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Laufberichte

Zeitlimit! (2. Teil)

13.03.11

Um 5.30 Uhr klingelte der Wecker, kurz vor sieben holte ich Angelika ab, dann Bernd und eine Stunde später waren wir in Kandel. Diese Traditionsveranstaltung – 36. Marathon, 33. Halbmarathon - ist beinahe ein Gegenentwurf zu Nürnberg: Dort eine kleine, intime, heimelige Veranstaltung mit 170 Teilnehmern, ohne Druck und Hektik, hier 10mal so viele Teilnehmer (1.863 Finisher), 575 beim Marathon und 1.228 beim Halbmarathon, die meisten davon ambitioniert, ist doch Kandel ein Lauf mit bekannt schneller Strecke.

Aber Kandel hebt sich wohltuend von anderen Großveranstaltungen ab. Das beginnt schon bei dem großzügigen Parkplatzangebot, geht weiter vor dem Eingang, wo Händler aus der Umgebung heimische Produkte anbieten und hört nicht auf bei der Marathonmesse, die nicht so „geschleckt“ und „stromlinienförmig“ ist, wie bei vielen anderen Veranstaltungen.

Aber das alles nur nebenbei, unser Hauptaugenmerk lag heute auf unserer Verfassung, die für zumindest fünf Stunden Marathonzeit ausreichen sollte und das waren 7:06 min/km oder gar schneller. Bernd wollte und konnte schneller laufen und reihte sich weiter vorne im Startfeld ein.

Auch in Kandel ist der Start um 10 Uhr und traditionsgemäß gab Ministerpräsident Kurt Beck das Signal. Nach zwei Minuten waren auch wir über den Zeitmatten und das „Rennen“ konnte beginnen. Wie so häufig lief Angelika schneller los als geplant und ich versuchte mit Hilfe meiner Uhr und den ersten Kilometermarkierungen das Tempo zu justieren.

 
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Ein paar waren heute mit dabei, die auch am Vortag in Nürnberg bereits gelaufen sind. Niko würde wie immer schnell unterwegs sein, aber Familie Kaltwasser und vielleicht Klaus Neumann könnten wir einholen. Jörg lief die ersten Kilometer mit mir, seine Frau aber war davon geeilt. Ob sie das Tempo einhalten konnte? Ich auf jeden Fall war mit 6:50 min/km etwas schneller als geplant. Aber es ging mir gut, nichts tat besonders weh, meine Oberschenkelmuskeln meldeten sich überhaupt nicht und also vertraute ich meinem Gefühl und Erfahrung.

Das Wetter war geradezu ideal, vielleicht 15 Grad, bedeckt und ab und zu nieselte es ein wenig. Irgendwo zwischen km 9 und 10 bog der Weg rechts weg auf die für den Verkehr gesperrte Kreisstraße und es begann der Teil des Kurses, für den Kandel bekannt ist: ewig lange gerade, ebene Straße, eine Kurve, zwei Haken und schon wäre der erste Wendepunkt erreicht.

So weit aber war ich noch nicht. Bereits zwei Kilometern bevor ich auf diesen Abschnitt einbog, war mir der führende Halbmarathoni entgegen gekommen, danach immer mehr und jetzt auf der Kreisstraße kamen uns jede Menge von ihnen entgegen. Diesen Abschnitt mag ich besonders in Kandel - wegen der Studien, die man machen kann, wenn man die vielen hundert entgegen kommender Läuferinnen und Läufer beobachtet.

 
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Ab km 12,5, dem Wendepunkt der Halbmarathonis, war es schlagartig vorbei mit dem Trubel. Vor mir sah ich nur noch wenige Läufer und hinter mir kamen noch zwei oder drei. Angelika hatte ich eingeholt und ab jetzt liefen wir zusammen unser Tempo, das sich auf 6:48 min/km eingependelt hatte. Immer noch lief es gut und ich war optimistisch, dass das anhalten würde.

