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Laufberichte

Bei Sorben und Wenden

18.04.10

Um 10:30 Uhr erfolgte der Startschuss und das große Feld der über 1.600 Teilnehmer setzte sich in Bewegung. Wir liefen die Bahnhofstrasse hoch zur Hauptstraße. Nach ca. 400 Metern ging es am Hafen vorbei und über die Hauptspree. Wir verließen Burg über die Byhleguhrer Strasse. Am Km-Schild 1 bogen wir links ab auf die Ringchaussee und liefen auf dieser herrlichen Allee bis kurz vor Km 6. Das Feld zog sich schnell auseinander und man konnte ohne Behinderung locker laufen und die herrliche Natur genießen. Am Km Schild 4 bogen die 670 10km-Läufer ab und es wurde merklich ruhiger auf der Strecke. Am Straßenrand begleitete uns ein Musiker mit seiner  Klarinette.

Die Ringchaussee führte uns an vielen einzelnen Gehöften und Wohnhäusern entlang. Rechts am Straßenrand gab es ein großes Holzschild mit dem Hinweis „Hier Pinkelecke“. Es wurde aber kaum genutzt, vielleicht war es noch zu früh und eher für die 2. Runde gedacht. Hinter dem Ortsausgangsschild von Burg-Kauper, Kuparske Borkowy stand ein Geigenvirtuose der uns freundlich zuspielte.

Wir erreichten den Km 5 Punkt. Das Schilder „200m“ mit der duftenden Kaffeetasse kündeten nicht die nächste Kaffeepause, aber die nächste Verpflegungsstation an. Hier wurden wir mit Flüssigem versorgt. Bei km 6 verließen wir die Ringchaussee und wechselten auf den Eicheweg. Dann ging es auf den Polenzweg. Die Sonne wurde stärker und man freute sich über den spärlichen Schatten, den uns die noch sehr durchlässigen Äste der Bäume spendeten.

Die Strecke führte uns an der Polenz-Mühle vorbei und jetzt kamen nach und nach viele kleine Brücken, die uns über die Fließe führten. Es ging immer kleine Hügel hoch, über die Brücke und danach gleich bergab. Ich habe die Brücken nicht alle gezählt aber so 20 müssten es schon gewesen sein im Laufe der zwei Runden.

An der Versorgungsstelle hinter Km 8 gab es neben Flüssigem noch zusätzlich Spreewälder Gurken und prompt griff auch einer in den Eimer und biss genüsslich hinein. Jetzt wechselte der Belag auf Waldboden und dann auch Feldweg. Der Untergrund war aber immer gut zu belaufen.

Beim Km Schild 10 stand ein altes Feuerwehrauto der Feuerwehr Stradow. Die Streckenposten riefen mir zu als ich es fotografierte: „Die ist Baujahr 1964“. Dann folgten wir einem Pfad und später ging es wieder auf Asphalt weiter. Wir kamen am Wehr Nr. 56 der Neuen Spree vorbei und in der Spitzkehre folgte der nächste Versorgungspunkt. Es ging weiter über die Wildbahn und über die Hauptspree weiter zur Ersten Kolonie.

Bei km 16 gab es wieder Wasser und Iso für die Läufer, für die Streckenposten gab es ein Schwein am Spieß und Bier. Mal sehen, wie viel noch übrig ist bei der 2. Runde. Wir kamen zum Kurfürstendamm,  es folgten weitere Brücken. Ein wenig Schatten gab es am Leinweber zwischen Km 18 und 20. Hier begleiteten uns mehrere Paddelboote und die typischen Holzkähne mit Ausflugstouristen.

Bei Kilometer 20 unterhält uns die Gruppe Harmonie mit deutschen Schlagern. Nichts wie weg, über die nächste Brücke und zur Marathonweiche und dem nächsten Versorgungspunkt. Für die Halben geht es rechts ab Richtung Ziel. Wer an diesem Punkt kurz hinter km 20 langsamer als 2:30 Stunden war, wurde automatisch ins Halbmarathonziel geleitet. Die Marathonis liefen geradeaus und ein Stück parallel zurück am kleinen Leineweberfließ entlang. Hier begann  die 2. Runde, die ab km 24,5 identisch mit der ersten Runde war.

