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Laufberichte

Impressionen von der Pockinger Heide

07.02.10

Im Ort sehe ich eine überdachte Einfahrt mit einer prachtvollen Villa im großzügigen Hofbereich. Nach einem Kilometer verlassen wir Kirchham. Es geht wieder auf die Felder. Es hat in diesem Jahr viel Schnee, mehr noch als in meiner Heimat. Die Straßen sind jetzt größtenteils frei. Wir müssen jedoch gerade in den Kurven aufpassen, denn einige rutschige Stellen sind noch vorhanden.

Wieder zwei Weiler: Hoheneich und Geigen. Am Ortseingang Hart können wir dann wieder zugreifen. Warmer Tee, lecker. Die Verpflegungsstellen sind übrigens alle vier bis fünf Kilometer vorhanden und reichlich ausgestattet. Im Anschluss daran sehe ich rechts Kilometerschild 10 und dann die bekannte Kapelle.

Wir verlassen Hart, es geht zweihundert Meter durch einen Wald und dann sehen wir einen guten Kilometer entfernt Aigen am Inn. Markanter Punkt ist wohl die Pfarrkirche St. Leonhard, deren erster Bau bereits um 1180 gewesen sein soll. In den Folgejahrhunderten setzte dann eine Wallfahrt zu dieser Kirche ein. Die bekannten Leonhardiritte (immer Anfang November) werden auch hier begangen.

Die Pfarrkirche gibt im Dunst ein interessantes Motiv. Meine Fotografiererei fällt dann auf. „Der hat Zeit“, höre ich nicht nur einmal. Der Sepp Uiberlacker nimmt mir das Gerät aus der Hand. Für seine Mühe verspreche ich, ihm sein Bild zuzuschicken.

In Aigen schlägt’s dann nicht dreizehn, sondern elf Uhr. Grade richtig, denn kurz danach ist der zwölfte Kilometer voll. Ein wenig über meinen Fünfer-Schnitt, dass passt schon.

Die Strecke führt mich dann wieder aus Aigen hinaus. Schnell erreichen wir Irching und Holzhäuser, wo wir wieder verpflegen können.

In Egglfing (Kilometer 17) könnten wir den spätgotischen Chor und Turm der Michaelskirche besichtigen. Auch Egglfing ist eine alter Ort, dessen Geschichte weit ins achte Jahrhundert zurückreicht. Unsere Verpflegung ist dagegen nicht steinalt, sondern zweckmäßig für den weiteren Weg. Lediglich die Schokoriegel sind steinhart aufgrund der Kälte. Ich habe alle liebe Mühe, einen davon hinunterzuwürgen.

Später überhole ich dann einen Halbmarathoni, der fürchterlich schnauft. Er spricht mich gleich an. Ja, der Mario Wallrath jammert über seine 10 Kilo Übergewicht. Wie denn die fränkischen Schäuferle geschmeckt haben, die zu dem geführt haben, sagt er nicht. Ja, ich habe auch noch ein paar Kilo zuviel auf den Rippen. Resultat des USA-Urlaubs und der vielen Weihnachtsleckereien. Gott sei Dank sind die jetzt fast gefressen.

Eine Straßenunterführung folgt und nach einen Kilometer laufen wir nach Riedenburg hinein. Hier gab es das Schloss Riedenburg (erste Erwähnung 1175), das aber 1685 dem Feuer zum Opfer fiel.

Der letzte Kilometer für die „Halben“ ist angebrochen. Sprinter wie in den Jahren zuvor sehe ich keine. Das markante Gebäude des Johannesbades tritt in den Vordergrund. Dann Linkskurve, es geht zum Ziel, aber nicht für mich. Die Halbmarathonweiche. Wir laufen links, die Halbmarathonis rechts. Die haben jetzt fertig. Das Zeiteisen am Ziel sagt fast 1.47 Stunden an.

