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Laufberichte

Einfach nur himmlisch

 

Fotos:Markus Pitz

 

Überglücklich und total ausgelutscht nehme ich nach dem Überleben meines ersten Marathons im Siebengebirge vor 16 Jahren die heißersehnte Medaille entgegen. Ich bin Marathonläufer! Selbstverständlich war es undenkbar, diese Strecke auch weiterhin ohne (Edel)Metall am Ende zu bewältigen und genau so selbstverständlich wurde diese eherne Regel irgendwann einmal über Bord geworfen. Wirklich wichtig war doch alleine das Erlebnis des Ankommens! Dennoch freute ich mich weiter, wenn es etwas um den Hals gab. Als ich jedoch die Medaille des Himmelswegelaufs zum ersten Mal in einer Abbildung sah, wußte ich, daß ich diese haben muß. Und zwar egal, was mich auf dem Weg zu ihr erwartet.

Mit dieser Einstellung, so sollte ich allerdings schon bald reumütig erkennen, wäre ich diesem besonderen Lauf von besonderen Menschen an besonderem Ort mit besonderer Medaille allerdings nicht gerecht geworden. Aber erst einmal schön eines nach dem anderen: Klar kann man auch rund 400 km anfahren, laufen und direkt wieder heimfahren, so meine erste Überlegung. Aber schon nachdem ich mich nur ansatzweise mit den Gegebenheiten auseinandergesetzt hatte, war klar, daß dies hier und jetzt ein komplettes Wochenende wert sein würde.

Der „Nahe Osten“, diesmal der Süden Sachsen-Anhalts, hart an der thüringischen Grenze, wird offensichtlich langsam, aber sicher zu meiner zweiten Laufheimat: Ob z.B. Brückenlauf auf der A 67, untertage in Sondershausen und Merkers, im Kyffhäuser oder über den Rennsteig: Es bieten sich zahlreiche schöne Läufe in vollkommen unterschiedlichem Umfeld an, daher lohnt es sich, immer wieder zurückzukommen. Elke und ich reisen also schon am Freitag an und sind bei den Ersten, die sich ihre Startunterlagen am späteren Ziel abholen. Was es mit diesem Interessantes auf sich hat, komme ich gleich zu sprechen. Untergekommen sind wir in Naumburg, einer historisch wie optisch sehr ansprechenden Stadt, die der Krieg wohl ziemlich verschont hat. Es überrascht nicht, daß Deutschland bei der UNESCO die „Aufnahme des Naumburger Doms und der hochmittelalterlichen Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut“ in die Liste des Weltkulturerbes beantragt hatte, auch wenn die Bewerbung letztlich leider scheiterte. Wir nutzen den verbleibenden Abend zum Erkunden des alten Gemäuers und fangen Euch einige nette Eindrücke ein.

 

 
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Wenn die Begriffe Saale und Unstrut fallen, klingelt es bestimmt bei vielen von Euch, insbesondere bei den Weinliebhabern, die dieses kleine, aber feine, nördlichste unserer Qualitätsweinanbaugebiete und/oder dessen Produkte schon kennengelernt haben. Erfreulicherweise werden wir dieses unter weitestgehender Nutzung eines Radwegs entlang der Unstrut in Augenschein nehmen können. Dieser nette Fluß entspringt im nordthüringischen Kefferhausen, wo liebe Freunde eine Blindenlaufschule betreiben, wo meine kenianischen Brüder schon mehrfach zu Gast waren. 192 km weiter mündet die Unstrut in die Saale.

Am Abend sind dann auch unsere Freunde Silke, Markus und Herbert eingetroffen. Gerne nutzen wir Männer am Morgen den Taxiservice Silke, der uns gegen acht Uhr zum Start bringt und verschmähen damit den vom Naumburger Hauptbahnhof angebotenen Shuttleservice. Anschließend fährt Silke meine Elke zum Marathonziel, da dort um 10 Uhr der fast schon obligatorische Zehner auf sie wartet. Tatsächlich winkt ihr zur Belohnung   die gleiche Medaille, auf die ich so stark spekuliere. Da sie diese also deutlich früher erhält, wird mich das rund drei Stunden Neid kosten. Also jetzt Butter bei die Fische: Was  ist das so Besondere an diesem Stück Blech?

