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Laufberichte

Sachen gibt's

04.07.09
Autor: Klaus Duwe

Riffelberg/Ziel

Und dann die eigentliche Sensation. Ich bin im Zielraum, lege meinen Fotorucksack an der Ziellinie ab und bin am Knipsen. Da gibt der Sprecher bekannt: Klaus Duwe aus Baden-Baden im Ziel, Erster M60! Hä, höre ich richtig? Ist da jemand mit meiner Startnummer unterwegs? Nö, ich sehe keinen. Meine Frau, die unweit bei der Kapelle Fotos schießt, hört die Durchsage auch. „Ist der Spinner jetzt doch gelaufen?“ Sie schaut zur Uhr – 4 Stunden. Das kann nicht sein. „Das schafft der doch nicht mal in der Ebene“, weiß aus sie Erfahrung. Trotzdem macht sie sich auf den Weg in den Zielraum.

Von dort komme ich ihr entgegen. „Du siehst aber nicht aus, als seist du gelaufen“. Fragend schaut sie mich an. „Bin ich auch nicht, keine Ahnung, was da los ist“, antworte ich ehrlich ratlos. Ich stelle mir vor, ich erscheine so in der Ergebnisliste. Da wird mir die Sache peinlich.

Ich muss das klären. Plötzlich fällt mir ein: Ich habe am Freitag meine Startunterlagen geholt, weil ich bis zuletzt die Möglichkeit haben wollte, doch zu starten. Weil aber Daniel den Laufbericht übernimmt, schone ich meine alten Knochen und mache Fotos. Die Startnummer mit dem Leihchip habe ich im Rucksack, um ihn im Ziel abzugeben. Merkt ihr was? Chip, Rucksack, Ziellinie? Genau. Mein Chip wird, als ich den Rucksack an der Ziellinie ablege, erfasst. Meine Daten erscheinen auf dem Laptop des Sprechers und ich werde aufgerufen. Wie Jonathan Wyatt bin ich Inhaber eines sagenhaften Rekords (4 Stunden!). Zum Vergleich: der wahre M60-Sieger, Peter Perathoner aus Wolkenstein in Gröden, schafft 4:41:51,8 Stunden.

Das kann ich aber so nicht stehen lassen. Ich mache mich auf den Weg zum Datasport-Büro, lege meine Nummer auf den Tisch und sage: „Das ist meine Nummer. Ich bin nicht gelaufen und wurde aus Versehen im Ziel erfasst.“ Der Mann am Rechner lacht. „Wir haben dich schon disqualifiziert. 2 Stunden schneller als beim letzten Mal, das kann nicht sein.“ Gott sei Dank, warum auch immer, ich bin raus aus der Liste. Jetzt hoffe ich nur, dass ich nicht als „disq“ geführt werde, auch das wäre mir nämlich peinlich.

Nach der Siegerehrung will ich es endlich wissen. „Warum sieht man dich nicht in Davos“, frage ich Jonathan Wyatt. „Oh, ja, gute Frage“, fast wirkt er etwas verlegen. „Die Strecke ist mir zu lang. Ich kann nur drei Stunden laufen“, fügt er schmunzelnd hinzu. Toll, auch in seinen Kreisen verbindet man den swissalpine nur mit dem K 78. Ich hake nach: „Es gibt doch auch den K42“. „Ja, aber die Strecke liegt mir nicht. Ich laufe gerne schnell im Flachen  und steil bergauf. Aber steil bergab mag ich überhaupt nicht. Irgendwann  mache ich es, aber nicht jetzt.“ Ich werd’s dem Tuffli stecken.

Sieger

Männer

1. Wyatt Jonathan, NZL-New Zealand      2:57.47,3   
2. Raittila Anssi,  FI-Espoo                         3:15.51,3 
3. Schiessl Helmut,  D-Buchenberg         3:17.12,5 

Frauen

1. Landolt Claudia,  Jonschwil                  3:43.30,6  
2. Zeller Corinne,  Weissenburg               3:46.34,4
3. Mertova Michaela, CZ-Prague               3:51.59,3  

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Informationen: Zermatt-Marathon
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