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Frühling auf dem Deich

 

Der Elbdeichmarathon in Tangermünde gehört, das mögen die sich jährlich wiederholenden Spitzen - Platzierungen bei den Marathonwertungen in den Fachmedien belegen, mittlerweile sicherlich zu den angesagtesten Veranstaltungen in Deutschland. Eines ist aber auch unumstößlich sicher: diesen Zuspruch muss man sich Jahr um Jahr neu verdienen. Dass die Organisatoren und Helfer diesem Anspruch immer wieder mehr als gerecht werden, zeigte der 8. Elbdeichmarathon bei schönem  sonnigem Frühlingswetter auch dieses Jahr wieder.

Und wieder bin ich mit insgesamt 28 Läufern und Fans des Wildeshauser Lauftreff dabei. Am Samstagnachmitttag und -abend stehen Kultur und Geselligkeit im Mittelpunkt. Erst ein gemütliches Stück Kuchen im Café Engel auf der Gartenterrasse im Hinterhof, dann eine Stadtführung mit Besichtigung des historischen Rathaussaales, der Tangermünder Kirche sowie jede Menge Wissenswertes rund um die über 1.000jährige Kaiserstadt an der Elbe. Abgesetzt werden wir nach dem Stadtbummel von der Gästeführerin schließlich auf der Sonnenterrasse des Tangermünder Schlosses. Von hier hat man einen tollen Blick über die Elbniederung und hinunter zum Marathongelände. Naja und etwas für den Flüssigkeitshaushalt des Körpers wird natürlich auch getan.  Also alles im Plan…

Dann die Startnummern abholen und anschließend zum Strategiegespräch in den historischen Rittersaal der „Alten Zecherei“. Dieses Restaurant wurde in dem Gebäude einer ehemaligen Kirche eingerichtet und bietet ein einmaliges mittelalterliches Ambiente. Genau der richtige Rahmen für einen geselligen Abschluss des Tages.

Der Marathonmorgen fängt mit immer gleichen Fragen an: Was ziehe ich an?  Leicht windig soll es werden, dazu ein Mix aus Sonne und Wolken. Herausgekommen ist allerschönstes, sonniges Frühlingswetter mit fast 20 Grad, dazu später eine nette Brise Wind und beste Weitblicke in die Elbniederung. Petrus hat an diesem Sonntag ein Herz für Läufer.

 
© Gerhard Draschowski

Es bleibt vor dem Start noch etwas Zeit, um in geselliger Runde zu plauschen und das sich langsam füllende Marathongelände zu beobachten. Schon interessant, wie unterschiedlich die vielen Läufer doch sind, auch wenn sie alle ein gemeinsames Interesse haben. Ein Teil der WLT-Gruppe nimmt an der Läuferandacht teil. Eine sehr schöne Idee, für ein viertel Stündchen inne zu halten und sich auf diesen Marathontag mit seinen vielen Herausforderungen, Eindrücken und Höhepunkten vorzubereiten. Da auch die Kirchenoberen bereits in Laufsachen gekleidet sind  und in diesem Outfit auf der Kanzel stehen, ist die Atmosphäre locker und nicht wie sonst in der Kirche. Die Idee, die Andacht in dieser Form abzuhalten, finde nicht nur ich klasse, wie der große Zuspruch belegt.

Pünktlich um 10.00 Uhr wird das Läuferfeld von knapp 400 Marathonis auf die Strecke geschickt. 10 Minuten später folgen die Halben und weitere 10 Minuten später die 10km Läufer. Der Beifall vieler hundert Tangermünder begleitet uns. Erst entlang des Tangers durch Tangermündes sonnige Stube (wie der Bürgermeister die Hafenpromenade mit der tollen Altstadtkulisse einmal bezeichnet hat) und schließlich raus aus der Stadt und rein in die Elbniederung, hin zu den Dörfern Boilsdorf und Buch, wo die Einwohner für tolle Stimmung sorgen.

