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Laufberichte

Alles gerichtet in Marathon City

12.09.10
Autor: Klaus Duwe

Ich starte wegen der Fotos weiter vorne und um 9.00 Uhr ist es dann soweit, die Marathonis machen sich auf ihren Weg. 15 Minuten später starten die Staffelläufer. Jede Menge Zuschauer sorgen für echte Marathon-Stimmung und verleiten zu einem viel zu schnellen Beginn. Es geht gleich schon einmal in die Stadt, vorbei an der Liebfrauenkirche, auch Überwasserkirche genannt, weil sie gegenüber dem Dom auf der anderen Seite des Aa liegt. Am Spiekerhof ist das Kiepenkerl-Viertel mit der gleichnamigen Statue und Gastronomie, geradeaus schaut man zur Lambertikirche. Aber ich will Euch den Kiepenkerl erklären.  Eine Kiepe ist bei uns im Badischen ein Rückkorb, also ein Korb, den man auf dem Rücken trägt. Beim Marathon ist das etwas unpraktisch, deshalb gibt es dafür heute Gürteltaschen. Früher aber trugen die Kiepenkerle in solchen Körben die Produkte der Bauern in die Städte und nahmen dafür Gewürze und anderes zurück aufs Land. Und weil es noch kein Internet gab, verbreiteten sie auch Neuigkeiten und Klatsch und gelegentlich fungierten sie auch als Heiratsvermittler.

Was mir noch auffällt? Die Stadt riecht nach frischen Brötchen. Und mein Frühstück liegt schon drei Stunden zurück. Bei km 3 geht’s auf die Promenade, dem Grünen Ring um die Innenstadt, auch Fahrradautobahn genannt. „It’s all over now“ spielt unplugged eine Coverband. Na, das wäre aber schade.

Einige Kilometer weiten sind wir in der nördlichen Peripherie gelandet, immer begleitet von engagierten Frühaufstehern am Straßenrand.  Das Feld hat sich sortiert, man läuft entspannt, lediglich ein paar hektische Staffelläufer schaffen es nicht, ohne Körperkontakt zu überholen. Dann sind wir im Zentrum, passieren das Treff-Hotel, wo das Personal Ausschau nach der Chefin hält. Dann kommt der Stadthausturm mit der großen Showbühne und man kann schon einmal einen zaghaften Blick auf den  Prinzipalmarkt werfen. Hier schlägt das Herz der Marathon-City, schon jetzt sind viele Zuschauer da. Gleich neben dem Stadthausturm steht übrigens das Rathaus, in dem 1648 der Westfälische Frieden ausgehandelt wurde, der den dreißigjährigen Krieg beendete.

Beim wm-tv-Power-Point beim Aegidiitor geht’s noch einmal mächtig zur Sache, dann sind wir beim Aasee und die Ruhe kommt manchem nicht ungelegen. Der See staut das Wasser der Aa und liegt inmitten einer herrlichen Grünanlage, die im letzten Jahr als „Europas schönster Park“ ausgezeichnet wurde.

Den Läufer im roten Hemd vor mir glaube ich zu kennen. Nur die Mähne, die an Tina Turner erinnert, irritiert mich noch. Obwohl wir gerade mal 12, 13 Kilometer gelaufen sind, kriegt der seine Füße kaum hoch. Ultra-Schlappschritt nennt man das in Fachkreisen. Dann ist klar, er ist’s, der Steppenhahn, Internet-Pionier in Sachen Laufen. „Komm her Stephan, ich mach ein Foto, dann kommst Du mal auf ´ne gescheite Seite.“ „Ja, mach mal, hab extra meine Haare gewaschen“, dazu lacht er noch. Wie’s zu dem üppigen Kopfschmuck kommt, will ich wissen. „40 Monate nicht zum Friseur gegangen.“ Donnerwetter, 400 Euro gespart bei dem Tarif, den ich mit meinen Resthaaren bezahlen muss.

Gleich versteht man sein eigenes Wort nicht mehr, solchen Lärm machen die Trommler der Canarinhos und die begeisterten Zuschauer. Gleichzeitig haben wir eine erste Begegnung mit einer Münsteraner Besonderheit, den Stelzenläufern. In bunten, phantasievoll gestalteten Kostümen, hier zum Beispiel ein Feuervogel, sind sie für Läufer und Zuschauer gleichermaßen eine Attraktion.

Km 15, wir sind beim Technologiehof, Münsters erste Adresse für Technologie-Unternehmen und Startups und dann auf der Mendelstraße in Richtung Gievenbeck. Bei einer der unzähligen Getränke- und Verpflegungsstellen gibt’s handgemachten Jazz vom Feinsten. Den westlichen Stadtteil sparen wir aber zunächst aber noch aus und laufen rechts in die Felder nach Nienberge. Die Brücke über die B 54 ist die einzige nennenswerte Steigung des Tages. Zwei Ärzte auf Rädern fahren die Strecke ab. Für sie gibt es heute nichts zu tun.

 
 

Informationen: Volksbank Münster-Marathon
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