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Laufberichte

Mainz bleibt Mainz

14.05.06

„Ich hoffe, ihr habt gut gefrühstückt, ...

 

... sonst bleibt ruhig liegen, es laufen 9.000 drüber.“ So charmant stimmte der Moderator am Mikrofon die Läufer/innen auf ihre Tour durch Mainz ein. Hätte er nicht sagen müssen.

 

Mein Frühstück im Dorint-Novotel war fürstlich. Aber auch sonst bleibt in Mainz keiner liegen. Schon gar nicht beim Start. Halbmarathonis, 2/3-Läufer und Marathonis starteten nämlich gemeinsam, und so war die Straße zu Beginn so verstopft, dass sich keiner hinlegen konnte. Und später wollte sich keiner mehr hinlegen. In der ersten Runde wurde man nämlich von den Zuschauern und Musikgruppen so aufgepeitscht, dass man auch auf der zweiten – ruhigeren - Runde noch genug Reserven hatte.

 

Wer eine Woche zuvor in Hannover gelaufen ist, hat hier einen wirklich phänomenalen Unterschied spüren können. Dabei kann es an der Strecke selbst nicht gelegen haben: Die ist auch in Hannover absolut ansprechend. Aber die Zuschauer! Im Radio war von erwarteten 100.000 die Rede, also etwa so viel wie in Mainz erwartet wurden. Also, ich weiß ja offensichtlich nicht, wie Zuschauer gezählt werden: Die gefühlte Marathon-Zuschauerzahl in Hannover gebe ich mal mit 2.500 bis 3.000 an und unterschlage dabei, dass ich manche Zuschauer auf den zwei Runden drei Mal gesehen habe.

Informationen: Gutenberg-Marathon Mainz
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteFotodienst HotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

In Mainz dagegen war es nicht möglich, sich Zuschauergesichter zu  merken: Die ganze Stadt steht Kopf und reißt die Läufer einfach mit. Fairerweise muss man zu Hannover aber noch ergänzen, dass die Halbmarathonis dort allein laufen und die ersten schon im Ziel sind, wenn die Marathonis starten. Und man kann von den Zuschauern realistischerweise ja nicht Höchstleistungen mit 6 Std. Dauerunterstützung erwarten. Dies ändert aber nichts an der ausgelassenen Stimmung in Mainz. Und jetzt ist klar, warum der Marathon schon nach dreieinhalb Wochen ausgebucht war.

 

 
In Mainz stehen sogar die Bananen Kopf
© marathon4you.de 2 Bilder

Gerade eingelaufen heizte die erste Gruppe die Läufer auf der Rheinallee hinter dem kurfürstlichen Schloss am 2/3-Ziel ein. Auf dem Betriebsgelände der Schott AG erwartete die Läufer nicht nur der erste Verpflegungsstand und eine Zuschauertribüne, sie wurden auch von einem werkseigenen Moderator gebührend in Empfang genommen.

 

Später dann in Mombach spielen in kurzen Abständen drei Musikgruppen auf, weitere folgen auf dem Weg in die Altstadt. In der Kapuzinerstraße fällt mir ein Geschenkartikelladen mit der Firma „COCOLORES“  auf. Mir erklärt später ein Läufer aus Kolumbien, dass das Wort für „Leben mit Farben“ steht. Ja, bunt ging es in Mainz zu.  Passt gut zum Marathon.

 

 
Lauf durch die Altstadt
© marathon4you.de

Auf der Strecke nach Weisenau sieht man die entgegenkommenden Sprinter und kann sich ein Bild von deren physischer Verfassung machen. Schade, irgendwie sehen etliche doch schmerzverzerrt aus, oder sollte ich besser sagen: konzentriert. Die Sonne macht einigen zu schaffen. Andere genießen das gute Wetter: Auf der Strecke läuft Hans Jörg Meyer vom VfB Theley und macht hier als One-man-Band eigene Musik. Wenn gerade mal keine Musikgruppe spielt.