Auf dem Abschnitt bis zur ersten Wende (ca. km18) wurden wir durch die entgegenkommenden Marathonis abgelenkt, auf dem Rückweg aber wurde es ziemlich einsam, bis es bei Kilometer 22 rechts weg zur zweiten Wende ging: fünf Kilometer hinein in den Wald, wenden und dieselbe Strecke wieder hinaus. Hier war wieder Leben auf der „Gegenfahrbahn“ und da wir unser Tempo immer noch halten konnten, überholten wir auf diesen zehn Kilometern einige, die nicht mehr ganz so fit waren.

 
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Wir waren wieder zurück auf der Kreisstraße und hatten jetzt die etwa sechs Kilometer nahezu gerader Straße vor uns. Mein Gefühl hatte mich nicht getäuscht, wir konnten auch jetzt noch das Tempo halten und verschwendeten keinen Gedanken an eine Gehpause. Drei oder vier weitere Mitstreiter konnten wir hier überholen, bevor es dann wieder links weg in den Wald ging.

Die letzten vier Kilometer brachten wir auch noch gut hinter uns. Ich war im Hochgefühl, dass es heute so gut lief und das motiviert natürlich zusätzlich. Mit 4:46:08 h kamen wir dann ins Ziel, immerhin 17 kamen noch nach uns an. Wir waren rundum glücklich, so dass ich sogar vergaß, ein Finisherfoto zu machen. Die Auswertung ergab dann noch, dass ich jeden einzelnen Kilometer gleichmäßig gelaufen bin, +/-4 Sekunden und am Schluss sogar noch etwas zulegen konnte.

 
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Seit zwölf Jahren laufe ich (Jahrgang 1946) bei Wettkämpfen mit, zuerst nur 10km, eineinhalb Jahre später den ersten Marathon (2000) und weitere zwei Jahre später den ersten Ultra (2002). Obwohl ich in der Folgezeit viele Marathons und Ultras gelaufen bin, blieb ich doch auch immer den kurzen, schnellen Wettkämpfen treu. Heute habe ich 182 Marathons / Ultras hinter mir, aber auch 129 Wett-kämpfe über kürzere Distanzen (10km, HM), wobei ich tatsächlich zwischen Läufen und Wettkämpfen unterscheide. Jeder Marathon oder Ultra ist für mich ein Lauf, bei dem das Erlebnis im Vordergrund steht und die Zeit erst an zweiter Stelle. Beim Wettkampf hingegen gebe ich auch heute noch alles, da ist mir die gelaufene Zeit am wichtigsten, je schneller desto zufriedener.

Wenn ich nun das vergangene Wochenende mit dem identischen von 2004 vergleiche, kann ich sehr zufrieden sein: In Nürnberg 7,5 km weniger geschafft, in Kandel die Zeit von damals gehalten. Insgesamt weniger Leistungsverlust in diesen sieben Jahren als ich befürchtet habe. Ich werde also genau so weiter machen wie bisher. Viele schöne Landschaftsmarathons und Ultras im Wohlfühltempo und  damit ich nicht zu langsam werde, alle 8-10 Tage eine schnelle Trainingseinheit, ab und zu einen Wettkampf über 10km oder Halbmarathon und zumindest einen schnellen Marathon im Jahr.

Wenn darüber hinaus mein Körper auch zukünftig so wenig Probleme macht wie bisher, kann mich der eine oder andere Leser in zehn Jahren, sofern er dann noch läuft, bei einem Lauf in der AK75 antreffen.

Ach so, beinahe hätt ich es vergessen: Leute achtet auf euer Gewicht, sorgt dafür, dass es nicht nach oben geht. Das ist zwar ein ständiger Kampf, aber es lohnt sich!

Marathonsieger

Männer

1  Neuschwander, Florian (GER)  PST Trier 02:28:17
2  Mages, Dominik (GER)  LAC Quelle Fürth 02:34:24
3  Dörr, Hans-Jörg (GER)  TV Hatzenbühl 02:37:03

 
Florian Neuschwander
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Frauen

1  Rauschenberg, Eve (DEU)  LC Haßloch 02:49:43
2  Steg, Kerstin (DEU)  LAC Quelle Fürth 02:51:01
3  Bittel, Silke (GER)  LAC Quelle Fürth 03:03:39

575 Finisher

 

Bildimpressionen vom Bienwald Marathon

von Klaus Duwe

 

 
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Informationen: Bienwald-Marathon
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