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Laufberichte

Sonne, Berge, Marathon und Meer

19.10.14


Weg vom Meer


Dann ist Schluss mit Meerblick, es geht ein Stück landeinwärts. Hier wird die Halbmarathonmarke passiert. Vorher kommt uns der Führende entgegen. Mann, der ist schon  bei Km 38 und ich hab‘s noch nicht mal halb geschafft.

Eine nur leicht bekleidete junge Dame sorgt für Erfrischung aus der Wasserpistole. Na so was. Die Abkühlung kann ich aber gut gebrauchen. Anders als die Altstadt bietet die Strecke hier kaum Schatten. Es ist heiß.

Nun lerne ich den Wert der Wasserflaschen kennen. An jeder Verpflegung lasse ich mir eine Flasche zur Kühlung über den Kopf schütten und nehme dann eine Flasche mit, die ich unterwegs leere.  Wir laufen in praller Sonne, neben uns ist eine Schnellstraße. Der Flughafen ist direkt dahinter und nahezu im Minutentakt donnern startende Maschinen über unsere Köpfe hinweg.


Die nächste Schönheit


Hier braucht es schon viel an mentaler Stärke. Viele Läufer sind  im Walking Modus unterwegs. Einige steigen wegen der Hitze aus. Meine mentale Stärke steht und fällt mit der Kühlung. Und die wird wieder geboten. Wiederholt stehen freundliche Menschen mit mit Erfrischungen an der Strecke. Und an einer Verpflegung wartet die nächste knapp bekleidete Schönheit und bietet den Läufern Getränke an. Das nenn ich Service.

KM 27 und das Aquarium werden passiert. Nun ist es nicht mehr weit bis Arenal und wir dürfen wieder ans Meer. Vorher wird ob der vielen Restaurants, Kneipen und Läden erneut die mentale Stärke getestet, denn die Angebote vom Deutschem Eck, Münchner Kindl, Oberbayern usw. sind verlockend. Ich bleibe standhaft und laufe weiter.  Auch den Wurstkönig beachte ich nicht.

 

Endlich wieder Meer


Dann die die Wende, endlich sind wir wieder am Wasser. Es ist schon ein absolut beeindruckendes Ambiente, das sich uns hier bietet. Weit voraus grüßt Palma, links liegt das blaue Meer und der weitläufige Strand. Auge was willst du mehr? Eine weitere Schönheit in Gestalt einer Stangentänzerin? Bitte sehr, hier ist sie. Mir wird noch mehr heiß. 33 Grad werden angezeigt.

Ich brauche dringend Abkühlung. Die finde ich nicht nur durch die Wasserflaschen und Sprühnebel. Am Strand gibt es Duschen mit kaltem Wasser und da stelle ich mich nun unter jede, die ich entdecken kann. So eine gefühlte Ewigkeit unter der Dusche und ich kann wieder ein gutes Stück laufen. Und das macht Spaß. Die Km von Arenal zurück nach Palma sind für mich der schönste Streckenabschnitt. Immer wieder hat es kleine Buchten, Strände, sogar ein Naturschutzgebiet wird durchlaufen. Die Km vergehen – im hitzebedingtem Schneckentempo. Ich genieße den Lauf in vollen Zügen.

Nun werden wir auch wieder richtig angefeuert. Aus vielen Lokalen schallen uns Anfeuerungen entgegen. Auch viele Strandbesucher lassen sich nicht lumpen.


Palmakommt näher


Lag sie zunächst noch scheinbar unerreichbar weit weg, so kommt die Kathedrale und das vor ihr befindliche Ziel nun immer näher. Wegen der Gluthitze bin ich heilfroh darüber. Aber es ist andererseits schade, denn somit geht der Spaß dieses Streckenabschnittes leider auch dem Ende entgegen.

Und noch eine schöne Bucht, noch eine Verpflegung und nach Km 39 hat uns die breite Küstenstraße wieder. Ein Läufer macht bei KM 40 ein Selfie. Das Ziel liegt nahezu gegenüber auf der anderen Straßenseite. Vorher ist jedoch noch eine kleine Schleife im Hafen zu drehen. Auf den Rasenflächen sieht man viel Läufer, die es schon hinter sich haben und die zum Ziel strebenden Läufer anfeuern. Eine schöne Atmosphäre.

Die Schleife packe ich auch noch und schon bin ich auf den letzten Metern zum Ziel. Nach 4.46 Stunden hat der heutige Spaß ein Ende. Ich bin heilfroh im Ziel zu sein und Doris darf mir einiges an Wasser über den Kopf schütten.

Drei bleifreie kühle Weizen und eine untertemperierte Dusche  später geht es mir wieder richtig gut. Es hat wieder richtig Spaß gemacht.

Wir sind uns einig: Wir werden wiederkommen. Mallorca ist immer eine Reise wert und der Marathon in Palma sowieso. Was mir übrigens auch sehr gefällt, ist der breitensportliche Ansatz der Veranstaltung. Hier werden keine schnellen Läufer für teures Geld verpflichtet.

Fazit


Wunderschöner Marathon mit abwechslungsreicher Strecke, gut organisiert, beeindruckender Start- und Zielbereich. Optimal mit einem Urlaub auf Mallorca zu kombinieren.
 

Tipps für reiselustige Läufer

 

Port de Soller ist eine guter Ausgangspunkt für Wanderungen im Tramuntana Gebirge. Hier nur ein Wandertipp: Rund um die Tossal Verds. Ausgangs- und Endpunkt einer der Parkplätze am Cuber Stausee. Der beeindruckende Fernblick vom Gipfel der Tossal Verds entschädigt für alle Mühen.

Fahrt mit der historischen Straßenbahn von Port de Soller nach Soller. Dort ab in die Eisfabrik Fet a Soller und ein dickes Hörnchen mit Eis genießen. Einfach nur köstlich. Dann weiterfahren mit dem Tren de Soller. 1912 wurde die Eisenbahn von Palma nach Soller erbaut und die 50-minütige Fahrt mit der alten Bahn ist ein echtes Erlebnis und Vergnügen. Für die Rückfahrt kann man ja wieder den Expressbus Linie 211 nehmen.

Für alle die es gerne ruhig haben sei als Unterkunft die Muleta de Ca S'Hereu oberhalb von Port de Soller empfohlen. Man kann hier mit einem prachtvollem Blick auf die Bucht von Port de Soller auch auf einer Wanderung etwa nach Deia eine Pause einlegen und einen frisch gepreßten Orangensaft trinken. Köstlich.

 

Siegerliste Marathon

 

Männer

1 Dr. Roldan Mercadal, Antonio (ESP)  02:30:08  
2 Serbessa, Mulugeta (CZE) 02:31:17  
3 Dahmani, Toumi (MAR)  02:33:35  

Frauen

1 Gilardi, Daniela (ITA)  03:10:02  
2 Teichmann, Claudia (GER) 03:18:01  
3 Schlender-Kamp, Angelika (GER)  03:19:12  

1318 Finisher

12
 
 

Informationen: Palma de Mallorca Marathon
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