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Laufberichte

Königlicher Landschaftslauf

22.07.12

Dort beginnt Teil 2 des Laufs, der Forggensee. Hier führt der Weg  erst einmal am Festspielhaus vorbei,  in dem schon zwei Versuche mit König-Ludwig-Musicals unternommen wurden,  leider ohne den gewünschten finanziellen Erfolg. Vielleicht klappt es im dritten Anlauf.

An einer Begegnungstelle sehen wir Klaus Klein, meinen Reporter-Kollegen von marathon4you. Zusammen mit Judith hätten wir eine Teamwertung hinbekommen, wenn wir die Ausschreibung aufmerksam durchgelesen hätten. So aber sahnen die Läuferinnen und Läufer des DVAG-Marathonteams ordentlich ab. Auch der Gesamtsieger Marco Diehl startet für diesen Verein.

Wir überqueren den Lech über ein Wehr. Der Fluss wird stark zur Energieerzeugung genutzt. 30 Kraftwerke und 24 Stauseen liegen auf seinem Weg zur Donau. Der größte Stausee ist der Forggensee, der sogar von einem Linienschiff befahren wird. Es geht nun ein Stück am See entlang.

Inzwischen hat uns die 4-Stunden-Gruppe eingeholt und wir laufen im Pulk mit.  Auf den Fotos sieht das etwas eng aus, aber wer sich ein bisschen zurückfallen lässt, hat den Weg für sich allein. Genervt hat nur der Radler, der eine Läuferin  begleitete und mitten in der Gruppe mitfuhr.

An einer Verpflegungsstelle fragt mich eine Sanitäterin besorgt, ob es mir gut gehe. Ich halte doch nur die Luft an, um ein schönes Bild zu machen, so schlimm kann ich doch nicht aussehen. Also schnell weg.

Vom See schwenken wir nun in den von mir als Königsschlösser-Tour benannten Laufteil. Zuvor gibt es noch einen dampfenden Heuhaufen zu sehen. Es riecht nach nassem Gras. Jetzt also über Felder mit Blick auf die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Das gelbe Hohenschwangau wurde von Maximilian II gebaut. Sein Sohn Ludwig II ließ dann Neuschwanstein errichten. Zurzeit ist das weltbekannte Wahrzeichen der Region leider eingerüstet, schade für die Touristen. Und davon sieht man einige. Die Laufstrecke ist gut ausgetüftelt: An vielen Stellen können wir durch Unterführungen Straßen queren. Der Regen hat übrigens inzwischen komplett aufgehört und ab und zu scheint schon die Sonne.

Wenn ich eine Bemerkung des Pacemakers vorhin richtig verstanden habe, dann versucht er gerade durch ein leicht verschärftes Tempo den Zeitverlust auszugleichen, den uns ein Anstieg kurz vor dem Ziel  bescheren wird.

Ab km 32 laufen wir wieder durch einen Wald und es geht leicht  bergauf. Wir queren eine Straße und ich höre noch, wie ein Motoradfahrer den als Ordner fungierenden Feuerwehrmann anfleht, ihn durchzulassen. Kein Problem, die Lücken zwischen den Läufern sind inzwischen größer und die 4-Stunden-Gruppe hat sich leider von uns abgesetzt.

Wir sind in Schwangau, nicht weit von Füssen, laufen jetzt aber noch eine Runde um den idyllischen Schwansee unterhalb von Hohenschwangau. Nach der kurzen Querung einer feuchten Wiese kommen wir auf den letzten Waldweg, der ein bisschen mehr an Konzentration erfordert. Am Ende erreichen wir eine Badestelle, die ich nach einer Wanderung auf den Tegelberg schon einmal genutzt habe. Dafür ist es heute zu kühl und die Zeit drängt.

Nun hört man auf einmal Alphornbäser. Es sind die drei vom Hopfensee, die sich also jetzt am Schwansee postiert haben. Passt gut zum romantischen Charakter dieser Stelle.

Es geht direkt auf Füssen zu. Wir queren den Lech über eine Fußgängerbrücke. Bei Kilometer 40 gibt es die letzte Verpflegungstelle, die wir aber auslassen. Kurz danach werden wir zurückgerufen. Falsch gelaufen, wir sollen nach links am Lech entlang. Unsere Schuld, denn die Wegstrecke ist gut markiert. Viele Pfeile und am Boden das blaue Läufer-Logo des 
Füssener Marathons.

Am Fuße des mittelalterlichen Hohen Schlosses (das jetzt eine Außenstelle des Finanzamts Kaufbeuren beherbergt) kommen wir ins Viertel Bad Faulenbach mit seinen idyllischen, jetzt sonnenbeschienenen Häuschen. Ich frage vorsichtshalber Spaziergänger, ob wir hier noch richtig sind. Ja, ja, immer weiter am Lech entlang. Kurz danach kommt ein Anstieg, an dem uns viele Zuschauer noch mal gebührend anfeuern.

Noch 500 Meter bis ins Ziel! Wir laufen durch einen kleinen Einschnitt, der beim Bau der Burg künstlich angelegt wurde  und siehe da: Wir befinden uns oberhalb des Festzeltes, wo wir gestern die 21-km- Läufer sahen. Der Zielsprint ist aufgrund des Gefälles natürlich sehr leicht. Es sind viele Zuschauer im Zielbereich und eine Sambaband macht Stimmung.

Danach gibt es eine schöne Medaille und super Verpflegung. Auch alkoholfreies Bier und Kuchen!

Zum Duschen geht es in ein Sportzentrum gleich nebenan. Ich wundere mich über die Kälte. Ich stehe im Eishockey-Leistungszentrum in kurzer Hose und Barfuß. Hier wird fleißig geübt, mitten im Juli. Die Duschen sind aber warm.

Für alle Läuferinnen und Läufer gibt es dann noch eine Verlosung von zehn Preistüten und als Hauptpreis ein Wochenende im Wellnesshotel mit allem drum und dran. Wir gewinnen nicht den Hauptpreis und auch nicht die zwei Startplätze für den Zermatt-Marathon. Aber ich habe trotzdem Glück und gewinne einige Gutscheine, einen Cambembert eines lokalen Anbieters und ein Laufbuch „Sport und Mykosen“. Ok, ich werde mehr auf meine Füße achten.

Marathonsieger

Männer

1 Marco Diehl DVAG-Marathon-Team 02:44:16
2 Jürgen Dieter 02:47:39
3 Stefan Stockinger Laufarena Allgäu  02:52:14

Frauen

1 Astrid Staubach  LG Vogelsberg  03:14:03
2 Sandra Holly  LC Mengerskirchen  03:24:03
3 Barbara Mallmann  Laufarena Allgäu  03:26:08

507 Finisher

12
 
 

Informationen: Königsschlösser Marathon
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