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Laufberichte

Altenburg „reizt“ bei Sport und Spiel

06.06.09

Startvorbereitungen am Marktplatz

Am Markt ist bereits alles im Gange. Außerordentlich viele Zuschauer haben sich eingefunden. Fast meint man, ein chaotisches Gemenge zu erkennen. Aber Moderator und Starter haben alles im Griff. Zuerst werden noch Hunderte gelber Luftballons in die Luft gelassen. Einem geht dieselbe aus und er landet in unmittelbarer Nähe. Ich erkenne, dass die Volkspartei, deren Anhänger gemeinhin als Rote bezeichnet werden, die gelben Ballons wohl spendiert haben. Ein Wolf im Schafspelz? Nun die morgige Wahl wird es beweisen.

Im Schafkopf gilt die Regel, dass auf die zuerst gespielte Karte zugegeben werden muss. Also auf ein gespieltes Laub muss ein Laub von den Spielern zugespielt werden. Hat der folgende Spieler keines, kann er eine andere Farbe spielen oder mit einem Trumpf stechen. Trümpfe sind in der Regel Herz und dann die Unter und Ober. Wobei bei Unter und Ober die Rangfolge Eichel, Gras, Herz und Schelle gilt. Der Eichel-Ober ist also der höchste Trumpf. Der bayerische Schafkopfspieler nennt ihn auch „da Oide“. Zuhause meint der Bayer damit seine Ehefrau.

Der Start der Kinder verzögert sich dann auch um ein paar Minuten, aber das ist nicht weiter dramatisch. Eher problematisch sehe ich dann den Zieleinlauf, denn der Zielkanal ist mit Zuschauern und den nachfolgenden Schülern verstopft. Aber die Organisatoren schaffen es, dass die Kinder durch eine Einlaufgasse Richtung Ziel gelotst werden.

Als ich kurz vor meinem Start meine Klamotten im Goldenen Pflug abgebe, läuft mir Bernd Kalinowski über den Weg. Seinen 100. Marathon, entsprechend mit Startnummer 100, wird er in bayerischer Tracht, nämlich mit Lederhose, Filzhut und Bayerischer Landesfahne als Umhang antreten. Noch einer feiert einen Runden: Gerd Papcke läuft seinen 300. langen Kanten. Und Hans-Joachim Meyer aus Hamburg hat 1100 plus X in seinem Logbuch stehen. Die Frankengang um Jürgen Teichert und Jens Griesang lassen sich diese Veranstaltung auch nicht entgehen.

Vier Spieler sitzen am Spieltisch, der zweckmäßigerweise eine stabile Holzplatte haben sollte, denn je nach Höhe der Karte oder des Trumpfes haut der Spieler diese dannentsprechend laut in die Mitte des Tisches. Klapprige Campingtische oder Glastische sind gänzlich ungeeignet. Und da immer zwei zusammenspielen, wird ein gut mit Trümpfen ausgestatteter Spieler eine Farbsau (Ass) suchen. Wer diese hat, ist dann sein Partner. Ach ja, laut zu sagen, wer diese hat oder wie er mit Trümpfen ausgestattet ist, ist strikt verboten. Wenn dann einer „de Oide“ sucht, dann ist die Eichelsau gemeint. Und die „Runde“ oder die „Bums“ ist die Eichelsau. Bei unserem ehemaligen Pfarrer, der dieses Spiel liebte, durfte man nicht die „Bums“ mit diesem Wort suchen.

Start, erste Kilometer

Kurz nach elf Uhr werden wir zusammen mit den Halbmarathonläufern auf die Strecke gelassen. Vor uns die Brüderkirche, deren Namen auf die Franziskaner zurückgeht. Außen sehen wir das große Mosaikbild mit der Bergpredigt. Bis dahin ist unser Kurs steigend.

Linkskurve, fallend, rechts wieder steigend, dann wieder fallend. So kurz beschreibt sich der Kurs in der Stadt. Und als Höhepunkt Stau vor der Sterlsgasse. Von fünf Meter Breite auf einem Meter und da sind noch Blumenkübel an der Seite. Das Läuferfeld hat alle Freude daran. So was habe ich auch noch nicht gesehen - im Einbahnverkehr geht es durch die Engstelle.

Dahinter habe ich Platz. Wir sind auf dem Nikolaikirchhof mit dem Nikolaikirchturm. Der ist ein Überbleibsel der Nikolaikirche, die im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde. 1528 wurde die Kirche wegen Einsturzgefahr geschlossen und später abgerissen. Der Turm kann heute bestiegen werden.

Übers Land und durch Dörfer

Über die Langengasse erreichen wir den Großen Teich mit seiner Promenade. Das Profil ist jetzt flach und führt uns zum Märchenbrunnen. Auf einem anderen Weg geht es zurück zum Großen Teich. Es folgt eine 700 Meter lange Steigung im Stadtwald zum höchsten Punkt der Strecke, dem Turm der Jugend. Den Berg kann ich ohne Mühe bezwingen, ich bin ja noch von Meran her trainiert.

 
 

Informationen: Skatstadtmarathon Altenburg
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