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Laufberichte

Neues und Bewährtes

06.01.13

Über uns ziehen Flugzeuge vom nahe gelegenen Flugplatz Weeze. Das erinnert mich daran, dass ich am Wochenende in wärmere Gefilde zu den Kanaren aufbrechen will. Dort soll es am 20. Januar auch einen Marathonlauf geben, aber ich möchte doch lieber hier dem deutschen Winter trotzen. Dann kann ich mich dort ganz entspannt nur erholen.

Ich habe mich bei den heutigen Temperaturen für eine leichtere Bekleidung entschieden, und komme damit bisher ganz gut zurecht. Von dick vermummt bis sommerlich luftig ist im Feld alles an Bekleidung vorhanden. Die Kilometerschilder passen ja für alle Runden und nach dem Verpflegungspunkt habe ich bald Kilometer 10 erreicht. Auch bei kühlen Temperaturen ist es wichtig, sich ausreichend an den Verpflegungsständen zu versorgen, denn der Kalorienverbrauch ist sogar etwas höher.

An der Pendelstrecke gibt es wieder ein großes Hallo, wenn sich Bekannte treffen. Gleich siebenmal trifft man sich hier und kann beobachten, ob der Vorsprung schmilzt oder größer wird.  Joe kommt mir entgegen und fotografiert wieder, was die Kamera hergibt. Kurz vor dem Wendepunkt erklärt der Moderator den Stand des Rennens und weiß über fast jeden Läufer eine kleine Geschichte zu erzählen. Inge und Christiane harren tapfer aus und feuern jeden Läufer an.

So geht es jetzt in die dritte Runde und ich vermisse etwas die große Musikanlage der Vorjahre. Aber aus verschiedenen Garagen und Scheunen dringt auch laute Radiomusik für uns zur Unterstützung. An der Strecke ist zuschauermäßig nur wenig los. Inge und Christiane ist es am Wendepunkt zu langweilig geworden und sie gehen nun gemütlich einen Teil der Runde ab. So bekommen sie auch mal eine andere Perspektive. Cirka 1 Kilometer vor dem Wendepunkt hat sich eine Hausgemeinschaft als Fanposten gebildet und wird von Runde zu Runde lauter. Hier hat man mittlerweile auch eine Welle einstudiert.

In der vierten Runde habe ich die Halbmarathonmarke erreicht und meine Uhr zeigt 2:06. Die führenden Läufer überrunden mich jetzt wieder und Benedikt Strätling von Adler Langlauf Bottrop hat sich schon einen schönen Vorsprung erarbeitet. Mit 2:46:12 wird er hier heute der Sieger sein.

Auf der Pendelstrecke bin ich froh, dass nun die gesamte Strecke asphaltiert ist. In den Vorjahren war dies an der Jugendherberge nicht der Fall und der Untergrund wurde dann immer von Runde zu Runde tiefer. Das hat dann doch noch zusätzlich Kraft gekostet. Ich versorge mich jetzt an den Verpflegungspunkten auch noch mit Bananen- und Honigkuchenstücken. Mit der fünften Runde haben wir dann Kilometer 30 erreicht und die ersten Läufer walken schon mal  ein Stück. Mir fallen die vielen älteren Läufer auf, bei denen der Kevelaer Marathon sehr beliebt ist. Mit Gerd Papcke ist sogar ein Läufer in der M80 unterwegs.

Eine Sollzeit sucht man hier vergebens und kann also unbesorgt seine Runden drehen. Mit dem ersten Start in diesem Jahr ist ja für alle eine persönliche Jahresbestzeit sichergestellt.

Ich freue mich auch mal wieder Eberhard und Angelika zu treffen. Sie haben die weite Anreise nicht gescheut, um heute dabei zu sein. Zuletzt hatten wir uns in Marburg gesehen. Auch Peter und Peer treffe ich immer wieder, um nur ein paar der vielen Bekannten zu nennen.

Dann signalisieren mir meine beiden Fans die letzte Runde und ich verabschiede mich schon mal an den Verpflegungsstellen von den freundlichen Helfern. Zum Abschluss der letzten Runde werde ich dann noch auf das 195 Meter lange Ausgleichsstück eingewiesen und es geht nun direkt ins Ziel. Nach 4:19:15 habe ich es geschafft und belege damit Platz 5 in meiner Altersklasse. Statt einer Medaille erhalte ich einen leckeren Honigkuchen und kann mich hier nochmals verpflegen. Auch alkoholfreies Weißbier ist jetzt dabei, da fängt das Neue Jahr gut an. Inge hat noch eine warme Jacke für mich und wir schauen uns noch den restlichen Zieleinlauf an. Bei 306 Finishern scheinen doch eine Menge Starter ausgestiegen zu sein. Ja, dass ist das Gefährliche, wenn man immer wieder am Ziel vorbeiläuft.

Die Umkleide- und Duschmöglichkeiten sind zwar geräumiger als in der beengten Jugendherberge, jedoch ist das Wasser zumindest für mich kalt. Nur schwer kann ich mich von all den Bekannten und Freunden verabschieden. Wer weiß, wann man sich wieder so zahlreich trifft. Nun ja, die meisten haben sich vorgenommen, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein, und dann heißt es auch für uns wieder: „Auf nach Kevelaer!“

Fazit: Der Umzug nach Twisteden hat sich gelohnt. Nun gibt es kein Teilnehmerlimit mehr und die Strecke ist durchgehend asphaltiert. Dies ist bei schwierigen winterlichen Verhältnissen ein großer Vorteil für den Organisator und die Teilnehmer. Bisher Bewährtes wurde beibehalten. Mit der sechs Kilometerrunde und dem Pendelstück haben die Läufer weiterhin genügend Abwechslung und immer die Möglichkeit sich unterwegs auszutauschen. Das ist es doch was den großen Reiz in Kevelaer ausmacht.

Marathonsieger

Männer

1 Strätling, Benedikt (DEU)  Adler Langlauf Bottrop 2:46:16
2 Francke, Sebastiaan (NLD)  Solinger LC 2:49:29 
3 Weiß, Peter (DEU)  SC Union 08 Lüdinghausen 2:49:44

Frauen

1 Lehmann, Anke (DEU)  LG Sport Matern 3:15:25
2 Müller, Susanne (DEU)  Renntiere 3:24:57
3 Schoofs, Erika (DEU) TSV Weeze 3:28:16

306 Finisher

12
 
 

Informationen: Kevelaer-Marathon
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