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Laufberichte

HOLA aus dem Trainingslager auf Mallorca

02.04.11

Bereits zum dritten Mal wollen wir ein Trainingslager auf Mallorca durchführen. Was es da sportlich gesehen zu erledigen gibt, was man da sehen kann und was es alles zu berichten wert ist, das könnt Ihr hier erfahren.

m4y ist sowas immer interessiert, denn Euch als Leser soll ja was geboten werden. Und meine nicht mitfahrenden Freunde im Verein und auf der Marathonlaufbahn bekommen so einen Vorschlag, wie man zeitig in der Saison an seiner Form feilen kann.

Crosstraining, das ist auch für Läufer wichtig. Und damit meine ich nicht nur das Laufen in unebenem Gelände. Der Begriff im sportlichen Bereich bezeichnet damit das gleichzeitige Üben in verschiedenen Sportarten. Ja, für einen Läufer rentiert sich der Blick über den eigenen Läufertellerrand hinaus.

Wie kann denn eine solche Woche aussehen? Wir planen ein wenig und sind damit immer richtig gefahren. Der Tag beginnt mit einem Frühstückslauf im lockeren und ruhigen Tempo, der rund 30 Minuten lang dauert. Danach schmeckt das Frühstück doppelt gut.

Weiter geht es im Tag mit einer Radtour, die schon mal 100 Kilometer durchs Land führt. Bars und Cafes findet man in jedem Ort zuhauf, da muss also keiner verhungern. Auf der anderen Seite ist es nicht verkehrt, den einen oder anderen Riegel mitzunehmen. Getränke sind auf der Radtour obligatorisch. Zweckmäßig ist es, von zuhause Radflaschen mitzunehmen. Auf Malle lässt man sich eine mit vier EUR teuer bezahlen.

Am späten Nachmittag steht dann eine Laufeinheit an. Da kann man dann alles einbauen von Steigerungen, Laufschule, Intervalle, schnelle Läufe oder lange Einheiten. Im Anschluss wird Gymnastik betrieben oder geschwommen. Prima, wenn das eigene Hotel noch einen SPA-Bereich hat. So ist der Tag gut verplant. Schöne Nebenwirkung der Kalorienverbrennung: Wir brauchen dieselben beim wiederholten Gang zum Büfett am Abend nicht zählen.

Ein Tag ohne Laufen sollte auch geplant werden, denn wenn man immer läuft, dann läuft irgendwann mal gar nichts mehr. Eine längere Radausfahrt oder eine Besichtigungstour mit Bus oder Mietwagen bietet sich da an.

Siggi Stachel, unser Übungsleiter, hat ein Motto ausgegeben: „Jeder kann, keiner muss.“ Die Verbesserung der eigenen Fitness, Spass zu haben und Land und Leute kennen zu lernen, das steht als Überschrift über diese Woche. Und man soll nicht übertreiben, denn bei zuviel Training steigt die Gefahr von Verletzungen. Die Geselligkeit will auch gepflegt werden.

 

Erster Tag:


Nach dem Hinflug am frühen Tag (Abflug 06.00 Uhr in München) sind wir zeitig auf der Insel. Der Buszubringer zum Hotel wartet schon. Leider sind die Zimmer des 4-Sterne-Hotels in der Nähe des Ballermanns noch nicht zum Bezug fertig. Dafür nehmen wir die Rennräder in Empfang und versorgen uns mit Getränken für die nächsten Tage aus dem Supermarkt.

Was braucht man als Ausrüstung: Wie gesagt, Trinkflasche, Fahrradschloss, Werkzeug, Radhelm, Radhose (mit Einsatz; wer mehr Sitzfleisch hat, der kann darauf verzichten), Sonnenbrille, Ausweis, Medikamente, wärmere Kleidung, Goretex-Jacke. Wer vielleicht schon dement ist und das eine oder andere daheim liegenlässt, sollte seinen Geldbeutel dick füllen oder die Kreditkarte mitnehmen.

