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Laufberichte

Ibiza Trail Marathon Festival: Laufen auf der Partyinsel

29.10.26 Special Event
 

Ibiza ist vor allem bekannt für seine teuren Clubs und im Sommer wird es sehr voll auf der Insel. Ende Oktober ist es dagegen recht ruhig. Die Clubs und viele Geschäfte haben die Rollläden runtergefahren und sind in der Winterpause. Um diese Flaute etwas auszugleichen, gibt es auf Ibiza verschiedene Laufveranstaltungen. Ende November gibt es den 3 Dias Trail Ibiza, der an drei Tagen mit verschiedenen Strecken von 10km Nachtlauf bis zum 77 km Ultratrail viele Variationsmöglichkeiten bietet. 

Und dann gibt es noch das Ibiza Trail Marathon Festival Ende Oktober, mit dem ich die Laufsaison abschließen möchte.  Mit dabei sind wie immer Buki und Astrid, die mit mir die 48km Strecke laufen wollen. Erst bei genauem Lesen sehen wir, dass die lange Strecke in 7,5 Stunden schließt. Das ist nicht allzu üppig bei 1600 Höhenmetern. Aber in den Ergebnislisten der letzten Jahre werden alle Finisher bis zu einer Zielzeit von 8 Stunden gewertet. Das sollte zu schaffen sein. 

Neben dem Ultra wird noch eine Media Strecke mit 28km angeboten, für man fast genauso lange Zeit hat und ein Starter Rennen über 11 km. 

 


Nach dem großen Regen


Eigentlich als letzte Verlängerung des Sommers geplant, kündet der Wetterbericht von Überschwemmungen im gesamten Balearen-Raum und wir sind froh, dass das Unwetter bei unserer Ankunft am Donnerstag schon weitergezogen ist und uns Ibiza mit blauem Himmel begrüßt. Flug und Unterkunft waren recht günstig. Wir sind schon in der Nachsaison. 


Ibiza Vibes


Unser Hotel liegt direkt am Start und Ziel des Rennens an der Hafen-Promenade von Sant Antoni de Portmany, an der Westküste der Insel. Wir genießen am Abend den Sonnenuntergang im Café del Mar bei einem überteuerten Cocktail, um uns anschließend bei einer Paella kulinarisch verwöhnen zu lassen. 

Am Freitagmorgen schlendern wir zum Hotel, wo es die Startunterlagen gibt. Ein prall gefüllter Beutel erwartet uns. Gels, Riegel, ein Schlauchtuch, ein Shirt und sogar ein Paar Socken gibt es für das moderate Startgeld. Wer früh genug gebucht hat, bekommt noch einen Hoodie obendrauf.

Anschließend fahren wir nach Eivissa (Ibiza Stadt), um uns die die Renaissance-Festung mit ihrer schönen Altstadt anzuschauen. Es ist die architektonische Hauptattraktion der Insel, neben den alten Bauernhäusern, die mit ihren aneinandergesetzten Kuben viele berühmte Architekten inspirierten. Auch die Bauhaus Architektur ist davon beeinflusst. 

 


Das Rennen


Aufgrund der perfekten Lage unseres Hotels können wir am Renntag ausschlafen. Die Rucksäcke haben wir schon am Vorabend gepackt. Viel müssen wir nicht mitnehmen. Rettungsdecke, Flaschen und Windjacke. Telefon ist sowieso dabei. Am Start herrscht schon reges Treiben. Die meisten Teilnehmenden sind Spanier. Ein paar Franzosen und Engländer sind auch dabei. Neben uns gibt es noch zwei deutsche Anmeldungen.
Pünktlich um halb sieben werden etwa 150 Läuferinnen und Läufer auf die Strecke geschickt. Es ist noch dunkel und wir brauchen die Stirnlampe, als wir nach etwa 2 Kilometern die Stadt verlassen. Es geht über eine steile Rampe zur kleinen weißen Kapelle, die auf einem grünen Hügel über der Stadt thront. Die Wege sind sehr steinig. Viel Geröll und Steinplatten. Die Strecke ist mit Flatterband markiert und ein Verlaufen unmöglich. 

 


Flach durch den Bach

 

Die ersten 14 km laufen wir auf der gleichen Strecke, wie nach uns die Teilnehmenden des Media Trails. Zum Fotografieren ist es leider noch zu dunkel, obwohl nach einer halben Stunde schon die Sonne aufgeht. Die Trails führen in stetigem Auf und Ab durch die hügelige Landschaft. Die flachen Passagen folgen weitestgehend Bachläufen, die dicht bewachsen sind. Oft sind es enge Erosionsrinnen voller Steine und Geröll. Zum Glück gibt es keinen Schlamm. Trotzdem muss ich die Augen immer auf dem Boden lassen. „Höckschde Konzentration“, würde Jogi sagen. 