 

Einfach nur astronomisch

 

Zwei Grabräuber fanden 1999 durch Zufall auf dem 252 m hohen Mittelberg, 3 km von der nahe Naumburg gelegenen Ortschaft Nebra gelegen, einen „Blechteller“ von 32 cm Durchmesser und 2,3 kg Gewicht, der sich schließlich als einzigartiger Fund herausstellte. Es handelt sich nämlich um nicht weniger als die auf ein Alter von 3.700 bis 4.100 Jahre geschätzte, weltweit zweitälteste Himmelsdarstellung aus mit Goldapplikationen verzierter Bronze mit Barke, Sonne, Mond und Sternen. Forscher rekonstruierten damit, wie man sich in der Bronzezeit den Weltenlauf vorstellte. Man vermutet eine jahrhundertelange religiöse Nutzung, bevor das Teil, warum auch immer, vor rund 3.600 Jahren vergraben wurde. Die Originalscheibe befindet sich im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Und exakt dieses hübsche und geschichtsträchtige Teil ist der Lohn unserer Mühen, wenn auch in deutlich verkleinerter Form. Will ich haben!

Drei km von der Fundstelle der Himmelsscheibe entfernt hat man ein großes, architektonisch, wie soll ich sagen, wagemutiges Dokumentationszentrum über dem Unstruttal errichtet. Zu diesem gilt es für uns Männer zu laufen. Und zwar ab der Ortschaft Goseck, die thematisch sehr gut zur Himmelsscheibe passt. Denn dort hat man 1991 bei einem Erkundungsflug ringförmige Bodenverfärbungen entdeckt, in denen man die Überreste einer jungsteinzeitlichen Kreisgrabenanlage erkannte. Sie liegt auf einem Plateau oberhalb des Saaletals, besteht aus einem annähernd kreisförmigen Ringgraben von etwa 71 m Durchmesser und hat drei nach Norden, Südwesten und Südosten ausgerichtete Zugangswege. Anhand derer lassen sich die Sommer- und Wintersonnenwenden feststellen.

Zwischen 2002 und 2004 wurde das als Sonnenobservatorium identifizierte Bodendenkmal vollständig ausgegraben und wiederhergestellt. Es war während des Mittelneolithikums, in der Jungsteinzeit, vor etwa 6.900 Jahren errichtet worden, ist damit 2.000 Jahre älter als Stonehenge (!) und wird von einigen Archäologen als das älteste Sonnenobservatorium der Welt bezeichnet. Das war deshalb von überragender Bedeutung, weil man so den Zeitpunkt der Aussaat richtig bestimmen konnte. Die Ägypter sollen erst tausend Jahre später darauf gekommen sein. Zusammen mit dem Fundort der bronzezeitlichen Himmelsscheibe von Nebra, dem Großsteingrab Langeneichstädt, der Kreisgrabenanlage von Pömmelte und dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle ist sie eine Station auf der touristischen Straße „Himmelswege“. Und exakt auf dieser findet der Marathon statt.

 

 
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Tatsächlich läuft uns neben zahlreichen weiteren Lauffreunden, wie z.B. Peer und Günter, auch gleich der Hauptorganisator über den Weg: Marathon-Doppelolympiasieger Waldemar Cierpinski, der 1976 und 1980 erfolgreich war. Ihn bitte ich nicht nur erfolgreich um ein gemeinsames Foto, sondern auch um eine Signatur seines Buches von 1987 („Meilenweit bis Marathon“), das ich im Ziel von ihm erhalten soll. Da versteht es sich doch von selbst, dass ich beim Verrücken der Startgitter mit Hand anlege. Ein Vorstart findet fototechnisch pressewirksam aus dem Pfahlkreis heraus statt, bevor der tatsächliche auf dem davorliegenden Asphaltweg erfolgt. Wie Waldemar uns Reportern schon von sich aus informiert hatte, gilt es zunächst in Abweichung zur üblichen Strecke zwei Runden durch Goseck zu drehen, da der Originalkurs durch Bauarbeiten an diversen Eisenbahnbrücken nicht zur Verfügung steht.

 

Einfach nur schweißtreibend

 

Schon die ersten Meter sind, obwohl die Sonne noch weitestgehend wolkenverhangen ist, durchaus schweißtreibend, was sich im weiteren Verlauf, dann ohne Wolken, noch deutlich verstärken wird. Auf gut zu belaufenden Straßen kommen wir zügig voran, schon streifen wir nach 3,5 km das zu Goseck gehörende Markröhlitz. Immer wieder werden wir auf unserem Weg nach Westen kleinere Ortschaften durchmessen und nicht nur dort die wirklich attraktive Landschaft kennenlernen. Aufgrund der als bekannt vorausgesetzten Geschichte unterscheiden sich die Dörfer wirklich immer noch teilweise von dem, was der Wessi von zuhause kennt, und das bald dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung. Das besitzt aber für mich durchaus Charme.