Jetzt wird das Läuferfeld sehr übersichtlich. Wir werden in Folge auf den Radweg eingewiesen. Auf in die zweite Runde. Jetzt will ich ruhiger laufen, weniger Fotografieren und vielleicht Tempo machen. Später kommt mir Paul entgegen. Er läuft aus, dreht dann um. „Wie ging es denn“, will ich wissen. Er hält nicht zurück. Knapp über 38 Minuten und persönliche Bestzeit aufgestellt. Ist der früh in Form!

Bei Kilometer 25 wird wieder die Zeit angesagt. Ich glaube, dass gut 200 Meter vor mir der 3.30 Stunden-Läufer ist. In Kirchham verfüttere ich mir dann das mitgeführte Gel, so brauche ich es nicht mehr herumschleppen. Vielleicht sorgt es für eine Beschleunigung.

Und in der Tat, es scheint, dass ich den Pacer langsam näher komme. Ich wechsele mit einem Läufer ein paar Worte. Er trainiert für lange Bergläufe, deswegen schleppt er seinen Trinkrucksack mit.

Kilometer 32, Hart, jetzt wird es für mich auch hart, noch ein Gel vertilgen. Die Schuhe sind mittlerweile durchnässt, da das Tauwasser zum Teil auf der Strasse steht. Je weiter die Kilometer fortschreiten, desto größer werden die Abstände zwischen den Läufern.

12.45 Uhr sehe ich auf der Wallfahrtskirche und komme dann zum Ratschen mit einem Bekannten. Klaus Spielbüchler aus Wals. Der war 2008 Pacer in Salzburg und mit dem bin ich seinerzeit eine ganze Weile gelaufen. Den Marathon in der Mozartstadt kann ich nur empfehlen.

Er lädt dann einen Reporter zum 6-Stundenlauf für ein Kinderlachen im April in Wals bei Salzburg ein. Vielleicht kann ich da auch mal hin, denn einen 6-Stundenlauf habe ich in meiner Laufbahn noch nicht stehen. Später muss Klaus abreißen lassen.

Dann wird es für mich schwer. Viele kämpfen mit sich und dem eigenen Schweinehund. Ich merke, dass die 3.30 wohl nicht mehr gehen und nehme das Tempo heraus. Die letzten Kilometer bringe ich dann eher joggender- als laufenderweise hinter mich. Ist mir aber wurscht.

Dann geht es Richtung Ziel, ein Riesenabstand zum Vordermann und fast a...knapp zum Verfolger, als ich ins Ziel einlaufe. Ich musste ja noch das Kilometerschild 42 knipsen.

Im Zielbereich wird dann allerhand auf den Chip gebracht. Und noch einen Bekannten. Der Theo Huhnholt vom LC Bayern hat heute seinen 800. Wettkampf hinter sich gebracht. Und der Hafer juckt ihn auch. „Komm, wir lassen uns mit der Badenixe da fotografieren.“ Das Ergebnis seht Ihr ja.

Im Zelt gibt es noch genug Verpflegung. Ein richtiges Obstbufett, Traubenzucker, Getränke, Erdinger. Wie sang schon Hans-Jürgen Buchner von der Gruppe Haindling:

„Mir kannst no a Weißbier bringa!
Bayern, des samma mir! Jawoi!“

Was bleibt? 3:33 und drei Halbe. Füssinger Heilwasser von außen und Erdinger Heilwasser innerlich angewandt. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragst nicht den Arzt oder Apotheker, sondern mich.

Marathonsieger
Männer

1.  Stübinger, Klaus PTSV Rosenheim  2:42:49
2.  Summereder, Christian LC MKW Hausruck  2:45:00
3.  Steiner, Jürgen DJK Weiden 2:47:16

Frauen

1.  Maier-Kling, Isolde SV Birkenhard  3:20:56
2.  Wieland, Hilde Therme LT Böblingen  3:34:28
3.  Straßer, Regina Laufteam Donautal  3:42:59

12
 
 

Informationen: Johannesbad Thermen-Marathon
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