Wir laufen weiter entlang von Feldern und Wiesen Richtung Elbe. Eine kurze Schleife führt uns hinter den Deich und zu einer Wendemarke. Recht spannend ist dieser Teil der Strecke, denn hier treffen das Marathon- und Halbmarathonfeld zusammen. Bereits von weitem sieht man die vielen hundert Läufer, die sich hier, der Streckenführung sei’s gedankt,  mehrmals begegnen. Ein beeindruckendes Bild in der weiten Elbniederung, wie sich die endlos scheinende Läuferschlange durch die gut befestigten Feldwege und entlang des Deiches schlängelt. Schließlich führt die Strecke weiter am Deich entlang und wieder rein nach Tangermünde. Für die Marathonis geht es vor der Ziellinie über die Wendemarke und erneut raus auf einen weiteren Teil des Rundkurses. Die Halbmarathonis haben jetzt bereits ihre Ziellinie erreicht. Die Stimmung und das ganze Drumherum sorgen für Gänsehaut.

 
© Gerhard Draschowski 15 Bilder

Auf der zweiten Runde sind die Marathonis unter sich. Es ist ruhiger und man kann die Landschaft genießen. Die endlos scheinenden Straßen durch die Felder und durch die Elbniederung sind dabei durchaus eine mentale Herausforderung. Schritt für Schritt, Minute für Minute muss man sich erkämpfen. „Im Laufrhythmus bleiben und durchhalten“, lautet die Devise. In der ersten Runde hatte ich mich tempomäßig eher an den Halbmarathonis orientiert, jetzt lasse ich es ruhiger angehen, halte Puls und Tempo konstant, was bei fast permanentem Gegenwind nicht einfach ist. Kurz vor Buch kommt eine windstille Passage und ich freue mich schon auf den Windschatten am Deichfuß bei praller Frühlingssonne.

Ab und an überhole ich einen Läufer, dann aber kommen Rudi, Wolfgang und Ralf und ziehen an mir vorbei. Puls kontrollieren, Verpflegung aufnehmen, erfrischen und weiter. Wieder die Elbniederung, wo vorhin noch Hochbetrieb war.  Jetzt herrscht absolute Ruhe. Bis auf die Helfer, die unermüdlich ihren Dienst tun und die Läufer anfeuern. Motivation für die nächsten Kilometer!

Jetzt  geht es ein letztes Mal am Deichfuß entlang. Es ist  warm und anstrengend. Aber warum  nicht? Es ist Marathon. Vor mir taucht ein Läufer auf, der merklich zu kämpfen hat. An der letzten Verpflegungsstelle ist er hinter mir. Die Erfrischung tut gut und hilft auf den letzten Kilometern. Wir laufen  auf dem Deich, der Blick geht  über die Elbe, auf den Kirchturm und die Altstadtkulisse von Tangermünde. Toll.  Fast 4km bleiben wir auf dem Deich, dann weisen uns noch immer motivierte Helfer auf die Zielgerade ein.

Und da ist es wieder,  dieses ganz spezielle Gefühl, das mich nun schon zum achten Mal beim Einlauf in den Hafenbereich überkommt. Die Stadtmauer, die Altstadttürme, der Tanger und die vielen applaudierenden Zuschauern – immer gleich. Immer gleich schön. Dafür lohnen sich alle Strapazen, die vielen Trainingskilometer und der Kampf gegen den Wind und den inneren Schweinehund. Es macht einfach Spaß.  4:01:23h, der 21 Rang in der Altersklasse und der 54. Insgesamt, sind schön. Aber nicht die Hauptsache.

Das Fazit ist wie jedes Jahr: tadellos organisiert, das Helferteam um Organisator Frank Birkholz hat wieder einen super Job gemacht und Tangermünde ist eine tolle  Marathonkulisse. Man spürt es, das  Event wird von der ganzen Stadt und den umliegenden Dörfern mit ihren Vereinen getragen.

Was ich nicht vergessen will, ist der perfekt organisierte Duschen-/Umkleidebereich direkt im Marathongelände. Einen solchen Duschtruck habe ich noch nicht gesehen. Damit setzt der Elbdeichmarathon zweifelsfrei Maßstäbe auch neben der Strecke.

 

Informationen: Tangermünder Elbdeichmarathon
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