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Laufberichte

Marathon und Kuhschwanzbier

14.04.13

Die sechste Auflage des Elbdeichmarathon und damit mein sechster Start in Tangermünde lassen eigentlich keine außergewöhnlichen Dinge erwarten, sozusagen alles schon Tradition. Doch weit gefehlt. Tangermünde bietet immer wieder neue Eindrücke, neue Erlebnisse und ein besonderes Marathonwochenende.

Los ging es mit unserer Gruppe am Samstagmorgen gegen 9.00Uhr. Ohne dass es an der Haustür klingelte, hörte man schon Karin, Rudi und Alfred, die anscheinend bereits zu früher Morgenstunde aller bester Laune waren. Vorweg sei verraten, dass sich das das ganze Wochenende nicht mehr ändern sollte. Kaltes und ungemütliches Wetter, dazu eine Portion Wind und die seinerzeit übliche Portion Wolken begleiteten den Einstieg in dieses Marathonwochenende. Gemütlich und ohne Stress ging es schließlich mit zwei voll bepackten PKWs in Richtung Altmark. Es wurden die unterschiedlichsten Themen diskutiert, dass der Thunfisch von Andreas allerdings ein Schinken war, der vielleicht nur nach Fisch roch, war dann eine der bahnbrechenden Erkenntnisse dieser Fahrt. Was im Frauen-PKW bei Maria, Karin und Gabriela besprochen wurde, entzieht sich leider meiner Erkenntnis.

Keine Fahrt ohne Kuchenzwischenstopp, also auch hier ein Stopp für den obligatorischen Kaffees incl. selbst gebackenem Kuchen. In der Altmark drehten wir dann noch eine Extrarunde, um Rudi den Geburtsort seines Arbeitskollegen zu zeigen und dann ging es über die Elbe und rein nach Tangermünde.

Nachdem die Zimmer bezogen waren, bummelten wir Richtung Kaffee – Engel. Hier gibt es die zweifelsohne die leckersten Torten der Altmark. Ein weiterer Vorteil, die ersten Kohlenhydrate für den Marathon konnten auch schon gesammelt werden. Was will man also mehr. Anschließend ging es durch die Tangermünder Altstadt mit seinen vielen historischen Gebäuden zum Marathongelände, wo die Startunterlagen abgeholt und die erste Marathonluft geschnuppert werden konnte.

Dann stand ein Stadtrundgang auf dem Programm, der spannende und zum Teil lustige Einblicke in die Geschichte von Tangermünde bot. Eine Erkenntnis ist mir besonders heften geblieben: Das traditionsreiche Tangermünder Kuhschwanzbier erhielt seinen Namen, weil zu jener Zeit die Kühe von Flüssen weggetrieben werden mussten, wenn man Bier brauen wollte. Also kein Kuhschwanz in der Nähe der Tanger (Tangermünde liegt an der Mündung des Tanger in die Elbe) sein durfte. An diesem Wochenende scheint viel Kuhschanzbier gebraut zu werden, denn wir haben keine einzige Kuh auf den Weiden oder am Tanger gesehen …

Abgeschlossen wurde der Abend bei einer guten Portion Nudeln und einigen vielleicht nicht ganz ernst gemeinten Hinweisen zum eigentlich Lauf seitens Alfred, es war eben immer irgendwie Spaß dabei.

Der Marathonmorgen startete dann wie jeder Morgen vor einem Lauf mit der Frage: wie würde das Wetter wohl werden und was soll man anziehen? Fakt war eines, es wird den traditionellen Elbdeichmarathon–Wind geben, zudem verriet der Blick aus dem Fenster, dass es sonnig und warm würde. Dass die Organisatoren des Elbdeichmarathons einen guten Draht Richtung Petrus besitzen, der zudem bekanntermaßen ein Herz für Läufer haben dürfte, bewies dann auch der gesamte Sonntag. Allerbestes Sonnenwetter bei knapp unter 20 Grad, was will man mehr?

Ganz Tangermünde und die kleinen Dörfer drum rum hatten sich rausgeputzt, die politische Prominenz hielt ihre obligatorischen Ansprachen, dass der Lauf toporganisiert ist, gehört in die Kategorie „ist doch selbstverständlich“. Also, es war angerichtet. Mit viel guter Laune ging es Richtung Start-/Zielgebiet, wo bereits jede Menge los war.

