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Laufberichte

Training oder Wettkampf?

07.03.09

Was macht ein Läufer wenn die Temperaturen wieder steigen und im Wald das erste Grün bereits zu sehen ist? Richtig, er schaut in den Laufkalender ob er nicht mit einer Laufveranstaltung seine Trainingseinheiten aufpeppen kann.

Für das erste Märzwochenende bietet sich da der Lauf „Rund um die Steinmühle“ in Marburg an. Hier richtet der Ultra Sport Club einen 50 KM Lauf aus. Um nicht gleich alle Frühstarter abzuschrecken, wird auch noch alternativ die Marathon- und Halbmarathonstrecke angeboten. Das Schöne dabei ist, dass man während des Laufes sich noch für die kürzere Distanz entscheiden kann und dann dort gewertet wird. So bleibt das Risiko, frustriert und mit leeren Händen nach Hause fahren zu müssen doch ziemlich klein. Selbstverständlich sind alle Strecken nach IAAF Regeln vermessen und bestenlistenfähig.

Zusammen mit meinem kleinen Fanclub – bestehend aus meiner Frau Inge und ihrer Freundin Christiane – mache ich mich also am Samstagmorgen in aller Frühe auf den Weg. 250 KM Autofahrt sind es für uns nach Marburg.

Da wir um diese Uhrzeit zügig fahren können, erreichen wir bereits um 8 Uhr den Parkplatz an der Steinmühle. Hier im Ortsteil Cappel nutzt man das Landschulheim an der historischen Steinmühle als Organisationszentrum, wo dann auch der Start für alle Läufe und später der Zieleinlauf erfolgen werden.

 
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Schnell habe ich mich noch für die Marathonstrecke angemeldet und zahle hierfür als Nachmelder 25 Euro. Ich erhalte eine Startnummer mit integriertem Bipchip, welcher für die elektronische Zeitnahme sorgt.

An Marburg habe ich nur angenehme Erinnerungen. Schon dreimal bin ich beim Nachtmarathon gestartet, und 2007 auch  an der Steinmühle. Ich weiß also bereits, dass der Ultra Sport Club immer eine schöne Veranstaltung auf die Beine stellt.

Bereits zum 17. Mal findet in diesem Jahr der Lauf um die Steinmühle statt, und besteht somit länger als der Nachtmarathon.

Im Speisesaal wird noch ein gutes Frühstück angeboten. Wer wollte konnte auch kostenlos in der Turnhalle übernachten. Bald treffen wir wieder bekannte Gesichter. Vielstarter Volker Berka ist ebenso dabei wie Weltrekordler Horst Preisler. Volker macht mich noch mit Thomas Eller bekannt, welcher von der Schlammschlacht beim Tough Guy in England berichtet.

Am Start lerne ich auch noch Joe Kelbel persönlich kennen. Der rasende Reporter für marathon4you war letzte Woche noch in Barcelona und davor zum Karneval in Kiel.

Um 10 Uhr erfolgt dann auf dem Hof des Landschulheimes der Start für alle Läufe. 338 Läufer/innen haben sich eingefunden und es wird etwas eng, als wir durch die Erfassungstore laufen. Die 75 Marathonläufer sind hier in der Minderheit, denn neben den 171 Halbmarathonläufern starten auch 92 Ultraläufer.

 
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Auf einer 10 KM Runde geht es jetzt auf einem Radweg zuerst Richtung Marburg, bevor wir dann die Lahn überqueren und wieder nach Cappel zurücklaufen. Drei gut bestückte Verpflegungsstellen gibt es auf der Runde. Ja, bei den Ultraläufern ist man gut aufgehoben, die wissen genau was ein Läufer braucht. Neben  Wasser, Tee und Iso gibt es auch Cola, Kekse und Bananen.

Im Hof des Landschulheimes hat man dann die 10 KM Marke erreicht und wird wieder vom Erfassungsgerät registriert. Hier stehen auch so ziemlich die einzigen Zuschauer. Meine beiden Fans haben ihre Kaffeepause für ein Foto unterbrochen und feuern mich jetzt kräftig an.

In der zweiten Runde bemerke ich am Lahnufer doch etwas Gegenwind aber man kann sich ein wenig hinter seinen Mitläufern verstecken. Die vergangene Woche ließ wettermäßig bereits das Schlimmste befürchten, aber heute profitieren wir doch von einem schmalen Aufklarungsband und die Sonne zeigt sich am Himmel.

Teile der Strecke erkenne ich vom Nachtmarathon wieder. Auch heute habe ich lange einen schönen Blick auf das Marburger Schloss. Nach der Lahnüberquerung geht es auf einem Radweg an der Autostraße Richtung Gisselberg. Nachdem wir die Bundesstrasse unterquert haben, geht es auf eine Pendelstrecke und es ist mal wieder interessant zu beobachten wer vor und hinter mir läuft. Thomas Eller grüßt und sieht noch locker aus.

