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Laufberichte

Runtalya extrem - der 6. Antalya Marathon 2011

06.03.11

Mit dem „Concorde“ erreichen wir einen weiteren Klassiker der Lara‘schen Hotelszene. Fantasievoll ist der Hotelname vor allem in der Dachregion umgesetzt. Beim „Delphin Diva“ springen einem sofort die an fernöstliche Stupas erinnernden goldfarbenen Türme ins Auge. Das folgende „Sherwood Breezes” und das “Limak Lara” sind baulich zwar nicht wirklich Aufreger, jedoch gehört ersteres zu den Hotels, die ÖGER im Marathonpaket anbietet. Und so erklärt sich, dass gerade hier besonders viele, vor allem deutsche Zuschauer die Läufer erwarten und livemusikunterstützt einen launigen Empfang bereiten. Bis zu meinem privaten „Fanclub“ muss ich mich noch kurz gedulden. Der hat sich ein Hotel weiter vor dem „Royal Wings“ aufgebaut. Hier ist zwar vor dem Hotel nicht so viel los, aber zum Urlauben ist die ausgefallen gestaltete Anlage mit ihren fast schon atemberaubend gestylten Lichthöfen eine der besten Adressen vor Ort. Vor dem „Lara Beach Hotel“ kurz danach erwartet mich der Wendepunkt. Wegen des unterschiedlichen Start- und Zielpunktes liegt dieser nicht bei km 21, sondern bei km 23,5.

Der nun bevorstehende Rückweg entspricht in weiten Teilen dem Hinweg, aber doch nicht ganz. Zunächst laufen wir noch einmal das Spalier der großen Hotels ab. Zudem kann ich einen Blick auf all die Läufer werfen, die mir noch folgen. Dann erwartet mich die große Einsamkeit.

 

Der lange Weg zurück nach Antalya

 

Auf den folgenden Kilometern heißt es: Durchbeißen. Der Läuferpulk hat sich weit auseinander gezogen. Es ist still. Schnurgerade führt die Strecke durch eine beschauliche, aber optisch doch auch ein wenig reizarme Landschaft. Der Schlenker zum Meer entfällt, stattdessen durchmisst unser Kurs nun das Landesinnere. Als zusätzliche Herausforderung geht es zwischen km 31 und 33 leicht, aber beständig bergan. Mein winterliches Trainingsdefizit macht mir zusehends zu schaffen. Das letzte, recht steil nach Lara hinauf führende Streckenstück geht mehr an meine Reserven als mir lieb ist. Danach bin ich “platt” und schleiche nur noch so dahin.

Bei km 34 wird es plötzlich wieder lebendig auf der Laufstrecke. Hier stoßen die zeitversetzt um 10:30 Uhr gestarteten Halbmarathon-Läufer nach ihrem Streckenwendepunkt auf das Marathonfeld. Weiter geht es auf der mir schon vom Hinweg bekannten Strecke: im Slalom durch die Hochhäuser, über den Düden, an der Steilküste entlang, immer weiter in die Stadt hinein. Nach dem Sonnenintermezzo in Lara Beach / Kundu hat sich der Himmel, passend zu meiner läuferischen Grundstimmung, wieder eingetrübt, Sprühregen stimmt uns auf Ärgeres ein. Auch nimmt der Wind wieder an Fahrt auf, wenn auch nicht mehr als permanenter Gegenwind wie auf der ersten Streckenhälfte. 

Mit Cola versuche ich legales Zuckerdoping zu betreiben, aber irgendwie will die Lauflust selbst damit nicht mehr recht in Gang kommen. Nicht unbedingt motivationsfördernd ist in dieser Situation zudem, dass Kilometerschilder nur recht sporadisch aufgestellt sind und ich so keine rechte Vorstellung habe,  wie lange ich noch durchhalten muss. Was die Cola nicht schafft, das gelingt aber dann Martina Ramthun: Die mich in meinem Elend erblickende Autorenkollegin vom Laufmagazin RUNNING erbarmt sich meiner und nimmt mich - Widerspruch zwecklos - ab km 40 munter schnatternd ins Schlepptau. Und siehe da: Meine Beine laufen wieder, auch wenn es im Kopf anders ausschaut. So verschafft sie mir ein für mein Ego doch noch einigermaßen versöhnliches Finale. Die letzten Meter über das im Morast versinkende Grün des Atatürk Stadions laufen wir Seite an Seite. Danke, Martina. 

Der Empfang im Stadion ist ausgesprochen herzlich. Ein Zielmoderator begrüßt die Ankömmlinge, im Tanzschritt wiegend bekomme ich die Finisher-Medaille umgehängt, ein schöner Ausklang für ein  wahrlich eindrückliches  Marathonerlebnis. Nach fünf Mal “Runtalyas” mit Traumwetter war heute zwar “Raintalya” angesagt, aber in meiner Erinnerung wird mir der Antalya-Marathon als toporganisierte, fröhliche Laufveranstaltung bleiben, die nicht ohne Grund zunehmend viele treue Fans hat, die sich alle Jahre wieder der läuferischen Herausforderung an der türkischen Südküste stellen.       

Marathon – Männer 
1. Arslan, Ahmet  02:38:09 
2. Öztürk, Salih  02:38:42 
3. Sanin, Aytekin 02:41:24 
   
Marathon – Frauen 
1. Lennartz, Birgit  03:04:00 
2. Kaya, Lütfiye  03:09:50 
3. Mayer-Tancic, Ulrike 03:11:35 

 


 
Halbmarathon – Männer  
1. Ertaş, Murat  01:06:08 
2. Pyka, Dennis  01:09:53 
3. Ocklenburg, Marc Andre  01:10:40 
 
Halbmarathon – Frauen  
1. Nurgalieva, Olesya  01:17:12 
2. Nurgalieva, Elena  01:18:36  
3. Sandy, Angela  01:21:02  

 
 

Informationen: RUNATOLIA Antalya Marathon
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