Man merkte, dass der Elbdeichmarathon mit gut 1800 Läufern um fast 400 weiter gewachsen und auch dieses Jahr wieder ausgebucht war. Trotz - oder vielleicht gerade deswegen- kontinuierlicher Steigerung der Teilnehmerzahlen ist der besondere Charme dieser Veranstaltung, das familiäre Flair ungebrochen. Hier macht es Spaß, dabei zu sein.

Also auf zum Start und ran an die Strecke. Pünktlich um 10Uhr fiel der Startschuss zum Marathonlauf. Die Halbmarathonis wurden um 10.05Uhr und die 10km-Läufer um 10.20Uhr auf die Strecke geschickt. Wie auf Kommando schaute auch gleich die Sonne aus den Wolken hervor, also auf ins Vergnügen Elbdeichmarathon, dachte ich mir. Geplant war, die Strecke in 4Std zu absolvieren, da der Lauf eigentlich traditionell meine Vorbereitung auf meine UltraMarathon-Saison einläutet, die bisherige Vorbereitungsphase aber durch Grippe um fast 1/3tel verkürzt werden musste. Also nicht die aller besten Voraussetzung.

Nach dem Startschuss wurde das Läuferfeld mit viel Applaus auf die Strecke geschickt. Die ersten Kilometer liefen Rudi, Alfred und ich noch zusammen, dann ging aber schließlich jeder sein Tempo an. Die ersten Kilometer waren fürs Rhythmussuchen bestimmt, der schließlich schnell gefunden war. Da die Organisatoren die Streckenführung aufgrund der stark gestiegenen Teilnehmerzahlen auf den ersten Kilometern geändert hatten, ging es zunächst durch Tangermünde, um dann Richtung Boilsdorf in die Elbniederung abzubiegen.

 
© Veranstalter 7 Bilder

Nachdem wir Tangermünde verlassen hatten, gab es direkt die volle Ladung Natur zu erleben. Die Weite der Elbniederung, viele Wildgänse und Rehwild auf der weiten Flur, kleine Bäche mit knorrigen Bäumen. Für Liebhaber der Landschaftsläufe jede Menge zu schauen. Die Dörfer Boilsdorf, Buch und Schelldorf hatten wieder für richtig Stimmung an der Strecke gesorgt und schickten das Läuferfeld auf dem weiteren Rundkurs, schließlich an den Elbdeich und damit zurück nach Tangermünde. Auch hier bot sich mit der Elbe und den Elbauen wieder eine herrliche Laufkulisse. Der Hit war aber zweifelsfrei der Blick vom Deich auf Tangermünde. Die Elbe auf der rechten Seite, die Kulisse der Stadt vor einem und alles bei Sonnenschein, was will man mehr?

Ein besonderes Lob ist schließlich auch an die vielen Helfer fällig. Immer freundlich und hilfsbereit, immer gut drauf. Die Helfer an den Verpflegungsstationen motivierten die Läufer, hatten fetzige Musik parat und immer ein motivierendes Wort auf den Lippen. Auch in der Elbniederung hatte man nie den Eindruck, alleine zu sein. Echt klasse und ein extra Danke!

Dass man mehr bekam als “nur Laufen in der Natur”, wurde den Marathonis dann auf der zweiten Runde schnell klar. Flog die erste 21km – Runde, auch aufgrund des Betriebs durch die Halbmarathonläufer, noch so dahin, zeigte die zweite Runde, dass dieser Lauf auch eine anspruchsvolle, wenn auch flache, Streckenführung hat. Die ersten Kilometer der Runde in Tangermünde waren noch vor Wind geschützt, was sich aber am Ortsausgang direkt änderte. Nun kam der Wind für die nächsten ca. 10km von vorne. Hier hieß es, konzentriert gegen den Wind zu arbeiten und auf den eigenen Puls zu achten, dass man nicht überdreht. Dazu immer wieder die Laufzeit kontrollieren.

So gingen die Kilometer dahin, wobei aus der ersten Runde auch klar war, dass sich ab Schelldorf die Windrichtung auf der Strecke verändern würde. Von dort, wo ein Wendepunkt eingebaut war, ging es mit dem Wind im Rücken einige Kilometer weiter. Dann, am Deichfuß, stand die Luft förmlich. Jetzt knallte die Sonne auf die Strecke, kein Lüftchen regte sich. Hier hieß es nochmals kämpfen und jetzt machten sich dann auch die fehlenden Trainingskilometer bei mir bemerkbar. Mein Blick auf die Uhr zeigte aber, dass der Puls in Ordnung war. Also weiter in Richtung Tangermünde, denn es geht weiter, immer weiter.

