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Laufberichte

Im Sandwich

 

Im vergangenen Jahr gab es beim Swiss City Marathon die Neuerung, dass der Lauf nicht mehr als Zweirunden-Kurs ausgetragen wurde. Im kommenden Jahr ist großes Jubiläum, wenn zwei Dekaden des Bestehens der Veranstaltung gefeiert werden. So gesehen ist die diesjährige Austragung «im Sandwich», wie man zu sagen pflegt. Diese Redewendung impliziert Druck von beiden Seiten und damit die Folgerung, dass die Veranstaltung in diesem Jahr, eingeklemmt zwischen zwei Meilensteinen, einen schweren Stand hat.

Was die Anmeldezahlen betrifft, ist das nicht der Fall. Einen schweren Stand haben diejenigen, welche die Anmeldung herausgeschoben hatten, denn schon früh hieß es: «Ausverkauft, rien ne va plus». Aber anders als im Casino gab es noch Chancen, ins Starterfeld nachzurücken. Der Swiss City Marathon bietet ein Pechvogel-Tinder mit dem Namen Startplatzbörse an. Pechvögel ohne Startplatz, die wollen, treffen auf Pechvögel mit Startplatz, die nicht können. 

Sogar für einen laut verbreitetem Klischee langsamen Berner, also für mich, gibt es die Möglichkeit, nicht zur ersten Kategorie der Pechvögel zu gehören. Das Rezept heißt: Zehnmal rechtzeitig einen Startplatz sichern, laufen, dadurch automatisch in den RunLucerne Club aufgenommen zu werden und als «Lifetime»-Mitglied nicht nur den elften Start kostenlos zu erhalten, sondern eine Startplatzgarantie für alle weiteren Austragungen.

Als solches Mitglied kann es mir nicht passieren, dass ich Pechvogel dieser Art werde. Darauf darf ich beim Empfang am Samstagnachmittag im ehrwürdigen Hotel Schweizerhof anstoßen, zu welchem wir alle eingeladen sind. 

Zuvor habe ich noch anderes zu tun. Stillstand ist bekanntlich Rückschritt, deshalb gibt es für das Standardprogramm meines Luzerner Wochenendes eine Zugabe. Um 11.00 Uhr startet der Shake Out Run, ein lockerer 5K zum Verkehrshaus und zurück, bei welchem die Möglichkeit besteht, den einen oder anderen Pacemaker zu beschnuppern. 

 

 

Die Vorjahressiegerin des Halbmarathons und Botschafterin des Swiss City Marathons, Ronja Hofstetter, lässt es sich nicht nehmen, das Feld anzuführen. Am anderen Ende laufe ich und genieße die von der Seepromenade noch bessere Aussicht aufs Panorama. Nach einer Schlaufe beim Verkehrshaus geht es zurück zum Ausgangspunkt gleich neben der Expo.

Und da kommt er, der nächste Sandwich-Moment. Dazu muss man wissen, dass besagtes Lebensmittel in dieser Gegend auch „Fäustling“ genannt wird. Es handelt sich dann in der Regel um eine sehr währschafte Gestaltungsform. Das in der Schweiz gebräuchliche Adjektiv währschaft bedeutet in diesem Zusammenhang kräftig. In meinem konkreten Fall ist es sehr kräftig und der Fäustling eher eine Faust, die unterhalb der Leiste mir aus dem Nichts einen Schlag verpasst. Keine Ahnung warum, keine Ahnung woher.  Plötzlich finde ich mich eingeklemmt zwischen Vorfreude und Bangen, ob ich mit diesem stechenden Schmerz morgen überhaupt fähig bin zu laufen, geschweige denn einen Marathon. Bin nun doch noch zum Pechvogel der anderen Gattung mutiert?

Erstmal versuche ich mich abzulenken. Seit dem Frühstück ist schon einige Zeit vergangen und ein paar Kalorien sind dem See entlang aus den Laufschuhen gepurzelt, da ist der nächste logische Schritt, dass ich die Startnummer abhole, an welcher der Gutschein für die traditionelle Pa(s)ta(ta)-Party mit der typischen Schweizer Rösti als Alternative zu globaler Pasta hängt. Den Verlockungen der Runner Expo muss ich widerstehen, der Posten Laufzubehör im Jahresbudget ist aufgebraucht. 

