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Laufberichte

111. Marathon am 11.11. um 11.11.

 

Es gibt ja schon verrückte Sachen, die man einfach machen muss. Ich zumindest, denn wenn ich schon mal die Gelegenheit geboten bekomme, an meinem Geburtstag zu laufen, muss ich diese auch nutzen. Vor allem, wenn es um den 111. Marathon am 11.11. geht.

Dafür muss ich natürlich vorarbeiten und aufpassen, denn die Startplätze beim Karneval-Marathon sind auf 50 limitiert und heiß begehrt. Also gleich den Beginn der Anmeldefrist, das war der Aschermittwoch 2018, nutzen, um nicht mit langem Gesicht und ohne Startplatz dazustehen. Anschließend schnell noch per Mail nach der passenden Startnummer, die 11, fragen und schon steht meinem selbst gesteckten Ziel nichts mehr im Wege, außer ein paar noch zu absolvierenden Marathonläufen. Als ich beim Marathon in Lübeck dann erfolgreich zum 110. Mal finishe, steht dem jecken Jubiläum nichts mehr im Weg.

Um den Marathonsonntag in vollem Umfang genießen zu können, fahre ich bereits am Samstagabend mit meiner Familie nach Köln-Pesch. Am Morgen werde ich nicht nur von der Sonne wachgeküsst. Nach einem gemütlichen Frühstück geht es zum Start- und Zielbereich am Spielplatz am Pescher See. Kostümierte Teilnehmer und Zuschauer beherrschen das Bild. Die Escher Mädchen begeistern das Publikum mit ihren Tänzen und verkürzen uns so die Wartezeit.

 

 

Anschließend begrüßt uns Organisator Evert.  Der Ortsbürgermeister, der traditionell den Startschuss gibt, bekommt ein Glöckchen. Überschüsse aus der Veranstaltung werden an Kölner Karnevalgesellschaften zum Zwecke der Brauchtumspflege gehen. Womit ich beim diesjährigen Motto des Marathons bin, der ab der heutigen 3. Ausgabe ebenfalls zum Brauchtum gezählt wird. Ich werde nach vorne gebeten, denn mein jeckes Jubiläum ist in Köln natürlich eine Erwähnung, ein Ständchen und viele Glückwünsche wert.

Schließlich erfolgt die Einweisung, die zumindest für die Rundenzählung wichtig ist, denn die Startnummer ziert die Zahlen 15 bis eins. Jede steht für eine Runde und wird nach jeder erfolgreichen Runde countdownmäßig gelocht. Dann geht es pünktlich zum Start.

Da 15 x 2,7 Kilometer um den Pescher See nicht für den Marathon ausreichen, werden wir um 11.11 Uhr erst einmal entgegen dem Uhrzeigersinn auf die Runde geschickt, um dann nach 850 Metern zu wenden und anschließend die 15 Runden anzugehen. Durch die frühzeitige Wende kann ich alle Kostüme noch einmal würdigen. Der erste Kilometer liegt bereits nach weniger als 6 Minuten hinter mir. Passt sicher, wenn ich als 11. das Ziel erreichen möchte, aber deutlich zu schnell für meinen derzeitigen Trainingsstand. Trotzdem beginne ich diesen Lauf nicht vorsichtiger, denn dafür bin ich viel zu euphorisch. Die Beine sind leicht und frisch, der Schritt ist locker. Das leichte Auf und Ab der Strecke fällt noch nicht ins Gewicht.

Schnell komme ich mit meinen Mitstreitern ins Gespräch, nicht allein wegen meines seltenen Laufjubiläums, sondern auch wegen zahlreicher Laufabenteuer, über die wir uns austauschen. Mit Michael bin ich mir schnell einig, dass heute der Spaß im Vordergrund steht. So verfliegt am Anfang Runde um Runde. Mein Fanclub und feuert uns immer wieder an. Die La Ola-Wellen kann ich schon bald nicht mehr zählen. Selbst mit den Runden wird es schnell schwierig, da ist es gut, dass die freundlichen Helfer am Spielplatz ihren Job verstehen und nach jeder Runde ein Loch auf meiner Startnummer dazukommt.

 

 

Die angenehme Begleitung von Karin, sie wird am Ende bei den Frauen gewinnen, lässt mich die Strapazen der ersten Hälfte vergessen. Dann begleiten mich auch noch Nikita und Silke jeweils auf einer Runde. Nur muss ich es auf der 2. Hälfte langsamer angehen lassen. Die umfangreiche Verpflegung ist zwar sehr gut und bietet sehr viel Abwechslung, nur habe ich vergessen, dass mir isotonische Fitnessgetränke beim Laufen nicht gut bekommen. Ein um das andere muss ich aufgrund Bauchgrimmens gehen. So kann ich mein zuerst angepeiltes Ziel, 11. zu werden zwar nicht mehr erreichen, habe für Plan B ausreichend Zeit. Der Himmel weint mit mir über eine verpasste Gelegenheit, aber ich nehme es mit Humor und nutze die nächsten Runden für weitere Gespräche. Ein ums andere Mal erklingt Happy Birthday, wenn ich überholt werde. Runde um Runde nähere ich mich dem Ziel, immer wieder am Spielplatz angefeuert von meinem Fanclub.

Je näher ich dem Ziel komme, desto aufgeregter werde ich. Immer wieder fällt ein banger Blick auf die Uhr, selbst in der letzten Runde. Ich muss mich weiter zügeln, um nicht zu schnell zu werden. Michael und Robert lasse ich ziehen, sie sind für mein Vorhaben zu schnell. Als ich schließlich das Ziel am Spielplatz erreiche, muss ich trotzdem noch einmal abstoppen, da ich immer noch zu schnell bin. Um meine Wartezeit zu verkürzen, wird mir ein lecker Kölsch gereicht. Dann schaffe ich es unter tosendem Applaus und herzlich begrüßt nach 4:44:44 Stunden den Zielstrich zu überqueren. Mission erfüllt, und das sogar als 22. Närrischer und fröhlicher als bei diesem Marathon geht es sicher nicht.

 

Informationen: Karneval-Marathon
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