Neben der Witterung gab es in Sachen Laufuntergrund auch einige kleinere Unebenheiten in der Elbniederung zu durchlaufen. Hier, wo Betonplatten als Wegbefestigung dienen, musste man manchmal etwas genauer hinsehen, wo man hintritt. Dies brachte den Laufrhythmus immer wieder etwas aus dem Takt, hielt sich aber in Grenzen. Der Laufuntergrund beim Elbdeichmarathon ist generell absolut ok, zumal bei einem Landschaftslauf nun mal nicht überall mit ebenen Wegen zu rechnen ist. Der Untergrund wechselt von Kopfsteinpflaster über Straßenteer bis hin zu Beton und Pflaster. In der Summe auch hier alles im Lot.

Trotz fehlender Trainingseinheiten lief es alles in allem ruhig und rund. Das Zeitpolster, das ich in der ersten Runde planmäßig rausgelaufen hatte half nun, trotz der drückenden Wärme, innerlich ruhig zu bleiben. Alles war in Ordnung. Vor mir tauchten immer wieder einige Läufer auf, die sich mit der Strecke verkalkuliert hatten und nun der Wärme am Deichfuß Tribute zollen mussten. So konnten noch einige Plätze gut gemacht werden, was die eigene Motivation weiter steigerte.

Schließlich ging es wieder auf den Deich. Nur noch 4km. Die letzte Versorgungsstation, noch einmal Verpflegung aufnehmen und sich körperlich sammeln und dabei die Aussicht auf Tangermünde genießen. Besonders der Blick vom Deich ins Hafengebiet und damit auf Start/Ziel ist einmalig. Hier, wo alle Strapazen abfallen, wo man sich auf die letzten Meter freut, wo man wie von alleine Richtung Zielbanner unterwegs ist, geht es rauf auf die Ziellinie.

Da war es dann wieder, dieses Marathongefühl, für das man 42,195km läuft, für das man unzählige Trainingskilometer absolviert. Das Wissen, es wieder geschafft zu haben und die besondere Atmosphäre der Zielgeraden, die von vielen hundert Tangermünder Zuschauern mehrreihig gesäumt war, sorgt für Gänsehaut. Besonders gefreut habe ich mich über die Geste des Moderators, der es sich nicht nehmen lies, mit mir einige Meter in Richtung Ziellinie gemeinsam zu laufen.

Einmal mehr hatte man hier das Gefühl, bei Freunden zu laufen, toll. Schließlich der Blick auf die Uhr, die für mich bei 3:57Std stehen blieb. Hinter der Ziellinie wartete schon unsere WLT.Laufgruppe, die neben den Zuschauern richtig Alarm gemacht haben. So macht Marathon Spaß.

Das Fazit dieses Laufwochenendes ist ungeteilt positiv. Wir waren mit einer richtig lustigen WLT.Gruppe unterwegs, hatten jede Menge Spaß. Es gab Kuchen, Kultur, Kuhschwanzbier (komisch, fängt alles mit „K“ an) und eine super toll organisierte Laufveranstaltung.

Fürs Kuhschanzbier können die Organisatoren, allen voran Carsten Birkholz, vermutlich nichts, für die gesamte Organisation gebührt ihnen allen aber ein großes Lob und hoher Respekt. Ich werde auch im nächsten Jahr wieder dabei sein und meinen siebten Start bei der siebten Auflage des Elbdeichmarathons in Angriff nehmen. Und vielleicht schaffe ich es dann ja auch zur am Freitagabend zur Eröffnungsfeier dabei zu sein. Da soll es richtig abgehen.

 

Marathonsieger

Männer

1 Pinno , Karsten LG Ihleläufer Burg 02:46:04
2 Stöber , Torsten Vorwärts Zwickau 02:51:34
3 Stach , Mario TSV Schackensleben LG Hopfen 02:56:52


Frauen

1 Ricke , Sandra TSV 1850/09 Korbach 03:22:53
2 Liepner , Sybille Bernauer Lauffreunde 03:32:29
3 Ratz , Dörte Ammersbek 03:42:12

118 Finisher

 

Informationen: Tangermünder Elbdeichmarathon
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