Nach dem Empfang fahre ich zum Verkehrshaus, um am «Blick hinter die Kulissen» für Mitglieder des RunLucerne Clubs teilzunehmen. Die meisten Anwesenden sind aber Studierende der Fachhochschule Bern. Und die bekommen mit der Präsentation von Reto Schorno einen sehr genauen Einblick, wie ihr Fachgebiet in der praktischen Anwendung aussieht.

Nach diesem aktiven Samstag fahre ich nach Horw, wo ich direkt an der morgigen Laufstrecke mein Hotelzimmer beziehe. Obwohl mir alles so bekannt, vertraut und gewohnt erscheint, kann ich nicht leugnen, dass ich beim Bereitlegen der Laufausrüstung jedes Jahr nicht nur ein Kribbeln, sondern auch eine gewisse Nervosität verspüre. Dass in dieser Nacht die Uhren um eine Stunde zurückgestellt werden, würde mir zwar Gewähr für genügend Schlaf bieten, doch zu der üblichen Aufregung und Vorfreude kommt nun eine große Sorge, die für ein sehr frühes Erwachen sorgen.

Die Einblutung in den Muskel ist noch stärker sichtbar geworden. Immerhin haben die verschiedenen ergriffenen Maßnahmen eine leichte Verbesserung in Bezug auf die Schmerzen gebracht und die Hoffnung, dass der am Horizont kreisende Pechvogel zu Asche wird und aus dieser ein Phönix aufsteigt.    

Hellwach fahre ich in der Morgendämmerung nach Luzern und reihe mich in die zielstrebig zur Anlegestelle der Schiffe bewegenden Menschen ein. Die morgendliche Überfahrt zum Lido beim Verkehrshaus ist ein Ritual geworden, das ich nicht missen möchte. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich glatt noch einmal zurückschippern und ein weiteres Mal diesen Moment durchleben.

 

 

Nach dem Anlanden klinke ich mich schon bald aus der Karawane aus und mache mich auf zum Treffpunkt der Pacemaker. Als einer, der vor dem Start sonst eher herumtrödelt, darf ich heute die Uhr nicht erst auf der Strecke im Blick haben. Es gilt die Fahne entgegenzunehmen, welche diejenigen im Blick halten sollten, deren Ziel es ist, den Marathon in fünf Stunden zu laufen. Und weil eine Vier vorne besser aussieht, ist das Ziel, diese fünf Stunden um ein paar Sekunden zu unterbieten. Dann begeben wir Fahnenträger uns für ein Gruppenbild hinunter in die Zielarena.

Der Start der Elite ist ein paar Minuten früher als bisher, was einen zusätzlichen Startblock erlaubt und damit 500 weitere Startplätze für den Marathon schuf. Während die 8000 Plätze für die halbe Distanz schon im Dezember ausverkauft waren, sind auch die 4500 Plätze im Marathon seit dem Frühjahr vergeben. 

Im letzten Block startet es sich an und für sich ganz entspannt. Im Normalfall. Der findet bei mir nicht statt, denn ich muss erst herausfinden, ob, wie und wie lange der lädierte Muskel mitmacht. Der Vorteil ist, dass ich mich zum ersten Mal auf den ersten Kilometer nicht von der Stimmung zu einer zu schnellen Pace verleiten lasse. Ich probiere aus, mit welchem Laufstil ich nur ein Ziehen statt Schmerzen verspüre.

Ich rede mir ein, dass ich zu Beginn nur als Bremsläufer gebraucht werde und es deshalb nicht so schlimm ist, dass ich nicht so kommunikativ bin wie üblich.
Nach dem Passieren der ersten Highlights und Hotspots bin ich mir meiner Sache schon sicherer und richte meine Aufmerksamkeit vom Oberschenkel weg und auf meine Arbeit, welche mehr beinhaltet, als nur eine Flagge mit Zeitangabe durch die Gegend zu tragen.

