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Laufberichte

Rock und Barock

13.05.12

 

So schnell im Ziel?


Nochmals laufen wir über  den Altstädter Ring, dem schönsten Platz in Prag, von dem schon Kisch 1941 schrieb „Marktplatz der Sensationen“. Noch keine eineinhalb Stunden unterwegs. Das kann nicht sein, oder doch?

Ein tolle Idee, die Strecke nochmals durch das Start-/Zieltor zu führen. Die Stimmung ist enorm. Wieder eine Brücke, jedoch diesmal extra für die Fußgänger errichtet. Wir laufen darunter durch in die kleinen Prager Gassen der Innenstadt und an der Tschechischen Nationalbank vorbei. Dieses sportliche Großereignis zieht unglaubliche Publikumsmassen auf den „Marktplatz der Sensationen“. Die ganze Stadt ist auf den Beinen.

Bei Kilometer 15 erreichen wir in der Masarykovo nábřeží die Moldau. Ich höre von weitem den Hubschrauber und wo der Hubschrauber ist, da ist auch vorne. Die in Glas gehüllte Ginger Rogers schmiegt sich an Fred Astaire und tanzt die Moldau entlang. Diese ausgefallene Architektur zieht alle Blicke der Läufer auf sich.

Tančící dům (Tanzendes Haus) und dabei ist es doch nur ein Bürogebäude.

 

Linksverkehr

 

Kurz nach dem „Tanzenden Haus“ begegnen wir erstmals den Läufern, die vor uns liegen. Wir laufen links, sie laufen rechts. Ich schaue gerne in die gequälten Gesichter der Läufer vor mir, denn es lenkt von den eigenen Schmerzen ab.  Es dauert nicht lange und die Begegnungsstrecke ist erst einmal vorbei. 

Das unterscheidet keine Stadt von der Anderen. Meist nur beim Marathon bekommt man die Straßen und Ecken zu sehen, in die sich sonst kein Tourist verirrt. Wir laufen durch Straßen, von denen an den Hauswänden der Putz abbröckelt. Dort sind dann auch die kleinen Kneipen, Bars und Erotik Shops zu finden. Über eine Brücke führt die Stadtautobahn und in der Nähe die Eisenbahn.

 

„Nur wer weiß wo er herkommt, der weiß auch wo er war“

 

An der 180 Grad Wendepunktschleife sind wir am südlichsten Teil der Laufstrecke, im Stadtteil Praha 4 angelangt.

Vielleicht weht ja der Geist von Antonín Dvořák, Bedřich Smetana oder Rafael Kubelík vom nahe gelegenen Friedhof zu uns? Der Vyšehradský hřbitov ist Prags bekanntester Friedhof aus dem Jahr 1869 und letzte Ruhestätte dieser bedeutenden Persönlichkeiten.

Die Staffel übergibt den Stab bei Kilometer 20 an den nächsten Läufer. Noch etwa einen Kilometer und wir haben die Halbmarathonmarke und kurz darauf einen weiteren Wendepunkt erreicht. Alles wieder zurück bis zur Palackého most.

Auf ihr überqueren wir erneut die Moldau und die Uferstraße. Die vor uns liegenden Läufer sind unter uns Richtung Norden unterwegs. Prag 5 gehört zu den größten Stadtbezirken auf dem linken Moldauufer. Es ist ein Gebiet, mit Villenvierteln, kleineren Wohnsiedlungen, neuen Wohnanlagen, Fabriken, und einer Reihe von geschützten Naturgebieten.

Der Strom der uns entgegenkommenden Läufer will nicht enden. Den letzten Wendepunkt erreichen wir bei Kilometer 28. Nun geht auch für uns wieder zurück Richtung Norden. Die nächste Brücke ist die Most legií (Brücke der Legionen). Man könnte sie aber auch die Brücke der vielen Namen nennen. Zwischen den Jahren 1898-1901 wurde sie erbaut. Im Zuge politischer Wechsel änderte die Brücke im 20. Jahrhundert mehrfach ihren Namen: 1901 wurde sie in Anwesenheit Kaiser Franz Josephs I. feierlich eröffnet und auch nach ihm benannt.

 
 

Informationen: Prague Marathon
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