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Laufberichte

Abgesagt: So war es und so wird es wieder (33)

 

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Am Ende wurde sie uns durch die Bundesregierung abgenommen: Wir müssen den 37. Rhein-Ruhr-Marathon am 7. Juni 2020 absagen. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise erlauben keine Alternative: Die Startpistole bleibt in der Schublade. Im kommenden Jahr holen wir sie dann wieder raus! Versprochen.“  Schlechte Nachrichten mit einem positiven Ausblick zu verbinden, ist eine gute Idee. Einen positiven Rückblick steuern wir mit Werners Laufbericht aus dem Jahr 2010 bei.

 

Alle Laufberichte und Bilder zum Rhein-Ruhr Marathon in Duisburg
gibt es hier auf Marathon4you.de

 

 

2010: Laufen zwischen Rhein und Ruhr

 

In Duisburg bin ich 1991 meinen ersten Marathon gelaufen und war seitdem immer dabei. Reichte es mal nicht für die Marathonstrecke, bin ich auf den Halbmarathon ausgewichen, aber dabei sein musste ich. Denn hier wurde es im Laufe der Jahre nie langweilig sondern immer noch besser.

Auf den ersten Blick ist Duisburg vielleicht eine Großstadt unter vielen. Aber wenn man genau hinschaut, bietet Duisburg doch sehr viel. Neben dem größten Binnenhafen gibt es noch den Zoo mit Delfinarium und Koalas, den Landschaftspark Nord mit Industriedenkmälern zum Anfassen und Besteigen, ein Casino und einen Szene-Innenhafen mit Gastronomie und Erlebniswelt. Zusätzlich ist das Ruhrgebiet auch noch in diesem Jahr die Kulturhauptstadt Europas. Da findet sich allemal ein tolles Programm und ein Wochenende wird nicht ausreichen, um alles zu sehen.

Aber auch der Rhein-Ruhr Marathon bietet viel. 1981 fiel zum ersten Mal der Startschuss zu einem Sportereignis, das inzwischen zu Duisburg gehört wie die Schwerindustrie und der Hafen. In den Jahren 1993 und 1994 gab es eine kurze Unterbrechung, bevor man 1995 mit einem neuen Konzept und viel Elan wieder einen Marathon organisierte. Unter dem Motto „Von Läufern, für Läufer“ richtete nun der LC Duisburg den Lauf aus. Den Start verlegte man in den Sportpark Wedau und das Ziel war im Wedaustadion, wo man sich von der Haupttribüne feiern lassen konnte. Hier gibt es keine privilegierten teuren Stars,  auch der Letztplatzierte soll sich wohlfühlen und wiederkommen. Dieses Konzept geht auf und die Veranstaltung behauptet sich bestens gegen die regionale und überregionale Konkurrenz.

 

 

Bilder aus 2016

(Joe Kelbel)

 

 

Heute kann man über 7000 Teilnehmer begrüßen. Innerhalb des Rhein-Ruhr-Marathons wird ein Inlinemarathon, ein Halbmarathon, ein Staffelmarathon und ein Handbike Marathon angeboten. Die Startgebühr für den Marathon ist moderat und beinhaltet ein Funktionsshirt mit Finisher-Logo, eine Medaille, Ergebnisdienst mit Listen, Video mit persönlichem Zieleinlauf, SMS-Service, kostenlose Medaillengravur, Regenerationsschwimmen, kostenlose Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, frisch gezapftes Pils im Ziel und einen Massagedienst.

Am Samstag hole ich zusammen mit meinem Vereinsfreund Peter die Startunterlagen in der Eissporthalle direkt im Sportpark-Duisburg ab. Hier findet auch eine kleine Marathonmesse statt, auf der es Informationen und Produkte rund um den Laufsport gibt.

Am Sonntag wird es ernst. Zunächst wird zu Ehren des gestrigen Sieges beim Grand Prix „Satellite“ von Lena gespielt. Dann werden die Sekunden heruntergezählt und es geht für 1300 Marathonläufer auf die mir wohlbekannte Strecke.

Das Wetter ist heute mit 16 Grad und bewölktem Himmel nicht schlecht, obwohl es auch immer wieder tröpfelt. Zuerst geht es durch ein Zuschauerspalier über die breite Kruppallee und schon nach der ersten Kurve haben wir Kilometer 1 erreicht. Meine Uhr zeigt 6:30. Am Straßenrand haben sich Gruppen und Grüppchen gebildet und feuern die Läufer an. Auch aus den Fenstern der Anlieger gibt es immer wieder Beifall. Wir laufen Richtung Innenstadt und passieren bald das Theater. Hier gibt es aus großen Lautsprechern zur Abwechslung klassische Musik. Als nächstes sehen wir das City-Palais mit Spielcasino. Hier trennen sich die Marathon- und Halbmarathonstrecke.

