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Laufberichte

(K)eine einmalige Sache?

03.10.09


Etwa 11 Minuten hatte ich jetzt Zeit, bis ich wieder dran war. Ich verließ die Wechselzone, nahm einen Becher Wasser vom Verpflegungstisch mit und ging die paar Meter zur Sporthalle. Dort war es warm und ich konnte ganz ungestört ausruhen. Die Staffeln hielten sich sämtliche draußen im Bereich der Wechselzone auf, so dass ich ganz alleine in der Halle war, wo ich in aller Ruhe meine Zeit im Rundenzählblatt eintragen, etwas trinken und warten konnte, bis ich wieder raus musste.

Wieder übernahm ich den Stab und ging auf meine nächste Runde. Im Vorfeld hatte ich befürchtet, durch die Pausen jeweils aus dem Rhythmus zu kommen, aber schon jetzt hatte ich das Gefühl, dass ich von Anfang an das richtige Tempo hatte. Die Rundenzeiten, sowohl von Angelika als auch von mir zeigten dann später, dass wir jede Runde gleichmäßig schnell, mit einer Abweichung von höchstens +/- 6 Sekunden, gelaufen sind. Lediglich auf den letzten drei Runden wurden wir geringfügig langsamer, mussten unserem hohen Tempo Tribut zollen.
Die Runden selbst vergingen recht schnell. Zuerst war es wichtig, sofort das richtige Tempo zu finden, dann suchte ich weiter vorne einen Läufer, der etwa mein Tempo lief und versuchte dran zu bleiben, oder ihn zu erreichen. Dann kam schon nach etwa 500 m rechts an der Strecke die Pumuckl-Gruppe. Zumindest eine Staffel lief in Verkleidung und vermutlich gehörten die zu diesen Zuschauern. Die Erwachsenen hatten ihren Spaß beim Zuschauen und die Kinder bemalten die Straße und hatten natürlich noch mehr Spaß dabei.

Auch machte uns bereits in meiner ersten Runde eine in Gelb gekleidete Trommlergruppe am Straßenrand Beine mit ihren Schlaginstrumenten. Sie wurde einige Runden später von Guggenmusikern abgelöst, die in langsamem Zug Richtung Start-Bereich zogen und dabei ihre Musik spielte.

Dann waren da natürlich die Mitläuferinnen und –Läufer die man beobachten oder einholen konnte und immer wieder auch machte es „wusch“ und ein schneller Läufer war in beeindruckendem Tempo an einem vorbeigelaufen.

Gegen Ende der Runde, nach etwa 1,5km, als linkerhand bereits der Sportplatz lag, musste ich mich dann jedes Mal konzentrieren, um nicht langsamer zu werden und sobald ich dann die Wechselzone vor mir sah, versuchte ich Angelika in der Menge zu entdecken, um endlich den Stab „loszuwerden“ und mich erholen zu können. Ganz schön anstrengend, zwei Kilometer in schnellem Tempo zu laufen!

Apropos Wechselzone! In den Informationen vor dem Lauf wurden die Teams gebeten, dass sich jeweils nur der Wechselläufer in der Wechselzone aufhalten solle – eine sehr vernünftige Regelung. Aber in Wirklichkeit hielt sich kein Mensch an diese Regel, alle Staffelmitglieder wollten sehen, wann und wie ihr Läufer ankam, andere wollten fotografieren und daher war es immer ein wenig unübersichtlich. Mir machte es nichts aus, so schnell waren wir dann auch nicht, vermutlich aber fluchte manch schneller Läufer, wenn ihm jemand im Weg stand und der Wechsel nicht schnell genug gelang. Aber insgesamt ging es doch noch ganz geregelt zu.

Ein wenig bekam ich auf meinem Weg in die Halle noch den Wolfgang mit, der Streckensprecher machte und die vielen wartenden Läufer mit allerlei Informationen über den Stand der Spitze versorgte, oder auch über einzelne Staffeln und deren Läufer.


Während einer meiner Wartezeiten in der Halle, die Hälfte der 42 km lag bereits hinter uns, fiel mir dann auf, dass Angelika nicht nur die etwas längere erste Runde laufen musste, sondern eine Runde mehr als ich, denn 21 Runden lassen sich nicht „gerecht“ teilen und der Startläufer hat eben die Bürde, auch die letzte Runde zu laufen.

Nun, ich machte mir keine Sorgen, denn erstens war Angelika heute gut drauf und lief Runde um Runde 40 Sekunden schneller als geplant und zweitens konnte ich sie ja auf ihrer letzten Runde begleiten und noch ein paar Bilder von der Strecke machen, denn fotografieren konnte ich bisher während des Laufens nicht, denn eindeutig kam es bei diesem Lauf auf eine gute Zeit an. Ein paar wenige Bilder von der Strecke sollte ich aber schon mitbringen.

Genau so machte ich es dann. Gemeinsam liefen wir die letzte Runde, begleiteten einen der Einzelläufer, die die Strecke ohne Partner meisterten und waren insgesamt deutlich schneller als gewohnt im Ziel: 3:45:51h, zehn Minuten schneller als erhofft!

Auch wenn man bei einem solchen Staffelmarathon ständig unter Zeitdruck steht und auf der Strecke immer Tempo machen muss, Spaß hat es trotzdem – oder vielleicht wegen des Drucks? - gemacht. Einen solch kurzweiligen Marathon habe ich schon lange nicht mehr erlebt! Man mag ja jetzt einwenden, dass das für jeden von uns nur ein Halbmarathon war. Richtig, aber trotzdem fühlten wir uns am Ende als Marathonsieger, wir als Team hatten gemeinsam die 42,2 km geschafft, jeder war über seine Grenzen hinausgewachsen und wir freuten uns daher mordsmäßig über unseren gemeinsamen Erfolg.

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Informationen: Staffelmarathon Waldbreitbach
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