Zunächst gab es aber bei Km 21  eine neue Herausforderung für die Läufer, denn es muss eine ca. 2m hohe Holzbrücke passiert werden. Laufen ist schlecht, denn es sind Holzstufen. Dann ging es über die Zweite Kolonie und Bleichstraße wieder über die Hauptspree. Zwischen Km 23 und 24 kam die nächste Verpflegungsstation. Thomas Veder aus Bilthoven in den Niederlanden erzählt mir, dass er am Ostermontag den Utrecht Marathon gelaufen war. Ich auch, schon waren wir im Gespräch.

Bis km 25 war ich mit Dieter zusammengelaufen, aber dann musste er es leider abreisen lassen, ihm machte die Wärme und der große Flüssigkeitsverlust mehr zu schaffen wie mir. Er kam aber auch wohlbehalten ins Ziel. Über den Weidenweg erreichten wir wieder die Ringchaussee. Am Km 26 begrüßte uns zum zweiten Mal der Teufelsgeiger kurz vor der nächsten Verpflegungsstation. Nun hatten wir wieder die alte Runde erreicht und es ging weiter an den Fließen entlang, wieder über die Brücken, über Waldwege und Feldwege und viel, viel Teer. Die Sonne brannte ganz ordentlich. Die versprochenen 20 Grad waren längst überschritten, gefühlt waren es eher 30. Viele im hinteren Feld mussten ab 35 km auch ab und zu gehen. Man sehnte sich nach jeder Wasserstelle.
Endlich, bei km 33 Luxusverpflegungs-Station: Wasser, Iso, Tee und viele Leckereien wie Kekse, Schokolade, Bananen, Mini-Riegel, Salzbrezeln und Rosinen.

Es folgten die herrlichen Alleen am Wasser entlang, Natur pur und das in schönster Frühlingsblüte. Bei Km 41 mussten wir noch mal eine Wendeschleife von 400m laufen, damit auch die Distanz von 42,2 km stimmte. Dann über die Brücke und diesmal rechts ab Richtung Ziel. Es ging über 500m Sandboden dann auf die Zweite Kolonie und schon hatten wir die Bahnhofstrasse erreicht. Kurz vorm Ziel kam ein großes Tor der Riesa Nudelfabrik und gleich dahinter ging es in den Zielkanal.

Puuh, endlich geschafft. Kurz durchatmen und sich dann die 315g-Finisher-Gurken-Medaille um den Hals hängen lassen. Die ist ganz schön schwer direkt nach dem Lauf.

Wer hier nur zum Laufen her kommt, verpasst eine wunderschöne Hier wird man von vielen Weißstörchen hoch auf ihren Nestern empfangen und bei der Heimfahrt auch wieder verabschiedet. Eine Reise zum Spreewaldmarathon ist wirklich lohnenswert - für die Beine und die Seele. 7.795 Sportler traten eine zufriedene Heimreise an. Vielleicht kommen ja nächstes Jahr über 8.000. Den Veranstaltern ist dies nur zu wünschen.

Ergebnisse Marathon:

Männer
1.  Bernd Dander  RC 1898 Radeberg  2:52:17
2.  Yves Löbel  TSV Niederndodeleben  2:53:47
3.  Tomasz Jurkowski Lewandowski-Team PL  2:54:03

Frauen
1.  Ullika Schulz  LTC Berlin   3:24:52
2.  Katarzyrna Mroz Dragon Janowiec-Wlkp. PL 3:25:36
3.  Sonja Auerbach Dürrröhrsdorf-Dittersbach 3:28:57

Finisher: 357

12
 
 

Informationen: Spreewald Marathon
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