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Laufberichte

HOLA aus dem Trainingslager auf Mallorca

02.04.11

 

Dritter Tag:


Nach einem weiteren Morgen-Aufwach-Lauf und einem opulenten Frühstück steht eine längere Radausfahrt auf dem Programm. Wir fahren auf der Küstenstrasse nach Süden.

Wisst Ihr, dass Mallorca die größte Insel Spaniens ist? Es weist schon der lateinische Namen darauf hin. Insula major! Malle gehört zu den Balearen und ist Heimat von knapp 900000 Einwohnern. Von den Bewohnern lebt knapp die Hälfte in der Hauptstadt Palma. Amtssprache ist katalanisch und spanisch.

Mein Fotografenjob ist nicht einfach, er beinhaltet sogar ein wenig Gefahr. Stehen bleiben wie bei meiner Lauferei geht nicht, denn dann ist die Mannschaft auf und davon und ich kann kilometerweit hinterher hecheln und  -radeln, und das ohne Windschatten! So erfinde ich das Fotoschießen in der Bewegung. Die Ergebnisse sind besser als beim Laufen. Aber hinunterfallen darf die Kamera nicht. Außerdem bin ich da der Schlussradler.

Für ein wenig Abwechslung sorgt dann eine Horde von Harley Davidsons, die uns erst überholen, dann an einer Kreuzung stehen und später unser Ziel Colonia St. Jordi belagern. Der Ort liegt fast an der Südspitze der Insel. Wegen des sonnigen Wetters ist nur mit Mühe ein Platz im Freien einer Bar zu bekommen. Einige dürfen dann auf der Hafenmole sitzenderweise ihren cafe con lecce genießen. Der Rückweg (auf teilweise anderer Route) führt uns noch an einer Straußenfarm vorbei.

Für den langen Lauf kommen wir mit Verspätung zurück ins Hotel, der Tageskilometerzähler ist gerade dreistellig geworden. Die Laufeinheit (ein langer Lauf) führt mich an der Küstenpromenade entlang bis kurz nach den Flughafen und dann zurück. Der Kurs ist teilweise der gleiche, den die Marathonis im Oktober belaufen dürfen. Einige unserer Sportkollegen düsen sogar noch bis zur Kathedrale La Seu.

 

Vierter Tag:


Heute ist lauffreier Tag. Unsere Kaffeetrinker-Runde will wie in den Jahren zuvor mit der Bahn von Palma weit ins Inselinnere fahren und dann zurückradeln. Ganz einfach ist das nicht, denn die Bahn hat teilweise neues Zugmaterial ohne Radabteile. Andere Stimmen sagen, dass zur Rush Hour keine Räder mitgenommen werden. Aber, und da kann sich unsere Bahn ein Stückchen abschneiden, die Fahrt ist billig. Rund zwei EUR nimmt man hier für 45 Kilometer Bahnfahrt mit den Rädern.

Im ansonsten blitzsauberen Bahnhof von Palma (Estació Intermodal) geschieht Gerhard ein Missgeschick. Er findet mit seinem Rad eine Scherbe und fährt ein Loch. So kann er die Zeit der Bahnfahrt zweckmäßig mit einer Flickerei überbrücken.

In Sa Pobla ist Endstation für uns. Der Weg zurück führt uns an der Südseite der Serra de Tramuntana, dem Gebirge im Nordwesten der Insel, entlang. Eigenartigerweise bläst heute der Wind aus dem Landinnern Richtung Westen. Kurzzeitig öffnet Petrus seine Schleusen, so dass die Goretex-Jacke zum Einsatz kommt.

In Binissalem (4500 Einwohner) wird eingekehrt. Der Name (Banu Ssalam, „Söhne des Friedens“) des Ortes deutet auf maurischen Einfluss hin. Bekannt ist die Ansiedelung auf den mallorquinischen Weinanbau, wovon wir uns auf der Anfahrt überzeugen können.

Cafe con lecce und Kuchen gibt es auf der platanengesäumten Placa von der Kirche „Nostra Senyora de Rubines“, die aus den 16. Jahrhundert stammt. Der Glockenturm hebt sich in seinem neugotischen Stil ab.

Durch mehrere Orte radeln wir dann in unser Hotel zurück. Vor dem Abendessen spazieren noch einige zum Strand und beobachten den Sonnenuntergang.

 

Fünfter Tag:


Heute nehme ich die Kamera mit zum Frühstückslauf. Als interessante Motive dienen die Sandburgen, die unweit der Uferpromenade aufgebaut sind. An einem dieser Kunstwerke schauen unter einem Sonnenschirm ein paar angezogene Schuhe heraus. Ja, da liegt ein Bauherr noch schlummernd darunter.

Nach dem Frühstück wird sich für das obligatorische Gruppenbild aufgestellt. Unsere Runde fährt heute nach Santa Maria, eine kürzere Tour, da die Wetterprognose schlecht ist. Jetzt ist es aber noch sonnig und warm, aber wann schlägt es um?

Nach Santa Maria del Camí, so der komplette Name, führt wieder ein Radweg, der teilweise mit Holzschildern, dann wieder mit Metallschildern mit der Aufschrift Ruta Cicloturistica und dem Ortsnamen ausgezeichnet ist. Parallel zur Autobahn stellt sich dann eine üble Steigung über zwei Kilometer uns entgegen. Bergwertung!

In Santa Maria kehren wir in einem der zahlreichen Cafes ein. Die Pfarrkirche Santa Maria, schräg gegenüber, stammt aus dem Jahr 1216. Der Hochaltar dieses Gotteshauses zeigt ein Bildnis der Maria. Unser Rückweg führt über Algaida und Llucmajor zurück in unser Hotel.

Am späten Nachmittag steht dann eine weitere Laufeinheit am Plan. Die Intervalle werden dann schnell heruntergerissen, denn von der See rollt eine Schlechtwetterfront heran. Wir hören es schon donnern und der Wind frischt auf. Nach der letzten Einheit fängt es an zu schütten. Wir werden nass bis auf die Haut, als wir vor dem Hotel stehen. Das Auslaufen bei dieser Laufeinheit muss entfallen.

Vor dem Abendessen folgt wieder eine Gymnastikstunde mit Martina, die uns heute eine Pizzaübung präsentiert. Was es damit auf sich hat, da muss ich noch mal nachfragen. Am Abend wird im Bierkönig das Champions League Spiel Bayern München gegen Inter Mailand angeschaut. Der Ausgang dieses Spieles ist weniger erfolgreich für die Kicker von der Säbener Straße. Übrigens, in der Happy Hour gibt es da zwei Bier zum Preis von einem.

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