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Viel Lob und ein faktischer und ein moralischer Sieger

25.07.20
Quelle: Pressemitteilung

Der Italiener Riccardo Montani hat am Samstag am Swissalpine in Davos den neuen Königslauf (K68) in gut sechs Stunden in einem dramatischen Finale vor dem Schweizer Raphael Sprenger gewonnen. Zum moralischen Sieger wurde der drittplatzierte Zürcher Stephan Wenk erklärt, weil er unterwegs einen grossen Umweg machte. Bei den Frauen triumphierte die Tschechin Marcela Vasinova. Den K23 entschied der Davoser Langläufer Jason Rüesch für sich.

67 Kilometer Distanz, 2606 Meter Höhendifferenz, vier Pässe, ein Panoramatrail und acht Täler mit Start und Ziel in Davos – das sind die Eckdaten des K68, des neuen Königslaufs, der am Samstag am 35. Swissalpine erstmals ausgetragen wurde. Am schnellsten bewältigte der 27-jährige Italiener Riccardo Montani den Parcours. Er benötigte für den anspruchsvollen Parcours 6:12:28,2 Stunden.

 

 

Montani setzte sich erst auf dem letzten flachen Kilometer durch. Lange hatte der in Zürich wohnhafte Thurgauer Raphael Sprenger das Rennen angeführt. Im Finale verfügte der Italiener aber noch über die grösseren Kraftreserven. „Ich hörte, wie das Publikum auf den letzten Kilometern den Führenden anfeuerte, und dann sah ich ihn auch vor mir, was mir nochmals einen Energieschub verlieh“, sagte Montani. Sprenger verlor bis ins Ziel nach mehr als sechsstündigem Kampf noch 16,4 Sekunden. Er freute sich mehr über seine starke Leistung als die späte Niederlage. „Montani war am Schluss einfach stärker“, bemerkte er sportlich.

 

Wenks langer Umweg

 

Frust herrschte hingegen im Zielraum beim drittplatzierten Stephan Wenk. Der Favorit hatte das Rennen auf dem Scalettapass nach rund 18 Kilometern gemeinsam mit dem Amerikaner T-Roy Brown deutlich angeführt. Danach verpassten die Beiden jedoch die Abzweigung auf den Panoramatrail; stattdessen liefen sie talwärts. Bis dahin waren sie so schnell unterwegs, dass der Wettkampfparcours vom Streckenposten noch nicht ausgesteckt gewesen war. Beide bemerkten das Mischgeschick erst viel später. Wenk schätzte den Umweg am Ziel auf rund 20 Minuten ein.

 

 

Gleichwohl schloss er bis zur Fanezzfurgga wieder zur Spitze auf, während Brown frustriert aufgegeben hatte. Wegen des Sonderefforts fehlte Wenk im Kampf um den Tagessieg auf den letzten gut zehn Kilometern dann jedoch die Kraft. Bis ins Ziel büsste er noch mehr als acht Minuten ein.

Die Rennleitung fasste ein salomonisches Urteil: Sie beliess Wenk auf Platz 3, erklärte ihn jedoch zum moralischen Sieger und richtete ihm wie Montani die gleiche Siegprämie von 2000 Franken aus. Viel Lob zollten die rund 600 K68-Starter der Streckenführung des neuen Königslaufs.

 

Vasinova kam spät, lief schnell und siegte überlegen

 

Bei den Frauen dominierte die seit vier Jahren in Salzburg (Österreich) wohnhafte Tschechin Marcela Vasinova den K68. Die 31-Jährige hatte sich erst am Dienstag für den Start entschieden, „weil ich wegen der unsicheren Corona-Situation nicht unnötig Startgeld ausgeben wollte.“ Vasinova benötigte für die 68 Kilometer 6:59:12,1 Stunden. Sie sprach im Ziel von einem „sehr harten“ und für sie „sehr langen Lauf. Ich bin es mir eigentlich etwas kürzer, dafür steiler gewohnt.“

 

 

Der zweitplatzierten Kathrin Götz knüpfte Vasinova gut 20 Minuten ab. Als Dritte erreichte die Vorjahressiegerin Luzia Bühler das Ziel. Damals war der Königslauf (T88) allerdings knapp 20 Kilometer länger. Bereits früh musste die siebenfache Swissalpine-Siegerin Jasmin Nunige aus Davos wegen starken Hüftschmerzen aufgeben.

 

Gelungene Revanche von Rüesch

 

Den K23-Wettbewerb von Klosters nach Davos über rund 23 Kilometer mit 634 Höhenmetern Steigung und 235 Metern Gefälle gewann der Spitzenlangläufer Jason Rüesch in 1:31:00,1 Stunden fast zwei Minuten vor dem Liechtensteiner Arnold Aemisegger. Vor einem Jahr hatte der Einlauf in diesem Wettbewerb umgekehrt gelautet. Rüesch setzte sich nach dem Kulminationspunkt während der Abwärtstrecke zum Davosersee entscheidend von seinem letzten Konkurrenten ab. „Ich wusste, dass ich im Aufstieg dranbleiben musste. Anschliessend attackierte ich, worauf sich rasch ein Loch öffnete“, erklärte Rüesch. Lange hatte im Aufstieg auch der drittplatzierte Donnino Anderhalden mit den beiden Ersten mithalten können.

Bei den Frauen siegte Shelly Schenk in 1:47:36,3 Stunden 45 Sekunden vor der Österreicherin Lena Laukner und gut zwei Minuten vor Marketa Maly (Walchwil).

 

 

Informationen: Swissalpine
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