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Laufberichte

Altenburg „reizt“ bei Sport und Spiel

06.06.09

Kurz nach Kilometer 5, es ist übrigens jeder Kilometer ausgeschildert, finden wir die erste V-Stelle. Es gibt Wasser, Iso, Cola, Obst, Rosinenzopf und alles gesehen habe ich da auch nicht. Verhungern und Verdursten braucht da keiner. Meist alle zwei bis drei Kilometer kommen die Versorgungspunkte und ich glaube, dass da einige Interessierte als freiwillige Supporter zusätzlich unterstützen.

Auch im Schafkopf gibt es weitere Tiere zu sehen. So werden als Spatzen die meist nichtsbringenden Neuner, Achter und Siebener bezeichnet. Und ein Kibitz ist ein nicht mitspielender Zuschauer. Und wenn einer die „Blaue“ (Sau) sucht, dann ist der nicht farbenblind, sondern es wird schlicht die Laubsau gesucht. Ach ja, Laub wird auch gern als Grün bezeichnet. Wenn ein Bayer einen als Schafskopf tituliert, dann ist der halt schicht ein Depp.

Nach Kilometerschild sechs führt uns der weitere Weg, mitunter fast als crossiger Pfad hinaus in die Felder. Unser Untergrund ist nun wieder asphaltiert. Es geht parallel zur Stadtumgehung, mal bergan, mal bergab. Ich komme mit Matthias Birke aus Naundorf ins Reden. Er gibt sich als eifriger Leser von m4y zu erkennen. Heute genügt ihm nach langer Verletzungspause der Halbe. Ratschenderweise vertreiben wir uns die folgenden Kilometer.

Wir verlassen die Stadtumgehung. Auf rund 2,5 Kilometer steigt der Kurs nun im Bereich des Wilchwitzer Weges an. Dann sagt ein Schild: Zick-Zack-Weg. Da geht es drei, vier Mal mit 90 Grad-Kurven durch die Gärten. Der Weg ist vielleicht einen Meter breit.

Der nächste Hammeranstieg kommt dann bei der Poschwitzer Höhe. Einige Halbmarathonis, schwitzen und schnaufen bereits aus dem letzten Loch. Hier finden wir lustige Sprüche wie diesen: „Entweder ich breche den Streckenrekord oder zusammen.“

Erholen könne wir uns dann in den Gewerbegebieten „Weißer Berg und „Nord-Ost“, wo das Profil der Strecke nun flach ist. Nicht nur mir kommt es vor, dass hier die fehlenden Meter gesammelt werden müssen. Aber wenigstens sind zwei V-Stellen in engem Abstand zueinander. Und es gibt kaum Kurven.

Kilometer 18 bringt uns auf die Leipziger Straße. Nach wenigen Metern biegen wir in den Schlosspark ein. Da folgt ein weiteres „Zuckerl“, eine 500 Meter lange Steigung vorbei am Mauritianium (Naturkundliches Museum) und am Lindenau-Museum (Kunstmuseum) hoch zum Teehaus, wo die letzte V-Stelle wartet. Matthias kämpft bereits.

Ein Reizen wie beim Skat gibt es beim Schafkopf nicht. Man kann lediglich dem Spieler einen Schuss oder eine Spritze geben. Das ist dann eine Wette, dass er nicht gewinnt. Der Spieleinsatz wird dann verdoppelt. Man kann dann noch die Wette mit einem „Re“ und einem weiteren „Bock“ zurückgeben. Dann wird’s teuer.

Endspurt der Halbmarathonis

Nun beginnt ein schöner Abschnitt. Die Jungferngasse geht es steil hinab, da kann es bei feuchtem Pflaster sogar gefährlich werden. Unser Weg führt weiterhin auf und ab durch die Altstadt. Eine Runde drehen wir noch um den Pauritzer Teich. Und dann auf der Rosa-Luxemburg-Straße biegen wir rechts in die Glockengasse ab. Die ist so schmal, da würde wohl ein Mountainbiker mit seinem Lenkstange hängen bleiben. Über Brühl, Hinter der Waage und der Marktgasse setzen die Halben ihren Endspurt. Matthias kann noch ein paar Körner zusammenkratzen und springt mir noch davon.

Im Ziel hält er mir seine Hand zum Abklatschen hin. Die erste Runde ist geschafft. Ich schätze mal, so rund 200 Höhenmeter dürften das schon gewesen sein. Auf in die zweite Runde.

Wenn der Spieler gut dasteht, dann kann er ein Solo probieren. Die Trumpffarbe kann er dann selbst wählen. Oder er spielt einen Wenz. Da stechen nur die Unter. Aber Achtung, es geht dann gegen den Rest der Runde. Ganz selten ist der Du (Tout). Denn da machen die Gegner keinen Stich. Bei einem Sie hat der Solo-Spieler alle acht Haxen (alle Ober und Unter) in seiner Hand. Das Sie ist so selten wie ein Sechser im Lotto. Wer’s noch nicht begriffen hat, der kann ja mal einen Kurs bei einer Volkshochschule machen, denn da wird dieses auch als Kurs angeboten. Schafkopf ist wie Marathon: A bissl was geht immer.

Zweite Runde

Bisher hat Petrus dichtgehalten. Aber dann nach Kilometer 25, noch sind wir im Stadtwald geschützt, fängt es zu regnen an. Als wir den Wald verlassen, sind die Wege bereits nass. Auf der Brücke über die Stadtumgehung jubelt immer noch eine Frau in ihrem kurzärmligen Shirt jeden Läufer zu. Das ist ein treuer Fan.

Nachdem ich und besonders meine Kamera feuchtes Wetter nicht mag, lasse ich das Ding in der Hüfttasche und gebe Gas. So kann ich die zweite Hälfte wieder schneller laufen als die erste. Leider haben sich die Zuschauer in den Orten fast gänzlich verzogen. Der Regen, Wind und Temperaturen haben sich in die Häuser getrieben. Die Helfer an den V-Stellen sind jedoch weiter eifrig dabei.

 
 

Informationen: Skatstadtmarathon Altenburg
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