Am 31. Juli 1976 schrieb ein junger Läufer aus Sachsen-Anhalt Sportgeschichte: Völlig überraschend lief der damals 25-jährige Waldemar Cierpinski bei den Olympischen Spielen in Montreal zu Marathon-Gold.
Anlässlich des 50. Jubiläums dieses historischen Triumphs blickt der Mitteldeutsche Rundfunks (MDR) iin einem Gespräch mit dem Julilar zurück auf eine der faszinierendsten Geschichten des deutschen Sports – eine Geschichte von sportlicher Extreklasse und einer kuriosen Extra-Runde.
Link zum Beitrag des MDR (mit Video)
Der in Neugattersleben geborene Cierpinski reiste 1976 als Außenseiter nach Kanada. Montreal war erst sein fünfter Marathon überhaupt. Niemand hatte den Athleten auf dem Schirm, als er um 17:30 Uhr an den Start ging. Nach exakt 2:09:55 Stunden überquerte er die Ziellinie im Olympiastadion – vor dem US-amerikanischen Top-Favoriten Frank Shorter. Weil die Anzeige im Stadion eine „1“ anzeigte und Cierpinski unsicher war, ob dies den Sieg oder eine verbleibende Runde bedeutete, lief er zur Sicherheit einfach noch eine Stadionrunde weiter.
Mit diesem Sieg legte er den Grundstein für seinen Legendenstatus. Vier Jahre später, 1980 in Moskau, wiederholte er diesen Erfolg. Bis heute ist Waldemar Cierpinski neben dem Äthiopier Abebe Bikila der einzige Läufer der Geschichte, der zwei olympische Marathon-Goldmedaillen in Folge gewinnen konnte.