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Laufberichte

Da wird man gerne Stammläufer

11.07.09

Dann sehe ich den Alphornbläser, just an der Rechtskurve, wo der Abstieg beginnt. Der Schotteruntergrund, anfangs aufgrund der Unebenheiten ungemütlich, ist ziemlich steil. Die Wegverhältnisse bessern sich dann, auch das Gefälle lässt nach. Nach kurzer Zeit kommen wir an den 1000-Meter-Stein.

Unser Weg geht weiter gefällig unterhalb des Seehügels (953 Meter). Die Marathonis sind schnell unterwegs und lassen es laufen. Immer wenn ich wieder für ein Bild stehen bleibe oder mal in die Büsche muss, kann ich wieder lange hinterher springen.

Dann führt unser Weg an der Abzweigung zur Platte (884 Meter) nach links. Ein kurzer Stich bei Kilometer 17 mit etwa 20, 30 Höhenmetern drückt unser Tempo drastisch nach unten. Für die Abwechslung bin ich froh. Dann geht es wieder bergab, mitunter ein wenig rustikal.

Ein Wort zur Ausschilderung. Vorbildlich mit roten Pfeilen am Boden, mit Tafeln und Flatterbändern; ein Verlaufen ist fast nicht möglich. Und an vielen Stellen stehen Posten. Für die Krafteinteilung helfen auch die Kilometerschilder. Jeder einzelne wird angezeigt.

Nicht nur an der V-Stelle bei Kilometer 19, sondern auch an vielen anderen helfen viele Kinder mit dem Verteilen der Getränke. Manche laufen gar ein kleines Wegstück entgegen und fragen nach den Wünschen der Ankommenden.

Kilometer 21: Wir erreichen den Waldrand und den Startplatz des Halbmarathons. Von denen ist natürlich nichts mehr zu sehen. Die sind schon lange auf und davon. Nur eine Beobachterin ist noch auf weiter Flur. Daniels Mutter wartet und feuert jeden Läufer an.

Leupoldsdorf - Tröstau

Es geht bergab nach Leupoldsdorf. Sehenswert ist hier das etwa 700 Jahre alte Hammerherrenschloss. Ein Teil wird davon als Schlossgasthaus benutzt. Das dazugehörende Torbogenhaus wird zurzeit saniert.

Kurz nach dem Ortseingang stehen drei Beobachter mit ihren Ratschen. „Ihr seid wahre Fans“, gebe ich als Dank zurück. Ein paar Häuser weiter sehe ich im Garten einen Liebhaber von Gartenzwergen. In der Nähe des ehemaligen Bahnhofes geht es dann auf die Bahntrasse Richtung Tröstau. Ein älteres Ehepaar schleicht mit seinen Rädern dahin. Auf ein „ich muss Euch jetzt überholen“ lachen die beiden.

Wir unterqueren mittels einer Treppe die Bundesstraße 303 und kommen so in den Ortskern von Tröstau. 1314 wurde die heute 2500-Seelen-Gemeinde erstmals als „Drosen“ genannt. Das Ortsbild prägt der Doppelgipfel der Kösseine.

Hier stehen wenige Zuschauer und beobachten die Szenerie. Mehr los ist an der V-Stelle. Da haben sich zwei spitzfindige Fans eingefunden, die sich eine Holztratsche gebastelt haben. Einer muss das Gerät festhalten, und der andere kurbelt. Heraus kommt ein lauter Geknarre. Als die beiden loslegen, drehe ich um und fotografiere. Die zwei lachen spitzbübisch.

Hoch zur Kösseine und Endspurt

Wir verlassen Tröstau in ansteigender Laufstrecke. Gut 150 Höhemeter warten. Zuerst geht es am Golfplatz Schloss Fahrenbach, später am Golfhotel entlang. Einige Marathonis fallen in den Wanderschritt. Der Kurs ist weiterhin ansteigend, nunmehr wieder auf befestigtem Waldweg.

Dann kommt das angesagte Schlammassel. Ist aber nicht so schlimm, da die Halbmarathonis bereits eine Spur breitgetreten haben. So können wir das etwa 200 Meter lange Wegstück ohne große Dreckspritzer an den Waden hinter uns bringen.

Kurz nach Kilometer 27 biegt unser Kurs rechts weg, so müssen wir nicht direkt die Kösseine hinauf, sondern umlaufen sie rechts herum. Auch diese V-Stelle am Ende der Steigung ist taktisch gut postiert, so können wir nach der Verpflegungsaufnahme gleich ein höheres Tempo anschlagen. Nachdem ich bisher moderat gelaufen bin, praktisch als Übung für Davos, will ich nun das Tempo erhöhen.

Nach einem kurzen Wegstück sehe ich links im Wald einen Springbrunnen. Wir haben nun die meisten Höhenmeter hinter uns gebracht. Aber mit wenigen Hügeln ist weiterhin zu rechnen, wir sind ja im Fichtelgebirge.

Die Abstände zu den Vorderläufern haben sich nun deutlich erhöht. Aber bei fast jeden meiner Überholmanöver erkenne ich schon, ob der Überholte noch Kraft hat oder ob schon sein Schweinehund Oberwasser gefunden hat.

An der zehnten Verpflegungsstelle haben die Betreiber bunte Wimpel und Socken auf eine Leine quer zur Laufstrecke gespannt. Auf ein „sind die Socken gewaschen oder benutzt“, lacht die ganze Helfermannschaft. Bananen, Melone, Orangen- und Äpfelschnitze, Schokolade und Riegel sehe ich als Futteralien herumliegen, so abwechslungsreich gestaltet sich hier der Speisenzettel.

Weiterhin geht es gefällig nach Bad Alexandersbad. Hier verlange ich ein Bier. „Haben wir“, sagt ein Helfer und reicht mir ein Malzbier. Bekannt ist der Ort für die erste Kaltwasserheilanstalt in Bayern (1838 gegründet). Als Sehenswürdigkeit gilt das Schloss und das historische Alte Kurhaus.

Nach der Ortschaft geht es unter der B 303 hindurch. Nochmals eine Steigung. Michael Lippert aus Amberg ist froh, dass der Lauf bald zu Ende geht, er muss kämpfen.

 
 

Informationen: Fichtelgebirgsmarathon
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