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Laufberichte

Das fängt ja gut an!

10.01.10

Der fünfte aus unserer Gruppe ist einer aus M35, der darf dann als Jüngster die Führungsarbeit machen, so meine Überlegung. Aber dann wird das Tempo unruhig und ich muss die Gruppe ziehen lassen.

Klaus sehe ich nun auf dem Rundkurs. Mal steht er am Wegrand, mal im Acker, immer auf der Suche nach Motiven. Es beginnen nun die Überrundungen. Volker Berka, Ex 3:16-Läufer und jetzt unermüdlicher Sammler (über 400!), ist einer der Ersten, im Bereich des Wendepunktes erhascht mich Eberhard mit seiner Kamera, dann lasse ich ihn sprichwörtlich stehen. Ich höre noch ein Lob von ihm. Angelika ist nur ein paar Meter von ihm entfernt und hat auch Worte für mich übrig.

Am Ortsrand von Winnekendonk sehe ich dann einen Stall mit Laufenten. Die sind durch unser Getrappel wohl neugierig geworden und haben sich ins Freie gewagt. Doch dann hat sie genug gesehen und schimpft wie ein Rohrspatz. Er hinten nach, muss aber das Maul halten. Wie im richtigen Leben.

Am Wendepunkt ist nun das Geläuf tiefer geworden. Der locker gewordene Schnee wird während des Rennens per Hand und Schneeschippe weggeschoben. Kraft kostet es hier nicht nur mir. Gut, dass uns Rockmusik aus der Konserve weitertreibt. Auch ein fachkundiger Moderator sorgt für Informationen unter den zahlreichen Zuschauern und Spaziergängern.

Wieder auf dem Rundkurs begegnet mir Klaus. Er hebt die Hand zum Abklatschen hin. Ich in meinem Laufdelirium bemerke das nicht. Später auf dem Rundkurs sehe ich eine Feldmaus im Galopp rennen. Wenn die mal nicht unter meine Räder, ääh Füße kommt. Ich muss einen längeren Schritt machen. Hoffentlich findet die wieder ihr Loch.

Halbzeit auf der langen Gerade. Fast ist die Sonne hinter den Wolken fast zu erkennen. Doch dann verschwindet sie wieder. Einzelne Schneeflocken.

Vorletzte Runde. Aus dem fröhlichen Laufen ist nun ein Kampf geworden und der Wind ist unangenehm. Er kommt von der Seite, lediglich auf dem letzten Teil des Rundkurses kommt er von hinten. Von hinten sind auch noch zwei Gegner an mir vorbei gegangen. Ich rechne mir so Gesamtplatz zwölf aus. Die Überholten zähle ich schon lange nicht mehr. Einige habe ich schon zwei Mal überrundet.

Am Wendepunkt lässt es sich nun besser laufen, denn der lockere Schnee ist vollends beseitigt. Immer wieder gibt es Zuspruch, ich kann nicht mehr antworten, hebe lediglich die Hand. Das Genick schmerzt. Ist es vielleicht die harte, nicht gewohnte Arbeit beim Holzeinschlag oder vielleicht schlicht der Seitenwind? Ich habe Probleme mich umzudrehen und lasse das dann bleiben. Wenn von hinten ein stärkerer kommt, dann kann ich den halt nicht mehr halten. Ist mir jetzt Wurscht.

Letzte Runde. In einer halben Stunde ist es vorbei, so motiviere ich mich. Auf dem Rundkurs zieht es mittlerweile wie Hechtsuppe, oder es kommt mir halt so vor. An einer windgeschützten Ecke haben sich treue Fans versammelt. Von Runde zu Runde sind es da mehr geworden. Jeder der Vorbeilaufenden wird namentlich angesprochen. Ist eine schöne Idee, dass der Vorname auf der Startnummer steht.