Bei Kilometer 5 kommt der erste Versorgungspunkt. Insgesamt ist mit 18 Verpflegungsständen auch bei hohen Temperaturen die Versorgung der  Läufer sichergestellt.

Wir laufen über die Ruhr in den Hafen. Der Innenhafen hat sich in den letzten Jahren total gewandelt und ist immer mehr zur Szene mit Gastronomie und Erlebniswelten geworden. Wo früher die schweren Schlepper lagen, ankern nun Segelboote und aus den Speicherhallen sind schicke Restaurants geworden. Hier pulsiert abends und am Wochenende das Leben. Natürlich haben sich auch etliche Firmen mit ihren Büros in den entsprechenden Glaspalästen niedergelassen. Ja, auch Duisburg ist beim Strukturwandel dabei.

Weiter geht es in das eigentliche Hafengelände und hier sind wir Läufer wieder unter uns. Der „Duisport“ ist der größte Binnenhafen  Europas, aber heute am Sonntag ist es hier ruhig. Bei Kilometer 10 verlassen wir das Hafengelände und werden an einem Kreisverkehr lautstark empfangen. Hier gibt es auch wieder eine Sambaband, die uns mit flotten Rhythmen anfeuert. Insgesamt sind rekordverdächtige 18 Sambagruppen an der Strecke im Einsatz. Deshalb nennt sich der Marathon  in Duisburg auch zu Recht gerne „Sambamarathon“.

Wir erreichen jetzt den Stadtteil Meiderich und damit die Heimat des MSV Duisburg und schon bald geht es mit der Friedrich-Ebert-Brücke über den Rhein.  Von der Brücke haben wir einen tollen Überblick über das Duisburger Industriepanorama. Aber hier oben spürt man auch deutlich den Wind. Natürlich kommt er mal wieder von vorn.

 

Impressionen aus 2019

(Silke Pitz)

 

 

 

Auf der anderen Rheinseite erreichen wir den Stadtteil Homberg. Hier wird ein Stadtteilfest gefeiert und es geht entsprechend laut zu. Ein Moderator stellt die Läufer vor und die Zuschauer üben anscheinend schon für die Fußball-WM. Eine Sambaband ist natürlich auch dabei und Kinder strecken ihre Hände zum Abklatschen aus.

Weiter geht es am Rheinufer und schon erreicht man die Halbmarathonmarke. Die Zeiterfassungsmatten halten die Zwischenzeit fest und meine Uhr zeigt 2:00 Stunden. Das Wetter ist bei stark bewölktem Himmel nicht gerade zuschauerfreundlich, aber die Läufer sind ganz zufrieden.

Jetzt überholen schon einmal einige Staffelläufer, die 20 Minuten nach uns gestartet sind und sich zu viert die Strecke teilen. Über die Deich- und Rheinstraße geht es zum nächsten Verpflegungspunkt bei KM 25 in Rheinhausen.  Hier kann man nochmals Kraft tanken für den nächsten Brückenanstieg, denn über die „Brücke der Solidarität“ geht es wieder über den Rhein nach Hochfeld.

Der Regen wird leider doch stärker, ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, wo sowieso die Psyche gefordert wird. Was lese ich da auf einem Trikot vor mir? „Weiter, weiter ins Verderben, wir laufen weiter bis wir sterben“.  Aha, den Spruch kannte ich bisher nicht.

Über den Stadtteil Wannheimerort erreichen wir Buchholz und dort wird wieder ein großes Bürgerfest ausgerichtet. Entsprechend dicht sind die Zuschauerreihen und viele versuchen bekannte Gesichter in der Läufermenge zu erkennen. Die Abstände zwischen den offiziellen Verpflegungsstellen werden kürzer, zusätzlich verteilen die Zuschauer viele Leckereien.

Die lange Großenbaumer Allee ist auf den letzten 3 KM noch einmal eine Challenge. Ich kann etlichte erschöpfte Läufer überholen. Bald wird der letzte Kilometer angezeigt. Die MSV Arena taucht auf und die Zuschauerreihen werden dichter. Durch das Marathontor geht es bei fetziger Musik und Lichtblitzen ins Stadion. Hurra, es ist wieder einmal geschafft. Ich winke zur Tribüne hoch und erkenne meine Fans. Über die große Videoleinwand können sie meinen Zieleinlauf verfolgen.

 

Auf Wiedersehen beim Rhein-Ruhr Marathon 2021

 

 

Informationen: Rhein-Ruhr-Marathon
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