Bei meiner Ankündigung der ersten Verpflegung fühle ich mich ziemlich genau im Fahrwasser der bisherigen Austragungen – und hoffe, dass der Phönix nicht doch noch flügellahm wird.

 

 

Wenn ich um die Horwer Halbinsel laufe, rätsle ich jedes Mal, warum die Kilometer hier so schnell vorbeigehen. Sogar im Trainingsrun jeweils vier Wochen vor dem Marathon. Und am Tag des Marathons noch viel mehr. Die sanften Wechsel der Strecke sind die gleichen, doch nun kommen die Anwohner mit ihren Stimmungsnestern dazu. Den Champagner gönne ich ihnen, mir ist es lieber, dass ich mitlaufen kann und Iso gereicht bekomme.

Direkt am See unten gibt es den Blick auf den leicht gezuckerten Hausberg, den Pilatus, während wir uns daran erfreuen können, dass sich die Wettervorhersage für heute in den vergangenen zwei Tagen fast stündlich zu unseren Gunsten verbessert hat. Noch ist es trocken und weder zu warm noch zu kalt. 

Zum zweiten Mal biege ich nun eingangs Horw auf die Marathonschleife ein. Mit uns drei Fahnenträger ist ein schönes Trüppchen auf dem Weg zu unserer Zielzeit unterwegs. 

Bis es vom Radweg entlang des Sees wieder eine bessere Aussicht gibt, achte ich mich auf Details der Organisation, welche sonst nicht so prominent auf dem Radar der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auftauchen. Für jeden Meter des Marathons gibt es Pläne, welchen alle mit der Streckensicherung beauftragten Personen akribisch genau folgen. Nichts wird dem Zufall überlassen, jede Stelle ist definiert, wo ein Pylon oder eine Barke platziert werden muss. Wer macht sich beim Laufen schon Gedanken, dass ein Konzept bestehen muss, bei welchem für jede erdenkliche Eventualität ein Plan B vorliegen muss, welcher umgehend gezückt und umgesetzt werden kann? 

Auf dem Radweg lasse ich unsere Gruppe wissen, dass ab jetzt mit dem Entgegenkommen der Spitze zu rechnen sei. Wir sind zeitlich im Plan, doch die Spitze ein paar Wimpernschläge später als vergangenes Jahr. Der Führende ist noch im parallel geführten Straßentunnel und wir bekommen ihn nicht zu Gesicht, dafür dann gleich seine Verfolger. 

Das erste Drittel des Marathons ist auf unserer Habenseite und für fast das ganze nächste haben wir Gegenverkehr und damit allein schon auf der Strecke selbst viel zu sehen. Und ebenso lang ist der Abschnitt mit üppig Verpflegungsposten, sowohl was die Anzahl als auch das Angebot betrifft. 

 

 

Mittlerweile sind ein paar Regentropfen zu spüren, doch in Hergiswil hat es sich seit letztem Jahr herumgesprochen, dass die Stimmung auch bei Regenwetter gut ist, wenn der Marathontross im Dorf ist. Die Feststimmung ist größer und Anfeuerungsrufe lauter. 

Für mich gibt es eine Riesenüberraschung. Weiter vorne höre ich bekannte Stimmen und ich traue meinen Augen nicht. Die jüngere Tochter, der Schwiegersohn und unsere Enkelin haben nur wegen mir die Reise hierhin unternommen. Dass die Kleine den Zusammenhang  herstellen kann, warum sie in Zukunft mit mir im eben gekauften Babyjogger auf die Piste darf, glaube ich zwar nicht, doch tut das meiner Freude keinen Abbruch.

Sie halten ein einzig für mich verfasstes Plakat hoch. «Was ist ein Mofa-Pacemaker?», mögen sich andere fragen. Die Tätigkeitsbeschreibung macht schon eine Eingrenzung, obwohl wir am Swiss City Marathon in großer Anzahl zur Verfügung stehen. Doch lässt der Zusatz «Mofa» keine weiteren Schlüsse zu. Ich weiß, was es bedeutet. Nein, ich werde nicht mit dem Mofa eine Abkürzung nehmen und dann meinen Followern auf Social Media meine Medaille stolz präsentieren. Für solchen Unfug bin ich zu alt und in diesem Hinweis liegt ein Teil der Entschlüsselung. Andere in diesem Alter sind Opa, Großvater, Nonno. Für unsere Kleine bin ich eben Mofa, die Kurzform für Morfar, der Vater der Mutter. 

