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Laufberichte

ALONG THE WAVES

20.02.11
Autor: Klaus Duwe

 

Amathounta, die Wende und der Rückweg

 

 

Wir kommen zu meinen liebsten Streckenabschnitt. Rechts tobt das Meer und an einer schnurgeraden Straße liegt vor uns auf einem Hügel Amathounta. Unmittelbar an der Straße sind links die Ausgrabungsstätten der antiken Stadt zu sehen, die die älteste Ansiedlung in dieser Region sein soll. Auf Zypern gibt es viele Zeugnisse der über 10.000jährigen Geschichte des Landes. Von einigen habe ich bereits berichtet.

Die Straße steigt jetzt spürbar an und verläuft hoch über dem Meer, das man über die Dächer der Hotelanlagen hinweg sehen kann.  Am Ende der Steigung kommt bei  etwa km 12 die Wende. Wenn es jetzt auf gleicher Strecke zurück geht, heißt das nicht „ach, wie langweilig“, sondern  „oh, wie schön“.  Das Wetter ist herrlich, nach einem letzten Regenschauer scheint jetzt nur noch die Sonne und sofort wird es warm – 20 Grad! „Zu warm“, sagt mir Patrick, sein Shirt klebt ihm am Körper. Der Wind bleibt, sorgt für Abkühlung und vertreibt die Wolken, ist aber ansonsten nur hinderlich. Manchmal bläst er so stark, dass ich sogar bei leichtem Gefälle kräftig in die Pedale treten muss.

Die 4:00Stunden-Läufer holen jetzt die langsameren „Halben“ ein, das Feld wird wieder dichter. Zwei Mädels fallen auf: Riannah und Stacey aus England. Als Squaws verkleidet wird ihnen überall zugejubelt. Jeder Polizist dreht sich nach den zwei Hübschen um. Die zu flottem Lauf Motivierten überfordern sich dann doch und nutzen am Schluss jede unbeobachtete Gelegenheit zu einer Gehpause.

 

Zum Neuen Hafen

 

 

Bei  km 25 sind wir beim Start- und Zielgelände, gerade als die ersten Läufer ihr Rennen beenden. Liegt’s am Wind, dass für kenianische Verhältnisse „unterirdische“  Zeiten gemessen werden?

Der Park endet beim alten Hafen. Hier stand einmal die Burg, auf der Richard Löwenherz sein Herzblatt Berengaria von Navarra heiratete und zur Königin von England krönte. Wir verabschieden uns vom  Meer und von der Promenade. Statt Hotelpaläste säumen jetzt ein paar wenig einladende Imbissbuden und Restaurants die teilweise gepflasterte Straße. Es folgen Werkstätten und Gewerbebetriebe, eine schöne, alte Kirche und eine Mosche und schließlich sehr repräsentative Verwaltungsgebäude. 

An den großen Frachtschifften und Kränen ist unschwer zu erkennen, wir sind im neuen Hafen. Wir wenden gleich beim großen Kreisel und laufen auf gleicher Strecke zurück. Patrick’s Shirt hat der Wind fast trocken geföhnt. Er wird seine anvisierte Zeit nicht ganz schaffen. „Zu warm, zu viel Wind“, sagt er. Letztendlich ist es ihm egal. Man sieht ihm die Freude an, als er schließlich zur Molos einbiegt und die letzten 300 Meter zum Ziel läuft.

 

Molos/Ziel

 

 

Der Marathon in Limassol ist auf einem guten Weg. Alle Änderungen tragen zu einer wesentlichen Steigerung der Attraktivität bei. Ich bin sicher, im nächsten Jahr freuen sich die Organisatoren über noch mehr Teilnehmer.

Ganz ausgestanden ist der Marathon damit aber noch nicht. Am Abend gibt es im Hotel Atlantica Oasis eine zünftige After-Race-Party mit Live-Musik. Gut beraten ist, wer nicht gleich (wie ich) wieder nach Hause düst, sondern ein paar Tage am Meer genießt, Ausflüge macht und noch etwas mehr von Land und Leuten kennenlernt.
  

Marathonsieger

Männer

 

1  BASWETI MOMANYI  KEN 2:27:08
2  KIPKOECH RAYMOND  KEN 2:27:43
3  CHEMWOLO ELIU KIPRONO  KEN 2:37:33

Frauen

1  JEROTICH RUTTO LYDIA KEN 2:47:53
2  SEMILETOVA NADEZDA RUS 2:48:31
3  PANKOVSKAYA IRINA RUS 2:49:08

12
 
 

Informationen: Limassol Marathon
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