Die Strecke ist insgesamt schwieriger zu laufen als erwartet. Buki und ich sind froh, dass wir beim ersten Cutoff bei km 20 einen Vorsprung von 30 Minuten rausgelaufen haben. Astrid ist schon über alle Berge. 

 


Steine und Geröll


Der folgende Abstieg hat es dann in sich. An einer Stelle muss man sich Abseilen. Zu steil und zu rutschig ist der Downhill. Das anschließende Bachbett will nicht mehr enden. Immerhin folgt ein gut laufbarer Abschnitt über Fahrwege bis zur nächsten VP bei km 30.

Langsam zieht es sich jetzt bergauf. Zunächst über Fahrwege gut laufbar, wird es dann immer steiler und technischer. Auf dem Puig den Andreu erreichen wir den höchsten Punkt der Strecke. Leider gibt es keinen Rundumblick. Die Strecke ist, wie schon die ganze Zeit, dicht bewachsen. Danach wieder anstrengender Downhill auf Steinplatten und Geröll. 

 

Cutoff im Nacken


Wir sind froh, dass wir die Verpflegungsstation bei km 38,5 noch 10 Minuten vorm (letzten) Cutoff erreichen. Jetzt geht es nur noch bergrunter. Der Downhill macht Buki schwer zu schaffen. Obwohl es nur bergab geht, bleibt sein Puls ungewöhnlich hoch. Wir nehmen also etwas Tempo raus und lassen es langsam angehen. Ich rechne mir die Zielzeit aus. Das sollten wir schaffen. 

Die Strecke bietet jetzt schöne Ausblicke auf die Küste und die vorgelagerten Inseln. Steil unter uns traumhafte Badebuchten. Kreuz und quer geht durch Buschwerk. Wir steigen ab bis zum Strand. In stetigem Auf und Ab folgen wir nun der Küste. Klettern über Felsplatten zu kleinen Badebuchten über kaum erkennbare Pfade. 

 

 

2 Kilometer Umweg

 

Irgendwann sehen wir kein Flatterband mehr. Wir haben uns verlaufen. Der Blick auf die Karte bringt auch nichts. Also wieder zurück zum letzten Flatterband. Wir suchen die Umgebung ab, aber finden nichts. Wir halten uns an die Küste und sehen in der Ferne einen Läufer, den wir schon lange vorher überholt hatten. Da müssen wir hin. Am kleinen Durchgang an einer Mauer hängt noch ein Rest vom (abgerissenen) Flatterband. Dort müssen wir durch. Nach ein paar hundert Metern finden wir auch wieder ein weiteres Flatterband.  Ich bin total frustriert. Unseren Zeitpuffer haben wir für die Aktion aufgebraucht. So kurz vor dem Ziel und vor allem so knapp vor der Wertung, die wir jetzt wohl nicht mehr schaffen werden. Aber so ist das beim Traillaufen. Das Ziel ist erst hinter der Linie. 

Wir folgen den holprigen, technischen Wegen direkt am Wasser bis zur Strandpromenade, der wir bis ins Ziel folgen. Als wir ankommen, ist die Zeitmatte schon weggeräumt und der Startbogen wird gerade abgebaut. Schade. 

Leider sind wir ein paar Minuten über die Zeit und werden nicht mehr gewertet, aber immerhin haben wir den Lauf gefinisht. Astrid wartet schon auf uns. Sie ist schon seit einer Stunde im Ziel. Wir feiern noch eine Weile mit den übrigen Finishern und begrüßen die Läuferinnen und Läufer, die noch nach uns ins Ziel kommen. 

Buki geht es nach der Dusche wieder besser und so können wir am Abend bei der Siegerehrung und Abschlussveranstaltung auf der Promenade noch ausgiebig feiern. Schließlich sind wir auf der Partyinsel. 

 


Fazit

 

Mit dem Ibiza Trail Marathon Festival kann man gut die Laufsaison verlängern und im Herbst noch ein paar Tage Sonne tanken. Die Strecke ist recht anspruchsvoll. Es geht meist über Steinplatten und Geröll. Dafür, dass es keine hohen Berge auf Ibiza gibt, hat die Strecke viele technisch anspruchsvolle Passagen. Schöne Ausblicke gibt es erst in der zweiten Hälfte. Ein verlängertes Cutoff würde der Marathonstrecke wahrscheinlich mehr Teilnehmende bescheren. Die meisten Startenden gibt es auf der Media Strecke. Dort ist das Zeitlimit nur eine Stunde weniger, wie beim Marató 48km und damit perfekt für Genussläuferinnen und Läufer. 

 

Strecken

Maratón        48 Km / D+ 1.600 m
Media            28 Km / D+ 900 m
Starter            11 Km / D+ 300 m

Website:     

 

 


 
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