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Laufberichte

Sonntags-Brunch

22.05.11
Autor: Klaus Duwe

An der Verpflegungsstelle herrscht Hochbetrieb. Trinken, trinken, trinken, heißt die Devise.  Viele nehmen eine Dusche, um sich abzukühlen. Ich mache mit meinem Fotoapparat einen weiten Bogen um den Mann mit dem Gartenschlauch, tauche meine Mütze ins Becken und weiter geht’s. „Laufen, Du sollst laufen“, rufen die Leute.

Zur Esplanade ist es nur ein Steinwurf. Dort wartet man bei km 40 auf die Ersten, während ich knappe  16 Kilometer auf dem Tacho habe.  Dafür habe ich mehr Bilder auf dem Chip. Und die Fototour ist noch lange nicht vorbei. 

Die Kennedybrücke trennt  die  Außen- von der Binnenalster.  Rechts schaut man über den Alstersee mit der Wasserfontäne und der Silhouette aus Türmen und Giebeln. Auf der anderen Seite tummeln sich zahllose Segelboote auf dem Wasser. Es ist ein Traumtag für alle.

Ich freue mich auf einen weiteren Frühstücksgang, denn die nächsten Kilometer sind ein  Paradies für Schlemmer und Schnorrer. Viele Anwohner sind mit ihren Gartenmöbeln an die Straße gezogen und genießen den Sommertag mit erlesenen Köstlichkeiten. Wo ist 14 a? Wie immer haben die drei Damen den schönsten Tisch. Auf edler Spitzendecke stehen goldgeränderte Gläser und Tassen. Nur das Gebäck ist schon abgeräumt oder aufgegessen.  Aber eine große Auswahl  Schokoriegel sind noch im Angebot. „Ich nehme zwei, einen für Joe, der ist weiter vorne.“  „Ist gut, lauf weiter“. 

Gut, dass ich mir die Süßigkeiten nicht gleich einverleibt habe, denn an einem der nächsten Tische darf ich bei Wurst, Käse und frischem Obst zugreifen.  Einmal habe ich  von Leuten Fotos gemacht. Die haben mich dann spaßhalber gebeten, ihnen beim nächsten Mal einen Abzug mitzubringen. Ich habe mir im nächsten Jahr einen Ausdruck eingesteckt und an gleicher Stelle nach ihnen Ausschau gehalten. Sie waren da. Das war vielleicht ein Geschrei, als ich ihnen das Foto zeigte!

Mit Straßenfesten und einer Wahnsinnsstimmung geht es in Richtung Norden weiter. Einen  Plattenvertrag kriegen die Musiker nie. Das gefällt mir. Ich werde auch nie einen Pokal gewinnen. Professionell geht es an den Stationen des NDR zu. Es gibt fachmännische Kommentare und fetzige Musik.  Die Gartenlokale sind rammelvoll. Überall ist Party. Dann die Saarlandstraße. Sie ist nicht breit. Aber weil die U-Bahn-Station direkt an der Strecke liegt, sind hier tausende von Menschen. Den Läufern bleibt nur eine schmale Gasse. Da musst Du durch. Es ist der Hammer. Was habe ich geleistet? Egal, Du bist der Größte. Durchatmen ist angesagt. Die Herrschaften auf dem Grünstreifen bieten mir einen Liegestuhl an. Sehe ich so schlecht aus?

Überseering, hier sind die Verwaltungstürme von Vattenfall, Tchibo, Alice, Postbank und anderen großen Firmen. Niemals würde ich in solcher Gegend mit Zuschauern rechnen. Aber die Fans ziehen per U-Bahn mit der Läuferkarawane weiter und sind überall. 

In Alsterdorf gibt es wieder feste Nahrung. Ich entscheide mich für leckere Lachs-Häppchen. Ein Bier soll ich mir auch nehmen. Danke Joe, dass Du mir was übrig gelassen hast. Aber ich bleibe beim Wasser. Km 30, wir sind im Grünen und laufen auf der Rathenaustraße  der Alster entlang. Der Schatten tut gut. Es ist schwül, der Himmel zieht sich zu. Ich denke an die Wetterprognose. Ins Ziel werde ich kommen. Aber bleibe ich trocken?

Wenn man in Ohlsdorf  den nördlichsten Zipfel der Strecke erreicht, ist man 32 km gelaufen und glaubt sich am Ziel. Top-Verpflegung, Massagen, Duschen und eine sagenhafte Stimmung. Gibt es eigentlich einen Wettbewerb unter den Stadtteilen, wer die meisten Zuschauer an der Strecke hat? Ich möchte das nicht entscheiden. Rauch steigt auf, irgendwo wird gegrillt.  Dort, aber der Umweg ist mir zu weit.  Beim Alsterkrug ändern wir die Laufrichtung. Auf dem Maienweg und der Alsterkrugchaussee  geht es südwärts.

 
 

Informationen: Haspa Marathon Hamburg
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