den unterschiedlich farbigen Bändern, heute habe ich mir aber eine Medaille mit dem blauen Band verdient.

Im Zelt mit dem Kleiderdepot ziehe ich trockene Sachen an. Es regnet unvermindert weiter, die Wiese vorm Zelt ist schon matschig. Eine Läuferin, in etwa mein Alter, frage ich, ob sie heute denn nicht Muttertag feiern müsste? Nein, nein, laufen ist viel schöner, sonst müsste sie jetzt bei Kaffee und Kuchen rumsitzen. Da ist es da doch viel besser. Trotz Regen! Viele Tische und Bänke für ein gemütliches Beisammensein nach dem Rennen stehen im Freien und bleiben folglich ungenutzt. 

Im Ziel: 544 beim Marathon, 1.588 auf der halben Distanz und 747 beim Viertelmarathon.

Startgeld: ab 35,- EURO aufwärts

Shampoo, TNT-Energy-Drink,
Finishershirt, schon mit der Startnummer,
abwechslungsreiche Strecke ohne steile Anstiege
Finishermedaille, ZugläuferInnen
Genug Labestellen mit allem was ein Läufer braucht
Viel und gute Live-Musik, nicht allzu viele Zuseher

 

Danke

 

Vielen Dank an meine Familie, Verwandten und FreundInnen, die mich zu den Rennen begleitet haben. Oder, wie Günther, mit mir gelaufen sind und mir zu meiner Marathon-Bestzeit verholfen haben (Pisa). Vielen Dank an die unzähligen Helfer an den Strecken.

Danke an die, die im Ziel auf mich gewartet haben und mich unterwegs angefeuert haben. An die, die mit mir mitgefiebert haben und sich mitgefreut haben. Das alles bedeutet / bedeutete mir jedes Mal sehr viel!

 

Marathonsieger


Männer

1 Fischer, Martin (GER) 02:41:42
2 Martel, Jean-Mary (FRA) 02:46:27
3 Scheichel, Thomas (AUT) 02:48:43

Frauen

1 Mitkina, Tatiana (RUS) 03:05:30
2 Furuczova, Jela (SVK) 03:05:57
3 Brandl, Sonja (GER) 03:10:23

12
 
 

Informationen: Regensburg Marathon
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