Weit können wir auf unserem Kurs vorausschauen, immer wieder prägen lange Geraden unseren Weg. Wohl dem, der darauf eingestellt und psychisch gefestigt ist. Das soll aber keineswegs bedeuten, dass es nichts zu sehen gäbe: Die stark landwirtschaftlich geprägte Gegend ist leicht wellig (175 Höhenmeter werde ich am Ende ermittelt haben) und ausgesprochen abwechslungsreich. Mir jedenfalls wird kein Meter langweilig. Auf dem Weg zum ersten VP kommen uns schon Radler entgegen. Wie auch beim heimischen Windhagen-Marathon hat man die Veranstaltung durch eine Radtour aufgewertet und sich so ein ansehnliches, weiteres Teilnehmerfeld erschließen können. Gute Idee, insbesondere auch deshalb, weil man die Radsportlegende Gustav Adolf „Täve“ Schur (den mitteldeutschen Rudi Altig) zum Mitmachen gewinnen konnte. Täve gehört übrigens dem Jahrgang 1931 an, ist demzufolge stolze 87 Jahre alt und ganz offensichtlich topfit!

 

 
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Einfach nur beeindruckend

 

Auch bezüglich der Verpflegung gibt es nichts zu meckern (selbst wenn ich gegen Ende schon gerne einen Becher Cola gehabt hätte): An Wasser, Iso, Apfelschorle, Bananen, Äpfel und Pfannkuchen, (Krapfen, Kräppel) kann ich mich erinnern, bestimmt gab's neben den Schwammstationen auch noch mehr. Ich halte mich, wie fast immer, ausschließlich an Flüssiges. Wunderschöne Alleen bringen uns weiter voran, nette Gespräche wie mit Heike garnieren den Parcours. Die Vellmarerin läuft nach „einem ganzen Leben für den Fußball“ erst seit zwei Jahren, heute aber bereits ihren 33. Marathon. Das nenne ich Einsatz! Sybille und Jürgen sprechen mich an: Bist Du nicht der Veranstalter vom Wiedtal-Ultratrail? Wir waren in diesem Jahr dabei! Ja, Herrschaftszeiten, kann man denn nirgendwo mehr inkognito laufen?

Über Dobichau bei km 7 erreichen wir nach entsprechendem „Anlauf“ Großjena und damit die schon eingangs vorgestellte Unstrut. Wunderbar anzuschauen sind der Gutspark Großjena und auch die ersten, sehr gepflegten Kleingärten mit einem breiten Sortiment Blumen und Gemüse. Den Apfelschimmel auf dem zehnten km hat wahrscheinlich jeder abgelichtet, der einen Fotoapparat dabei hatte, jedenfalls war er hinterher in aller Munde. Also, nicht gebraten, der Gaul hat überlebt. Auf dem gepflegten Radweg öffnet sich das weite, vom Fluss durchzogene Tal, das sich uns bald von seiner allerschönsten Seite zeigen wird. Nach 12 km laufen wir erstmals direkt an der Unstrut und einen km dahinter, in Freyburg, überqueren wir sie erstmals.

Wunderschöne Weinberge, tolle Weingüter, eine beeindruckende Vegetation - dem an solche Anblicke gewöhnten Rheinländer in mir geht das Herz auf. Optisch ragt der herzogliche Weinberg mit seinem Ende des 18 Jahrhunderts entstandenen barocken Weingarten heraus. Markus und ich beschließen spontan, auf dem Nachhauseweg nochmals vorbeizuschauen und etwas „geistige“ Erinnerung mit nach Hause zu nehmen. Da die „Herzöge“ am Sonntagvormittag leider geschlossen haben, lassen wir unsere Euros eben im Weinhaus „Zur Sonnenuhr“. Von der sehr netten Winzerin lernen wir, dass hier überwiegend Weißwein von auf kleinen Parzellen gedeihenden, weißen Trauben trocken ausgebaut wird, durchaus dem Frankenland vergleichbar. Wir sind von der Qualität überzeugt und bedauern, die Probiergläser als Fahrer nicht restlos leeren zu können. Fast hätte ich zu erwähnen vergessen, dass die bedeutende Sektkellerei Rotkäppchen hier ihren Sitz hat.