Es geht nun auf den letzten Teil des Rundkurses. Die zwei, drei Zuschauer haben ihren Glühwein vollständig vernichtet, denn kein verdächtiger Geruch lässt sich mehr erschnüffeln. Hoffentlich war das Getränk alk-frei, sonst bestünde die Gefahr des Blasens zur Feststellung einer eventuellen Fahruntüchtigkeit.

Mir ist auf den letzten zwei Kilometern nicht gut. Habe ich vielleicht zu wenig getrunken? Oder ist es Unterzucker? Ich nehme noch an der letzten V-Stelle süßen Tee.

Ich bin jetzt auch untüchtig und schon so langsam geworden, dass mich noch einer überholt. Aber ich habe Glück, der muss noch in die siebte Runde, ich kann jedoch am Wendepunkt geradeaus die letzten 195 Meter angehen und komme dann glücklich ins Ziel. Als Gesamtneunter. Da sind noch ein paar vor mir ausgestiegen.

Schnell tausche ich die nassen Klamotten aus. Ich will noch ein paar Bilder schießen. Es dauert nur wenige Minuten, dann sind die Finger eiskalt. Dann kommt Daniel ins Ziel und muss auf den letzten Metern noch seinen Muskelkrampf beim Endkampf bekämpfen.

Wir nehmen ein Erdinger mit zur warmen Dusche in der Juhe. Dort können wir uns noch die Zeit bis zur Siegerehrung mit Kaffee, Kuchen und anderen deftigen Spezialitäten vertreiben.

Bei der Siegerehrung erlebe ich dann eine Überraschung. Ich werde Zweiter bei den alten M50-Säcken mit 3.14.14 Stunden.

Der Dritte, Theo Krebber sagt dann auf dem Siegerpodest: „Du hast uns das Leben ganz schön schwer gemacht.“ Bei uns zu Hause in Oberbayern heißt es in einer solchen Situation: „Wer ko, der ko!“ Das fängt ja gut an, das Marathonjahr 2010.

Streckenbeschreibung:
Rundkurs mit Wendepunkt, 7 Runden a 6 Kilometer plus 195 Meter Zieleinlauf. Überwiegend asphaltierte Wirtschaftswege, die gut präpariert wurden. Strecke amtlich vermessen und daher bestzeitentauglich.

Zeitnahme:
ChampionChip.

Startgeld:
25 EUR.

Teilnehmerlimit:
400 Meldungen werden angenommen.

Auszeichnungen:
Finishershirt in Funktionsqualität. Honigkuchen beim Zieleinlauf. Urkunde bei der Siegerehrung oder im Internet, wird auch gegen Portoersatz nachgeschickt.

Verpflegung:
Pastaparty in der Juhe (gegen Entgelt), genügend V-Stellen mit Wasser, Tee, Cola, Obst und Honigkuchen

Zuschauer.
An den V-Stellen und beim Moderator. Einzelne Stimmungsnester.

Sieger Männer:
1. Michael Kaiser, Team belalaSola, 2.57.49
2. Falk Linke, TLV Rangsdorf, 3.01.05
3. Gerd Kehrbusch, Athletik Waldniel, 3.01.47

9. Anton Lautner, marathon4you.de, 3.14.14

Sieger Frauen:
1. Kirsten Sonnenschein, Marathon Dinslaken, 3.29.57
2. Möhrensiep Sybille, SUS Schalke 96, 3.30.09
3. Raifa-Gertrud Geltner, SUS Schalke 96, 3.35.32

Mannschaftswertung:
4. marathon4you.de (Lautner, Steiner, Ulmer), 10.55.39.

Fazit:
Der Kevelaer Marathon ist eine familiäre Veranstaltung. Wer solche Rundenrennen noch nicht gemacht hat, sollte das mal versuchen. Gute Verpflegung, günstiges Preis-/Leistungsverhältnis. Günstige Übernachung in der Jugendherberge. Da war ich nicht zum letzten Mal.

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Informationen: Kevelaer-Marathon
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