Für das Rad empfehle ich das Mieten auf der Insel. Es gibt zwei große Radvermieter, einer aus der Schweiz und der andere aus Holland. Wenn man dort anfragt, kann man schon von zu Hause einen Drahtesel reservieren. Die Räder (schmale Reifen) sind gut in Schuss. Man sollte aber nicht eines von den zahlreichen kleineren Shops mieten, denn die sind manchmal verrostet und schlecht gepflegt. Als Miete werden bei vorheriger Anmeldung in größerer Stückzahl (so wie bei uns) um die 80 EUR pro Woche für gute Rennräder genommen.

Die erste Radtour führt uns an der Küste entlang nach S’Arenal. Das ist der bekannte Badeort mit hohem Alk-Verbrauch gerade im Sommer. Jetzt dominieren nicht nur hier die Radfahrer und Rentner. Vor 50 Jahren wohnten in Arenal gerade mal gut 1000 Leute, heute sind es über 16000.

Einkehr halten wir in Llucmajor, eine Kleinstadt mit knapp 10000 Einwohnern im Inselinnern. Sehenswert ist in dem Ort das Rathaus und die Kirche San Miguel, die nach der Kathedrale La Seu das zweitgrößte Gotteshaus auf der Insel ist.

Übrigens, zu orientieren ist nicht leicht, denn wie in vielen Orten ist gerne die Kirche das Zentrum. Nur, dass Innerorts aufgrund der geschlossenen Bebauung nicht zu erkennen ist, wohin zu fahren ist. Dass dann mitunter eine Einbahnregelung das Unterfangen noch schwieriger macht, ist klar. Als Radfahrer kann man aber entgegen der Fahrrichtung seinem Ziel sich annähern. Mit einem Anpfiff seitens der Polizei oder einem gezeigten Vogel von Autofahrern ist dann schon mal zu rechnen. Um am ersten Tag nichts zu übertreiben, wird in der Nähe unseres Hotels noch eine Einkehr gehalten.

 

Zweiter Tag:


Der ursprünglich vorgesehene lauffreie Tag kommt zu früh, denn die Wetterprognose ist schlecht. Ausgiebiger Regen ist angesagt. Zwar reicht es noch für ein Läufchen vor dem Frühstück, aber die Planung wird über den Haufen geworfen.

Wettertechnisch schau es Februar und März auf Mallorca so aus, dass in der Woche mit ein oder zwei Mal Regen gerechnet werden sollte. Nur, dort regnet es halt ein paar Stunden und am nächsten Tag scheint wieder die Sonne. Mit Tageshöchsttemperaturen von knapp 20 Grad bei Sonne könnt Ihr rechnen. Es kann aber auch bei einem Durchzug von einer Kaltfront, so wie bei uns, schon mal unter 10 Grad gehen. Und letztes Jahr hat es nach unserem Abflug dort sogar geschneit. Das ist aber die Ausnahme und dauert nur kurz.

Es geht zur Stadtbesichtigung nach Palma. Diese Idee haben nicht nur wir, sondern auch andere Urlauber, so dass wir erst im dritten Bus Platz finden. Die vorherigen sind überfüllt und durchgefahren.

Palma hatte bis vor kurzer Zeit noch den Zusatz „de Mallorca“. Heute heißt der dominante Ort auf der Insel auch noch Ciutad (de Mallorca), das letztere ist die katalanische Bezeichnung. Die Ausbreitung der Stadt (Agglomeration) geht entlang der Küste auf rund 30 Kilometer.

Wir besuchen Anfang die Großmarkthalle. Was es da zu sehen und kaufen gibt, die Bilder sagen mehr als Worte. Gleiches gilt auch für den anschließenden Stadtspaziergang. Einige Vereinskollegen beschweren sich, da ihre bessere Hälften übermäßig Zeit für ihre Geschäfte brauchen. Ich frag mal nicht nach, wie sich der Wasserstand in den Geldbörsen entwickelt hat.

Während es im Laufe des Tages immer wieder leicht geregnet hat, steht der Laufeinheit am späten Nachmittag nichts im Wege. Siggi hat Intervalle auf der Uferstraße zwischen den Ballermännern verordnet. Die Spaziergänger schauen verdutzt, was da abgeht.

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