 

 

Mittlerweile leiden die Wolken immer mehr an Inkontinenz, was der Stimmung keinen Abbruch tut. Zudem kommt nach der Durchquerung – genau genommen ist es eine Durchlängung – von Hergiswil die Galerie entlang des Loppers. Dort bekommt die Analogie des Sandwich in ihrer positiven Form Bedeutung. Wir sind zwar eingeklemmt zwischen dem Asphalt unter den Füßen und dem Betondach über uns, dafür bleiben wir trocken, oder werden zumindest nicht weiter nass, und haben auf der linken Seite Aussicht auf den Vierwaldstättersee, während sich rechts von uns der ungebremste Strom der Schnelleren auf der zweiten Hälfte und dem Weg zum Ziel befindet. Ihr ungefährer örtlicher Vorsprung gibt zusammen mit den Aufschriften auf den Fahnen der Pacemaker eine gute Orientierung.

Am östlichen Ende des Loppers machen wir bei Acheregg an der Engstelle des Sees einen großen Bogen um diesen Ausläufer des Pilatus und folgen dem Nordufer des Alpnachersees. Die Straße ist hier im Sandwich zwischen dem steilen Hang und dem See und bietet viel Platz für uns, aber nicht für Zuschauer. Doch die Høitrøchner füllen diese Lücke in ihrer optisch schrägen musikalischen Art. 

Mit dem Kantonsgrenzenschild des dritten beteiligten Kantons ist die Hälfte unseres Pensums bald im Trockenen. Mindestens im übertragenen Sinn, denn der Regen hat zugenommen. 

Am Wendepunkt konzentriere ich mich auf eine schmerzfreie Richtungsänderung und widme mich der den Wendepunkt markierenden Glocken erst beim Rückweg. Das uns nun entgegenkommende Feld wird stetig dünner und nach ungefähr vier Kilometern kommt uns der Besenradfahrer entgegen, dicht gefolgt von einer dunklen Großraumlimousine. Ich kann nicht verhindern, dass ich diese wie einen Leichenwagen wahrnehme und überlege mir, ob eine fröhlichere Farbgebung einen wenigstens etwas aufmunternden Einfluss haben könnte, wenn jemand seine Marathonhoffnung in diesem Fahrzeug begraben muss.

Weiter vorn ist Tanja mit einem soliden Pulk vor, neben und hinter ihr mit leichtem Vorsprung auf die Marschtabelle zu sehen, während Robin und ich versuchen, Eingeholte weiter mitzuziehen und anderen über die ersten Krisen zu helfen. Unterstützung erhalten wir dabei unter anderem von einer Steel Band und einem einsamen Streckenposten, der uns anfeuert, als seien wir die Spitze und er eine ganze Fangruppe.

In Hergiswil wird ebenso immer noch gefeiert und angefeuert. Und der Nachwuchs, mit der beim Maratholino erlaufenen Medaille um den Hals, macht Mut, dass wir es auch schaffen werden.

Nachdem die letzten Kilometer im hinteren Teil des Feldes etwas stiller geworden sind, ist es beim erneuten Einbiegen auf die Strecke des Halbmarathons mit der Ruhe vorbei. Wir mit den roten Startnummern sind plötzlich umgeben von einer Masse von blauen. Da muss ich mich erst zurechtfinden, denn sie sind allen erdenklichen Geschwindigkeiten unterwegs. Die größte Herausforderung ist, dass ich mich nicht zu einer Tempoverschärfung verleiten lasse. Wäre ich für mich allein unterwegs und das in der gleichen Wohlfühlzone, dann würde ich diesen Sog nutzen und mich in Richtung Ziel mitziehen lassen. Denn das Kilometerschild zeigt, dass der Countdown einstellig geworden ist. Und die Stimmung in Horw ist – wie üblich - für solches Tun ebenfalls förderlich.

