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Laufberichte

43. Ebbser Koasa-Marsch

17.06.12

Während der Himmel bisher zugezogen war, gewinnt nunmehr die Sonne die Oberhand. Aber die Höhe dämpft die vorhergesagten Temperaturen. Die 20 Kilometer-Strecke zweigt nun rechts ab und führt ins Kaisertal.

Der Kurs führt uns auf dem Höhenweg Richtung Osten. Der Wilde Kaiser ist immer im Blick. Zur Hochalm wird meist marschiert, laufen ist auf einer Höhe zwischen 1400 Meter und 1600 Meter immer nur ein paar Meter möglich. Zum Teil geht es kurze Stücke durch Geröll, dann wieder im Schatten durch Nadelhölzer oder Latschen, aber immer auf und ab, es macht richtig Spaß. Einige Wegabzweige führen ins Kaisertal hinab oder hinauf auf die Gipfel des Zahmen Kaisers, wie zum Einserkogel (1924 Meter), Zwölfer- oder Elferkogel (1916 Meter). Es wartet sogar ein kleines Altschneefeld, wo einige nach unten ausweichen. Ja, auf diesen Untergrund braucht es griffige Schuhe, ein Ausrutscher kann einen schnell in eine brenzlige Situation bringen.

An der Hochalm (1403 Meter) ist eine weitere Trinkstelle eingerichtet. Gegen 09.30 Uhr schnappe ich mir zwei Becher und mache mich auf den Weiterweg nach Süden. Die Nebelbänke aus dem Kaiserbachtal (jenseits des Höhenüberganges) haben sich mittlerweile verzogen. Wir müssen über zwei größere Höhenrücken hinweg, dann sehen wir überraschend die Stripsenjochhütte (1605 Meter) auftauchen. Einen schönen Anblick bieten mir die wenigen, aber dafür umso fetter dastehenden Enzian.

Das Haus liegt in direkter Nähe zum Stripsenjoch, das ist der Übergang vom Kaisertal zum Kaiserbachtal. Kletterer und Wanderer haben hier eine zentrale Stelle für ihre Unternehmungen. Den Kraxler zieht es daher gerne zur Ellmauer Halt (2344 Meter) oder zur Fleischbank, den trittsicheren Wanderer zur Steinernen Rinne und zum Ellmauer Tor. Am Stripsenjochhaus treffe ich einen alten Bekannten, den Franz Steichele, den ich in den vergangenen Jahren nach Füssen und Frauenfeld mitgeschleift habe. Hier wird wiederum verpflegt und dann mache ich mich auf den Rückweg. Eine Stunde dauerte mein Marsch von der Hochalm bis hierher.

Der Rückweg ins Kaisertal wartet mit unzähligen Treppenstufen auf. Gut, dass der Boden trocken ist. Aber Konzentration ist nötig, da die Stufen unregelmäßig hoch sind. Eine halbe Stunde dauert der Abstieg, dann bin ich im Kaisertal (auch Sparchental genannt) angekommen. Das Tal trennt den Zahmen vom Wilden Kaiser und fällt Richtung Westen zum Inn und Kufstein hin ab. Erst vor wenigen Jahren wurde das Tal mit einer Straße erschlossen. Bis dahin war die Versorgung der Gäste und Einwohner umständlich. 285 Stufen zählte der am häufigsten benutzte Zugang bei Eichelwang. Den werde ich noch bei meinem langsamen Läufchen besichtigen. Laufen geht nun wieder, da der Weg besser und breiter geworden ist.

Hinterbärenbad mit dem Anton-Karg-Haus wird der idyllische Talabschluss genannt. Der Überlieferung nach sollen sich Braunbären in heißen Sommertagen hier abgekühlt haben. Im 19. Jahrhundert hat man dann Meister Petz ausgerottet, denn die Bewohner fürchteten um ihr Vieh. Eine schöne Kapelle liegt in Steinwurfweite zum Karg-Haus.

Bis zur Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Kaiserbach bedeutend für die Forst- und Holzwirtschaft. Denn es wurde die sogenannte Holztrift betrieben. An einigen Talsperren wurden bis zu 20.000 Kubikmeter Wasser aufgestaut, und dann wurden bei dem schnellen Öffnen der Sperre bis zu 70 Ster (Festmeter) Holz in 45 Minuten bis fast nach Kufstein getriftet. Man kann sich gut vorstellen, dass diese Arbeit früher sehr gefährlich war.

Die breite Straße in Kaisertal steigt später leicht an und der Kaiserbach tost unten in der Tiefe. An einem kurzen Tunnelstück ist das tosende Wasser tief unten zu sehen. Bestimmt 50 Meter geht es da hinunter.

Kufstein mit seiner Festung kommt immer mehr ins Blickfeld. Aber ein Schauen geht nur beim Stehen, denn der Abstieg bei Eichelwang ist steil. 17000 Einwohner zählt heute das Städtchen, die Perle Tirols, die im Kufsteinlied besungen wird. Wer kennt die Melodie nicht.

Am Kaiseraufstieg stößt nun die zwölf Kilometer-Strecke wieder zu uns und da ist eine weitere V-Stelle. Die am Morgen erarbeiteten Höhenmeter haben wir zur Gänze zurückbekommen. Ich schnappe mir einen Becher Tee und mache mich auf die letzten fünf Kilometer, die zum großen Teil schön schattig im Wald verlaufen. In der Sonne ist es nun mittlerweile brandheiß geworden. Die letzten Meter verlaufen durch Oberndorf und Ebbs bis zum Festzelt am „Hallo Du“ Freizeitzentrum. Dort spielt eine Blaskapelle im gut besuchten Festzelt.

Im Zielbereich wird die Karte eingescannt und wer will, dem wird seine persönliche Lauf- und Marschzeit auf die Startkarte geschrieben. 6.10 Stunden zählt meine kombinierte Wander- und Joggingtour. Wer die Berge um Kufstein ebenfalls erwandern oder erlaufen will, der nächste Termin steht schon fest: 16.06.2013. Der Wintersportverein lädt heute schon ein. Na wie wär's?

12
 
 

Informationen: Ebbser Koasamarsch
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