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Laufberichte

„Ciao, i sono Andrea”

14.10.12

 

In Arco hängt man ab


Denn was Kitzbühel für Abfahrtsläufer, Wimbledon für Tennisspieler oder Hawaii für Triathleten, ist Arco für Kletterer - und das schon seit 25 Jahren. Der österreichische Kaiser Arco hatte die Stadt einst aufgrund seines milden Klimas zu seinem Wintersitz erklärt. Natürlich zog dies nach und nach immer mehr Wohlhabende aus der ganzen Monarchie in das winzige Städtchen, darunter auch Sissi (Kaiserin Elisabeth).



Noch heute sieht man die aufwändige Villen, Gärten und Promenaden. Kleine schmale Gassen, schwere Terrakottakübel vor den Häusern, alte Laternen beugen sich über Kopfsteinpflaster. Dort sitzen einige gemütlich und genießen den „Aperol“, einen Kräuterlikör.


Valle del Sarca


Ich erfahre, dass das Gebiet, in dem wir nun laufen, und durch das die 11 km lange Fahrradpiste des Valle del Sarca führt, wohl zu den eindrucksvollsten des ganzen Trentino gehören soll.



Wir folgen auf einem Teilstück diesem Radweg am Damm des Flusses. Dieser verbindet die Ortschaften Torbole und Riva del Garda. Bei 21,1 Kilometer wird unsere Halbmarathon-Durchgangszeit elektronisch festgehalten. Voll gefederte und sauber geputzte, chromblinkende Carbonschnittchen stehen vor dem Kult(Radler)treffpunkt „Meckis“ Bar. Kurz darauf überqueren wir die Sarca. Am Horizont haben sich ein paar träge tiefdunkle Wolken versammelt. Ganz leicht und angenehm geht es abwärts. Weder Antonio Vivaldi noch Guiseppe Verdi, auch kein Eros Ramazzotti klingen zu uns herüber. Karibische Trommelklänge statt Italo-Schmachtfezen auf der Durchgangsstraße von Torbole.


Steife Brise in Torbole


„Rip Curl“, „Billabong“, „O´Neill“ vor Jahren war das hier ein echter Geheimtipp und ich habe viel Geld in den hiesigen Surfshops gelassen. Auf einmal schlägt mir das Kilometerschild 27 regelrecht entgegen: wo sind die letzten Kilometer geblieben? Kay und sein Vater sind sicherlich nicht ganz unbeteiligt am Boom des Windsurfens Mitte der 70er Jahre. Fast geräuschlos glitten sie auf ihren „Mistral“ Brettern und den Segeln im 70er Jahre Look über diesen und andere Seen. Je heftiger der Wind blies, desto besser. Jetzt verflucht Kay den berühmten Gardasee-Fön, denn anders als beim Surfen, bläst der „Orca“ genannte Wind jetzt gegen uns und zu allem Übel fängt es auch noch an zu regnen.



Wir sind mittendrin, in der dritten Jahreszeit von Vivaldi. Die asphaltierte zweispurige Straße glänzt nass. Niemand parkt heute am Straßenrand. Dank des Tunnels Nr. 23 lassen wir uns die Laune nicht verderben. In Tunnel Nr. 24 zieht es heftig und die nasse Kleidung klebt am Körper und entzieht in erschreckendem Tempo die Körperwärme. Das ist nicht zu unterschätzen, denn wir haben noch 12 Kilometer zu laufen. Wieder folgt Tunnel (25) auf Tunnel (26). Ein Schild sagt uns, dass wir am Ende des Trentino angelangt sind.

 
 

Informationen: LAKE GARDA 42
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