Eine kleine Herausforderung gibt es vor und nach dem 35km-Schild im Hinblick auf die Streckenbreite. Zuerst gibt es beim Familiengarten Allmend statt Schrebergartenidylle dichten Kolonnenverkehr, eingeklemmt zwischen den Gartenzäunen, etwas später ist die Situation im Stadion des FC Luzerns ähnlich, wo wir mit dem nicht sehr breiten Abstand zwischen Tribüne und Spielfeld zurechtkommen müssen. 

Nicht, dass es für unsere Gruppe und viele mit uns laufende Halbmarathonis ein Problem wäre, doch es gibt einige, die von hinten heranpreschen und keine Sekunde verlieren wollen. Ich bin mir sicher, dass – sollten das andere auch so empfinden und zurückmelden - diesem Engpass in der Analyse die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird. Und mit dem, was ich mittlerweile über den Swiss City Marathon weiß, bedeutet das, dass die Computer angeworfen und ausgeklügelte Rechenmodelle zum Einsatz kommen werden.

Während Tanja weiter vorne mit ihrer Truppe stramm weiterläuft, versuche ich diejenigen weiter zu motivieren, die am Kämpfen sind. Ich teile mit ihnen meine Überzeugung, dass es keinen anderen Marathon gibt, auf welchem die letzten Kilometer so schnell vorbeizugehen scheinen.  Eine Biegung hier, eine dort, dann schon das nächste Kilometerschild und Verpflegung, dann der Hotspot in der Durchfahrt unter dem Gebäude der Unfallversicherung und das zweitletzte Schild mit der Drei vorne.

 

 

Obwohl ich die Strecke wirklich gut kenne, bin ich selbst wieder erstaunt, dass diese Meter richtiggehend vorbeifliegen. Fünf weitere Kurven und ein Dutzend Alphornbläser später schreiten wir über den Hintereingang des Kultur- & Kongresszentrum Luzern auf den roten Teppich quer durch den Konzertsaal, begleitet von akustischem und optischem Spektakel. Kaum sind wir draußen, ist links das Portal des alten Bahnhofs zu sehen, wenig später die Alstadt mit der berühmten Kapellbrücke und dem Wasserturm. 

Apropos Wasser, das gibt es auch gleich nochmal bei mittlerweile Kilometer 39. Und Iso dazu. Gleich nach dem Überqueren der Reussbrücke geht es in die Altstadt hinein und über den Weinmarkt, aber ohne, dass solcher ausgeschenkt würde. Zudem kommt genügend Flüssiges vom Himmel.

Das hält aber die Leute nicht ab, weiterhin in großer Anzahl die Strecke zu säumen. Auf dem letzten Stück sind viele von Ihnen Finisher, in Wärmefolie gehüllt und auf dem Rückweg in die Stadt. Mit der kleinen Zeitreserve, die Robin und mir noch bleibt, schauen wir, ob wir noch jemanden hinter uns in Sichtweite haben, den oder die wir noch innerhalb der geplanten Zeit ins Ziel bringen könnten. 

Im Wissen, das Möglichste getan zu haben, laufen wir ein im Wissen, dass wir dabei die Vorgabe erfüllt haben.  Ich bin dankbar, dass ich trotz des medizinischen Handicaps wie vorgesehen laufen konnte, und dass ich dreimal Familienbesuch an der Strecke hatte, hat mich besonders berührt.

Wie ich den Marathon, eingeklemmt zwischen den beiden eingangs erwähnten Meilensteinen, nun sehe? Wie das halt so ist bei einem Sandwich. Perfekt ist es in seiner Gesamtheit, doch in der Regel ist der Teil in der Mitte besonders schmackhaft. Und mit diesem Unterbau kann die Jubiläumsveranstaltung im kommenden Jahr gar nicht anders als erfolgreich sein. Wenn ich wieder etwas dazu beitragen kann, ist es mir eine Freude, den Genuss werde ich auf jeden Fall haben. 

 

Informationen: SwissCityMarathon Lucerne
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