 

 
Hans Jörg Meyer, die One-Man-Band auf der Strecke
© marathon4you.de

Dann treffe ich auf Dirk Weingarten von Jetzt-Erst-Recht.com, einem neu gegründeten Jura-Repetitorium. Nein, heute ist juristischer Rat nicht gefragt, alles läuft und klappt prima. Run and fun ist die Devise. Bestes Beispiel ist Marion Theis, die „zeitlos glückliche Spaßläuferin“ im knall-gelben T-Shirt mit der Startnummer F673. Sie schafft den Halben in 1:58.

 

 

 
© marathon4you.de

Ein anderer Spaßläufer ist Stefan Müller vom Skiclub 1930 Bingen, der nach dem Motto „Minimax“ läuft: 30 km betrug die gesamte Vorbereitung, nicht etwa pro Woche! Es reicht für 1:59:01. Auf meinen skeptischen Blick  hin ergänzt er: Eigentlich bin ich Skater. Na also. Wurden hier die physikalischen Gesetze doch nicht außer Kraft gesetzt. Und ein Charmeur der besonderen Art ist Thomas Blüchel aus Mainz mit seinem Gruß an alle Mütter auf seinem T-Shirt: „Muttertag – Nein danke!“

 

 
© marathon4you.de

Viele Individualisten sind unterwegs. Auch Franz Feller vom LTF Marpingen ist einer von Ihnen. Man erkennt ihn sofort, dieses Ausdauer-Urgestein mit seinen prähistorischen Laufschlappen. Mit seinen 66 Jahren und 115 100 km-Läufen läuft heute als Dr. Martin Preiß in der M40, natürlich unter 4 Std., und natürlich ist bei ihm nicht die geringste Anstrengung zu bemerken. Er sieht mich an: „Hallo Klaus, hast dich nicht von meinem Namen auf der Startnummer irritieren lassen.“ Ach ja, heute heiße ich ja Klaus. Es dauert etwas, bis  ich mich daran gewöhnt habe. Schön, dass die Mainzer so flexibel sind. Wir reden noch eine Zeitlang über Ultras, bis ich wieder ein Motiv vor der Linse habe.

 

Die Zeit vergeht wie im Flug. Schon sind wir auf der Rheinbrücke nach Wiesbaden, Ortsteil Mainz-Kastel. Wieder ein Streckenabschnitt so richtig zum Genießen. Und auch in Kastel und Kostheim steppt der Bär.

 

Auf der zweiten Runde geht es dann etwas ruhiger zu. Die Musikgruppen in Mombach machen Pause. Aber die Zuschauer am Straßenrand zeigen die Ausdauer von Ultramarathonis. Es wird noch ein bisschen wärmer. Aber die Helfer/innen an den Verpflegungsständen haben alles im Griff. Jeder bekommt, was er braucht. Auch Cola gibt es an einem Stand. Da sitzt jeder Handgriff. Obwohl die meisten nur den Halben und mehr als 800 die Zwei-Drittel-Strecke laufen, wird es auch auf der zweiten Runde nicht langweilig. Einzigartig ist dann das Zuschauerspalier auf dem letzten Kilometer. Mainz bleibt eben Mainz.

 

Und wenn dann eine gelungene Veranstaltung noch mit einem neuen Streckenrekord gekrönt wird, was will  man mehr. Andrej Naumov setzte mit 2:13:56 einen neuen Maßstab.

 

Und auch nach dem Überqueren der Ziellinie stimmt alles. Reichhaltige Verpflegungsstände im Ziel runden das Bild ab. Und nach dem Duschen ist Relaxen am Rhein angesagt.

 

Übrigens: Die Mainzer lassen sich auch bei Hektik nicht aus der Ruhe bringen. Nur für eine Sekunde sehe ich leichte Nervosität aufkommen: Als ich unter dem Zelt mit den schön aufgebauten Marathon-Weinflaschen (trockener Rivaner) stehe und der Wind am Rhein einen Anlauf nimmt das Zelt aus den Angeln zu heben. Hat nicht viel gefehlt.

 

Fazit:

Marathon in Mainz – Das Super-Event!

 

 

 

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