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Harzblüte

 

Kopf einziehen - die Hexen fliegen schon tief. Denn übermorgen ist Walpurgisnacht. Im wärmsten April seit achtzehnhundertdrölfzig, als man erste Wetterdaten erfaßt hat. Daher ist alles in voller Blüte- naja, manches fängt so gerade eben mal an. Ein wunderbarer Anblick. Wernigerode, noch ist es  früh, aber bereits warm und es kommt noch besser. In der bunten Läuferschar am Startplatz in der Salzwegstraße herrscht Hochstimmung. Mitreißend. Total schön. Und wen man so alles trifft...

 

 
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Zum 39. Mal dürfen wir Läufer den Harz durchqueren. Es sind viele diesmal. Ob das schöne Wetter ...? Egal, es ist toll und macht richtig Spaß. Gut aufgewärmt vom hin und her, Fotos machen, Sprüche klopfen, kommt der Startschuss eher überraschend. Im dichten Pulk traben alle davon, sanft, aber entschlossen bergauf. Plötzlich, ein Stau, ganz unerwartet. Bäume quer. Jetzt schon. An den üblichen Engstellen wird der Pulk sowieso zur Polonaise. Nur Geduld, jeder kommt dran und drüber.

Der schöne Hochwald mit den dunklen Fichten und den guten Forstwegen hat ziemlich gelitten. Überall Windwurf. Und überall tiefe Spuren von Ketten und Rädern. Es ist trocken, daher kommen wir gut durch. Bei Regen wäre das hier endloser Morast. Das wirkt auch auf die Streckenführung ein: so manche Abschnitte werden umgangen, mal weit, mal kurz. So auch der Zillierbach-Stausee. Bisher durften wir ja über die Mauerkrone, heute bleiben wir auf gutem Weg westlich am See. Mal anders, aber auch sehr schön.

 

 
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Noch fix über die B27 und auf Graswegen weiter nach Neue Hütte. Kurz vorher der legendäre erste VP. Alles gibt‘s hier, wirklich alles. Wie immer auch ein tolles Team. Aber es hilft ja nix, Ziel ist woanders (nach insgesamt 51 km in Nordhausen, um’s gleich mal zu sagen). Jetzt ist es nur noch ein Marathon. Hinter der Kalten Bode steil hoch in den Wald, ein Trail. Im Geopark weicher Boden, Wurzeln, Steine. Aber auch wieder Graswege, dann ausgefahrene Rinnen, Bäume und Äste quer drüber. Wir sind ja gewarnt und kommen trotzdem gut voran. Über die Warme Bode, wobei, also irgendwie, wirklich wärmer war das Wasser auch nicht so wirklich. Wärmer wird‘s uns aber ganz schnell beim Aufstieg, direkt nach dem Fluss. Der zwingt das Laufen raus und das Wandern rein. Ist wirklich steil, aber erstmal oben, kann man schön auf gutem Weg zum 2. VP laufen. Hier ist Streckentrennung - 25 km zweigen hier ab nach Benneckenstein, die 28er Läufer starten dort und kommen dann später auf die gemeinsame Strecke nach Nordhausen.

 

 
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Gut auftanken und Körnchen bunkern. Denn nun folgt der Trailabschnitt. Dieser mittlere Teil bietet den  Liebhabern rustikaler schmaler  Pfade so einiges. Gleich hinter dem VP hat es den Wald erwischt: Windwurf, Holzarbeiten, alles Kraut und Rüben. Klasse. Ein wenig Vorsicht, besser nicht umknicken hier, tut gut. Ach ja, und beiseite treten auch noch, denn die schnellen 28er wollen eine gute Zeit machen. Toll, wie die über die Trails flitzen...

Offene Wiesen bei Trautenstein mit weitem Blick in den Frühling. Alles blüht hier, weil nicht zu hoch gelegen und etwas geschützt, Südlage. Fantastisch. Den Ort umgehen wir diesmal und nehmen nach Sophienhof eine andere Strecke. Etwas Asphalt kommt daher unter die Füße. Aber nicht lange, dann sind wir auf der bekannten Wegführung und der Trail hat uns wieder. Kurz vor dem Bahnhof Sophienhof ist er besonders wild. Ein steiles Wege-Provisorium führt ins Tal zur Bahnlinie. Kraut und Rüben auch hier. Am Hauptweg entlang wird aufgeräumt, sieht aber trotzdem ziemlich wild aus.

 

 
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Km 31,5. Sophienhof. DIE Versorgung. Alle tanken nach, alle sind ziemlich fertig. Halt- die 28er nicht. Die traben ganz schnell ab, die Ultras lassen sich ein wenig mehr Zeit. Nur noch ein Halb-Mara,  das geht ja. Jetzt auf Singletrails abwärts ins Tal nach Netzkater. Die B81 kreuzen wir gut gesichert, auf flachem Feldweg neben der Schmalspurbahn erreichen wir den Rabensteiner Stollen, eine alte Mine,  heute museal genutzt. Führungen sind möglich.

Und jetzt den POPPENBERG zum HÖHEPUNKT stramm hoch. So 300 hm mit einer Ausruhflachstufe auf halber Höhe. Hier zeigt sich, wer noch Körnchen hat. Da die sich aber schnell verbrauchen, kommen die meisten eher gemächlich oben an. In diesem Jahr hat es mir der Aussichtsturm angetan. Ich will da hoch. Die Eisentreppen sind trocken, keine Wolken am Himmel, also los. Bis ganz oben, vorher gibt‘s keine Aussicht, die Fichten ringsum sind zu hoch. Aber on top, Wahnsinn, dieser Blick - so 60-70 km rundum, dann erst wird‘s diesig. Hat sich gelohnt, unbedingt!

 

 
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Abwärts, abwärts, abwärts,  im Wald auf trailigem Weg, gut markiert, keine Umleitung mehr. Ein Schlammloch - das ist immer da - hat es noch, aber direkt dahinter auch den Bach, wo man seinen Schuhputz verbessern kann. Denn in Neustadt müssen wir ja einen guten Eindruck machen.  Da sind die Touristen, im Cafe, in der Eisdiele (Grüße an Etze).  Und dann betreten wir ja noch die Schweiz, die kommt fast zum Schluss. 3 Anstiege noch. Am Ortsausgang, zur Schweiz hoch und den Anhydrithang rauf nach Nordhausen. Ein Hasseröder kann da viel helfen.

In Rüdigsdorf gibt‘s was zu trinken, abkühlen noch und finaler Spurt. Die Obstbaumallee entlang zwischen den Feldern über den Hang hinweg, runter ins Tal, auf den Schotter. Rechtskurve, ein kurzes Stück noch, und dann ins Ziel. Nummer nach vorn - Zielfoto!- und geschafft!

An der Sporthalle ist bereits Party. Applaus von allen Seiten, Zuschauer und Finisher geben alles. Glückwünsche hin und her. Freude und Erleichterung, die Hitze überstanden zu haben.

Fazit

Ein Kultlauf. Er bietet alles:  Trail, Straße, Forstweg. Dunkle Wälder im Norden, offene Laubwälder im Süden. Ein einzigartiges Landschaftserleben. Dazu aktuell die  Blüte, die Sonne und die Wärme. Die Busse sind gut organisiert, aber auch lange unterwegs, das muss man mit einplanen. Wer dann noch Zeit hat, kann die Strecke nochmal abfliegen, auf einem Besen in der Walpurgisnacht. Bestimmt.

 

 

Informationen: Harzquerung
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