Nach km 13 geht’s ein zweites Mal über die Unstrut, hier liegt auch eine Schleuse. Km 15 bringt schon die nächste Überquerung. Von freundlichen Helfern gut geleitet und versorgt, kommen wir weiter zügig voran. Mittlerweile ist die Sonne durchgebrochen und es wird richtig warm. Mir macht das wenig aus, Markus dagegen sehr, daher läuft jeder ab km 17 sein eigenes Tempo. Zur Halbzeit durchmessen wir Laucha mit seinem sehr schönen Rathaus und Glockenmuseum, dann queren wir erneut die Unstrut. Straußwirtschaften und immer wieder kürzere Abschnitte Kopfsteinpflaster prägen das weitere Vorankommen über Dorndorf nach Burgscheidungen. Sehr interessant ist auch der geologische Aufschluss hinter Dorndorf unmittelbar rechts des Radweges, hier erlaubt man uns dank zahlreicher verschiedenfarbiger Gesteinsschichten einen Einblick in die Erdgeschichte.

Häufiger sehen wir jetzt Freizeitsportler in (ich hoffe, sie richtig zu bezeichnen) Kanus, die sich bei dem herrlichen Wetter ganz offensichtlich pudelwohl fühlen. Es wäre gelogen zu behaupten, mir ginge es zum jetzigen Zeitpunkt anders. So langsam nimmt die Zahl der startnummernbewehrten Radler zu, manche spenden uns freundlichen Zuspruch. Interessanterweise sind es ausschließlich diejenigen, die, an ihrem Körperbau erkennbar, unsere Anstrengung einordnen können. Dann beschert man uns eine längere, staubige Steinpiste, die in einer schnurgeraden, breiten Straße nach Karsdorf mündet. Die Kläranlage und das riesige Zementwerk zur Rechten beleidigen das Auge zwar auf das heftigste, aber irgendwo muss ja auch dafür ein Platz gefunden werden.  

Km 31 ist geschafft, als wir uns durch kleine Gässchen in Karsdorf schlängeln. Fast an jeder Ecke auf den heutigen 42 km stehen entweder Polizisten oder Kameraden der Feuerwehr, die auf den Straßenverkehr und uns gut aufpassen. Mein mehrfach geäußerter Dank kommt offensichtlich gut an. Dann unterqueren wir die beeindruckende Hochtrasse der ICE-Strecke. Als ich sie passiere, fährt gerade ein Zug darüber. Warum musste ich Depp auch meine Kamera ins Silkes Auto vergessen! Inzwischen ist man froh über jedes bisschen Schatten, die Wärme beginnt auch mir zuzusetzen. Aber die Versorgung funktioniert, und so lange es Treibstoff gibt, läuft die Maschine rund. Was ich erst im Ziel sehen werde, bekommt Markus vor die Linse: Je einen Hochrad- und Einradfahrer, die sich die gesamten 40 km Radstrecke mit Bravour antun.

 

 
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In Reinsdorf bei km 35 steht der Wehrführer höchstpersönlich als Streckenposten seinen Mann und führt durch Beispiel, großer Respekt! Wieder einmal, ich habe zu zählen aufgehört, ist eine Brücke über die Unstrut zu nehmen, als wir nach Nebra kommen. Nun handelt sich bei der Himmelsscheibe um eben die aus Nebra, was aber mitnichten heißt, dass wir es schon geschafft hätten. Nein, gute fünf km liegen noch vor uns. Markus fängt hier die beiden netten Schweizerinnen aus dem Kanton Bern ein, denen ich mich am Start mit einem frechen, betont gedehnten „Das-sind-doch-diejenigen-die-nicht-ganz-so-schnell-sind-oder?“ genähert und erfreulicherweise nur zustimmendes Lachen geerntet hatte.

An einer der vielen aufgrund ihrer schieferverkleideten Rundtürme optisch interessanten Kirchen vorbei nehme ich die letzten fünf km in Angriff. Und beginne abzubauen. Der Mönchengladbacher Axel von Athletik Waldniel erbarmt sich meiner und begleitet mich ein Stück, ein feiner Zug von ihm. Wir hatten seinerzeit gemeinsam beim Darmstädter Knastmarathon um die Wette geschwitzt. Aber ich will ihn nicht unnötig aufhalten und schicke ihn nach vorne, zweieinhalb Minuten weniger auf den letzten fünf km sind sein Lohn. Aus einem der Häuser flattert eine schwarz-rot-goldene Fahne, die mir sonderbar vorkommt. Dann erkenne ich Hammer, Sichel und Ährenkranz in ihrer Mitte. Dazu habe ich eine Meinung, und zwar eine sehr eindeutige. Nochmal geht’s übers Wasser, vorbei am Wasserturm kommen die letzten beiden Wasserstellen, an denen ich meine Kappe ausgiebig nässe, um die Birne zu kühlen. Schneller wird’s davon trotzdem nicht mehr. Zwischen Bahnstrecke, Unstrut und etlichen Kanuten verlaufen die letzten Meter vor der Zielgeraden.

