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Laufberichte

Jeffrey's Story und der Marathon in Antalya

07.03.10
Autor: Klaus Duwe

Monika und Birgit kommen vom Niederrhein. Sie haben sich Antalya ausgesucht für ihren ersten Marathon und sind begeistert. Eine Freundin von ihnen ist letztes Jahr hier den Halben gelaufen und hat ihnen was vorgeschwärmt. Gleich hinter ihnen kommen Serhat, Yusuf, Mehmet und Önder, vier weitere Debütanten. Sie sind alle aus Antalya und laufen ebenfalls ihren ersten Marathon. Gäbe es diesen Lauf nicht, wüssten sie wahrscheinlich heute noch nicht, wie man Marathon schreibt, schon gar nicht wäre daran zu denken, dass sie selber die Laufschuhe schnüren. Das sind die wahren Erfolgsgeschichten.

Bei Kilometer 17 erreichen wir die Straße nach Lara Beach mit den großen Themenhotels. Auf der Gegenbahn kommen uns scharenweise die Marathonis entgegen, die Schnellsten sind allerdings schon vorbei. Beim mächtigen Sultan Palace kommt mir der Pumuckl entgegen: „Mensch, Klaus, hab ich einen Spaß.“ Wen wundert’s, auch beim Publikum, und das ist hier sehr zahlreich, kommt der Paradiesvogel sehr gut an.

Dann bei km 22,7 die Wende. Mal sehen, wo ich liege. Na, ja, da kommen noch jede Menge Läuferinnen und Läufer. Es ist warm geworden. Zum Glück kommen die Getränkestellen im Abstand von maximal 2000 Metern. Wasser (für innen und außen) gibt es reichlich, manchmal Iso, Bananen und Orangen. Jetzt steigt die Straße leicht an. Man sieht es nicht, aber man spürt es wenn es auf die 30km-Marke zugeht.

Jeffrey muss kämpfen. Er hat in den letzten Monaten nicht viel trainieren können. Bei der Kälte und dem vielen Schnee machten sich die Trainingspartner rar. Aber es gefällt ihm und er unterhält sich prächtig mit seinem neuen türkischen Freund Deniz, der geduldig und verständnisvoll jede Gehpause mitmacht.

An der nächsten Getränkestelle ziehe ich mir ein Gel rein. Der junge Türke will wissen, was ich da nehme. „Doping!“. Er versteht den Spaß. Seine Freundin meint: „Hast Du eines übrig?“

Es ist jetzt ziemlich bedeckt und vom Meer her weht ab und zu ein frischer Wind, was alles Andere als unangenehm ist. Sogar ein paar Tropfen meine ich zu spüren. Aber zum Regnen kommt es nicht. Es ist ein super Lauf an einem wunderschönen Tag.

Die letzten Kilometer sind hart. Praktisch vor meinem Quartier, dem Talya Hotel steht das 42km-Schild. Gleich bin ich im Stadion. Viele Zuschauer nicht mehr hier. Der Einlauf ist rustikal. Statt Tartanbahn gibt es seinen Sandweg, dann geht’s schnurstracks ins Ziel. Geschafft.

Meistens ist mir die Medaille ja egal. Sie verschwindet sowieso gleich in einer Kiste. Diese hier nicht. Sie ist ungewöhnlich, einfach schön. Öger hat die Schülerinnen und Schüler in Antalya aufgefordert, die Medaille zu gestalten und eine 11jährige Schülerin hat den Wettbewerb gewonnen. Danke, kleine Unbekannte.

Ja, Siegerin und Sieger gibt es auch. Sie kommen aus Deutschland, wie die meisten ausländischen Starter (70%). Sascha Velten macht bei den Männern das Rennen, Altmeisterin Birgit Lennartz bei den Frauen. Als Siegerpreis gibt es eine Flugreise nach Antalya mit einem einwöchigen all-inclusive-Aufenthalt im Super-Luxushotel "Mardan Palace". Gerüchten zu Folge soll der Bau des Hotels eine Milliarde Dollar verschlungen haben. Birigt lässt bei der Marathonparty am Abend ihren Preis zugunsten der Charity-Aktion „Adim, Adim“ (Schritt für Schritt) versteigern. 2000 Euro kommen zusammen. 

Siegerliste
Marathon – Männer
 1. Velten, Sascha       02:36:46 
 2. Yilmaz, Muharrem       02:45:41
 3. Kaya, Murat      02:46:32 

 Marathon – Frauen
 1. Lennartz, Birgit           03:10:30
 2. Mayer-Tancic, Ulrike           03:11:06
 3. Mallmann, Barbara          03:21:27  

380 Finisher

123
 
 

Informationen: RUNATOLIA Antalya Marathon
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