An den Schallschutzwänden der Bundesstraße geht es zuerst hinauf und dann wieder hinunter. Die Halbmarathonis haben es schon gleich geschafft und geben noch einmal alles. Wieder geht es durch die Tore des Bipchipsystems, welche doch ein wenig an überdimensionale  Ohren erinnern. Es gibt wieder Beifall von den sachkundigen Zuschauern und die Möglichkeit sich mit allem Notwendigen zu versorgen. Die Halbmarthonläufer spurten ins Ziel und mancher ist sogar schon auf dem Weg zur Dusche.

Die restlichen Halbmarathonläufer biegen dann noch auf ihre Ausgleichstrecke ab und nun wird es deutlich ruhiger auf der Strecke. Nicht nur die Anzahl der Läufer wird weniger, sondern auch das Lauftempo wird jetzt etwas herausgenommen. Sowohl die Marathonläufer als auch die Ultras haben den anstrengendsten Teil des Laufes ja noch vor sich. Ursprünglich stand für mich heute nur ein 32 KM Trainingslauf für den Start in Steinfurt auf dem Programm. Aber dann kam die Einladung aus Marburg und die Möglichkeit einfach noch 10 KM weiter zu laufen und damit wieder ein zählbares Lauferlebnis zu haben.

Entsprechend vorsichtig muss ich aber nun auch laufen. Der Himmel ist immer blauer geworden und die Sonne lacht. aber dank der guten Verpflegung komme ich zügig voran. Ich ziehe die Ärmel meines Trikots etwas höher und genieße den Anblick der ersten Krokusse am Wegesrand. Die Strecke nach Gisselberg nervt dann etwas, denn hier an der Straße stinkt es nach Auspuffgasen. Aber schon bald kann ich wieder abbiegen und mich verpflegen. Wieder kommt das Pendelstück und die Gesichter der Mitläufer sind konzentrierter geworden. Bei Kilometer 30 bin ich wieder an der Steinmühle. Ich winke meinen Fans zu und versorge mich nochmals gründlich. Danach mache ich mich auf zur letzten vollen Runde.

Es wird erwartungsgemäß schwerer auf der langen Geraden am Lahnufer, aber ohne Fleiß keinen Preis. Ich denke an die Ultras, welche gleich diese Runde nochmals laufen müssen. Da habe ich es ja gut und will nicht klagen. Kilometer 32 ist erreicht und jetzt wäre mein Trainingslauf im Wald sang und klaglos beendet. „Na komm schon“ ermutige ich mich selbst, „noch 10 KM einfach weitertraben“ Gisselberg ist wieder erreicht, auch an der Pendelstrecke ist es ruhig geworden. „Es ist nicht mehr weit. Siehst doch noch gut aus“ ermuntert mich der Streckenposten. Ich höre schon den Sprecher im Ziel. Aber noch muss ich die restliche 2,195 KM Runde laufen. „Bis gleich“ rufe ich meinen Fans zu und kann wieder erleichtert lächeln.

Dann ist es geschafft. Nach 4:04:35 bin ich im Ziel und erreiche damit den ersten Platz in meiner Altersklasse.

Nachdem ich mich etwas erholt und die Glückwünsche meiner Frau entgegen genommen habe, kann ich mich Gebäude der Turnhalle duschen und umziehen. Danach fülle ich mit einem Stück Kuchen wieder die Speicher auf. Mit den anderen Läufern kann ich mich noch über die Erlebnisse unterwegs austauschen und den restlichen Zieleinlauf beobachten. Schon bald kommt auch Hans Drexler - besser bekannt als Powerschnecke - ins Ziel. Anscheinend hat er seine Verletzung auskuriert.

Schon bald beginnt die Siegerehrung des Marathonlaufes. Schnellster war Matthias Huppmann vom LGV Marathon Giesen in 2:57:48. Bei den Frauen war Annett Bahlcke mit 3:31:46 die Schnellste. Die Gesamtsieger erhalten schöne Pokale und auch für die drei schnellsten Läufer in den Altersklassen gibt es Medaillen.

Nachdem wir uns anschließend noch etwas in der schönen Marburger Altstadt umgesehen haben, machen wir uns auf den Heimweg und ich freue mich, dass ich mich heute für den Wettkampf anstatt für einen Trainingslauf entschieden habe.

Siegerliste 50 km

Männer

1 Lynas, Matthew LTV Erfurt GBR 3:11:12,3
2 Hinze, Stefan SSC Hanau Rodenbach GER 3:26:33,8
3 Hardenack, Frank Neuenkleusheim GER 3:27:14,0

Frauen

1 Hildebrand, Carmen SSC Hanau Rodenbach GER 4:07:29,9
2 Harz, Susanne SG PFW Aerospace AG GER 4:17:32,7
3 Schultz, Petra Magdeburger Laufkultur 08 GER 4:35:45,4

Marathon

Männer

1 Huppmann, Matthias LGV Marathon Giessen 2:57:48,2
2 Mulch, Markus ASC Licher Wald e.V. GER 3:00:04,2
3 Trobitius, Andreas FV Wehrda GER 3:03:10,2

Frauen

1 Bahlcke, Annett GER 68 3:31:46,0
2 Harz, Susanne SG PFW Aerospace AG GER 4:17:32,7
3 Schultz, Petra Magdeburger Laufkultur 08 GER  4:35:45,4

 

Informationen: Lahntallauf
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