 

Einfach nur höllisch

 

Etwas ganz Gemeines harrt auf uns alle kurz vor dem Ende: An einer netten Restauration vorbei führt der letzte halbe km stramm, wirklich stramm bergauf, während uns viele Finisher der verschiedenen Disziplinen und Zuschauer bergab entgegenkommen. Und dann diese Sprüche auf dem Asphalt! „Wir schaffen das!“ lautet einer davon. Nun ja, das hat jemand anderes auch schon behauptet. Klar bin ich Berge gewöhnt und absolviere jede Woche mehrere hundert Höhenmeter über Stock und Stein, aber das hier und jetzt zieht mir den letzten Zahn. Da nützt auch die gut gemeinte Wasserbrause nichts mehr. Spontan fällt mir wieder einmal der laufende japanische Schriftsteller Haruki Murakami („Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“) ein, der auf seinem Grabstein stehen haben möchte: „Wenigstens ist er nie gegangen“. Das beherzigend schleppe ich mich im Schlurfschritt zum Dokumentationszentrum hoch. Gut, dass ich mich dabei nicht selber beobachten muss. Wider Erwarten komme ich unter Elkes und Silkes Beifall tatsächlich oben an und bin als 50. von 123 Finishern mit 4:12 Std. sogar noch halbwegs gut dabei. Vor allem aber besitze ich jetzt endlich das kleine Stück Metall, das ich schon seit Jahren haben möchte! Silke und Elke sind unisono der Meinung, dass frau dieses Teil bei passender Gelegenheit auch als Schmuck tragen kann. Was für ein Glück, dass sie ihre eigene Medaille hat!

Nach der Wiederbelebung und dem Empfang der hübschen Soforturkunde beginnt die Suche nach Waldemar wegen der Signierung. Als mir keiner helfen kann, habe ich die Aktion schon abgeschrieben, als mir Falk über den Weg läuft. Waldemars Sohn, der es trotz hervorragender Ergebnisse im Marathon und Triathlon leider nie ganz in die absolute nationale Spitze geschafft hat, erweist sich als würdiger Sohn seines Vaters. Rennt mit mir von Pontius nach Pilatus und erwischt ihn nach einem Telefonat gemeinsam mitten auf der Festwiese. Ich bekomme meine Signierung und darüber hinaus ein sehr nettes Gespräch mit Vater und Sohn, in dem Falk mich auf mein Kenia-Armband anspricht und wir uns angeregt über dieses schöne Thema austauschen. Das, Ihr Beiden, hat mich außerordentlich gefreut, denn es ist absolut nicht selbstverständlich und spricht entschieden für Euch!

Nicht nur, aber auch deshalb war dieses Wochenende ein tolles Erlebnis. Es ist schade, dass die Teilnehmerzahl für diesen unter einem besonderen Thema stehenden Marathon nicht größer ist. Die Gegend ist in jeder Hinsicht interessant, optisch sehr ansprechend und die Veranstaltung bestens organisiert. Wenn dann noch das Wetter stimmt: Einfach nur himmlisch!

 

 
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Streckenbeschreibung:
Punkt-zu-Punkt-Kurs, vornehmlich auf dem flachen, sehr schönen Radweg, zu drei Vierteln entlang der Unstrut. 175 Höhenmeter, heftige finale Steigung.

Startgebühr:
40 – 55 € je nach Anmeldezeitpunkt (Marathon)
 
Weitere Veranstaltungen:
Halbmarathon, 10 km, Nordic Walking 10 km, Radtour 40 km, Geführte Wanderung
 
Leistungen/Auszeichnung:
Medaille, Soforturkunde und zum Downlaod.

Logistik:
Sicherer Gepäcktransport ins Ziel.

Verpflegung:
Vollkommen ausreichend in Quantität und Qualität.

Zuschauer:
Keine großen „Hotspots“, aber immer wieder Beifall unterwegs.

 

Informationen: HimmelswegeLauf
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