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Laufberichte

„Glück auf“ zum Jubiläum

 

2020 ist nichts normal in Sachen Laufzirkus. Viele durften nicht veranstalten, manche haben ihren Lauf in den Herbst verschoben und dann abgesagt, andere haben gleich die Segel gestrichen. Ja, 2020 ist ein verrücktes Jahr. Da sind wir froh, wenn wir einen Marathon laufen dürfen, der schon frühzeitig genehmigt wurde. Wie es hinter den Kulissen ausschaute, welche zusätzlichen organisatorischen Arbeiten verrichtet werden mussten, wissen wir nicht und wollen es auch nicht wissen. Klar ist, dass sich viele Teilnehmer als Mountainbiker und Läufer den Termin des Drei-Talsperren-Marathon am dritten Septemberwochenende fest im Kalender markiert und später fleißig gemeldet haben.

Eibenstock heißt der Startort, der im Westerzgebirge auf 650 Meter Seehöhe liegt. Im 14. bis 18. Jahrhundert wurde hier Bergbau betrieben, man förderte Zinn und Eisenerz. Danach wurde der Bergbau durch die Stickerei abgelöst. Heute bringt der Tourismus Geld und Wohlstand in die Gegend. Da hätte ich mich gerne beteiligt und ein paar Euro beigesteuert, aber trotz vieler Telefonate gelingt es mir nicht, eine Unterkunft in der Stadt zu finden. Ich habe zu lange gewartet mit dem Buchen. Einen Unterschlupf finde ich dann in der Jugendherberge Klingenthal, 25 Kilometer entfernt. Die brauchen in diesen Zeiten auch jede Unterstützung. Bei einem kleinen Läufchen am Anreisetag auf dem Klingenthaler Aschberg sehe ich, dass die Pilzsaison im vollen Gange ist. Kinder mit riesigen Körben tragen schwerbepackt Kilos von Steinpilzen und Braunkappen nach Hause.

Am nächsten Tag besichtige ich die Stadt Auerbach im Vogtland und Eibenstock, bevor ich mich noch auf einen Spaziergang hinunter zur Talsperre Eibenstock aufmache. Dabei kann ich gleich noch die letzten zwei Kilometer der Laufstrecke in Augenschein nehmen. Und die haben es noch in sich. Wie mag man da eine Endbeschleunigung hinlegen? Es geht nämlich hinauf!

Oben auf der Bretschneider Sportanlage sind die Besucherströme kanalisiert. Vor dem Meldeschalter hat sich schon eine lange Schlange gebildet. Leider sind nicht alle Leute vernünftig und halten den vorgesehenen Abstand ein. Den geforderten Mundschutz tragen auch nicht alle. Geduldig wird gewartet, bis man seine Startnummer in Empfang nehmen kann. Es ist sogar noch möglich, seine Nachmeldung zu tätigen. Das soll sogar noch am Lauftag zu bewerkstelligen sein.

Was kann der Ausdauersportler unternehmen? Rad(aus)fahrten sind über 30, 50 und 100 Kilometer ausgeschrieben. Wer da meint, mit einem Rennrad mit schmalen Reifen kommt man besser voran, wird sich vielleicht schnell einen Platten einfangen, denn viele Wege sind Naturwege und nicht asphaltiert. Läufer freuen sich auf acht Kilometer, den Halbmarathon und Marathon. Eine Besonderheit des Marathons ist, dass es, wie der Name verspricht, bei drei Talsperren über die Staumauer geht. Gut zu wissen auch, dass der Marathon rund 1000 und der Halbe 500 positive Höhenmeter aufweist. Man sollte sich daher klar sein, wie man mit seinen Kräften umzugehen hat. Durch meine Trailläufe in Lech und Klosters und am Kyffhäuser bin ich darauf gut vorbereitet.

 

 

Neben der Startnummer gibt es keine weitere Zugabe, auch Duschen wird am Wettkampftag nicht möglich sein. Der inkludierte Gutschein für die Badegärten Eibenstock (zwei Stunden Badezeit) kann nicht am Lauftag benutzt werden, sondern am Tag danach. Auch in der Wellnessoase regelt Corona die Besucherzahlen, 250 Leute dürfen hinein.

Dann gehe ich auf der Suche nach dem Vorstand des Marathonvereins Eibenstock. Das ist kein geringerer als der Bürgermeister der Stadt, Uwe Staab. Ich sehe zwei Helfer auf der Tartanbahn, die Klebemarkierungen für die Abstände beim Start am Boden anbringen und stelle artig meine Frage nach dem „Boss“. Dann hebt einer der beiden seinen Kopf und meint trocken: „Das bin ich“. Das lob ich mir, ein Bürgermeister, der  sich für keine Arbeit zu schade ist. Oh, da fällt mir ein: In Tuttlingen hat mir mal im Ziel der OB die Medaille  umgehängt. Uwe freut sich, dass nach langer Zeit mal wieder ein M4Y-Reporter am Start ist. Vor mehr als 20 Jahre war ich schon einmal hier, aber da gab es Marathon4you noch nicht.  

Erfreulich ist, dass es bereits 1500 Voranmeldungen gibt. Am Ende werden es 1615 Nennungen (Rekord!), wobei die Läufer mit 905 Meldungen zum ersten Mal und dann noch deutlich vor den Radfahrern liegen.

 

 

Am nächsten Tag bin ich schon frühzeitig vor Ort. Kalt ist es auf der Anfahrt. Wer kennt nicht den Ortsnamen Morgenröthe-Rautenkranz, ein Kältepol im Winter. Heute hat es dort nur knapp über null Grad, die Wiesen weiß vom Reif. In Eibenstock ist es mit acht Grad nicht ganz so schlimm, in der Sonne hält man es gerade so aus. Parkplätze gibt es genügend im Umkreis zur Sportstätte, diese ist in wenigen Minuten Fußmarsch schnell zu erreichen. Überhaupt, es könnte nicht besser sein, denn die Sonne strahlt und erwärmt die Luft deutlich bis zu unserem Start um 10.00 Uhr. Zuvor gehen die Radfahrer ab 09.30 Uhr auf ihre Ausfahrt.

Kurz vor unserem Start richtet noch Stephan Freigang, Dritter bei der Olympiade in Barcelona im Marathon, einige Grußworte an uns. Stephan hat in seiner Laufbahn weitere wichtige Siege geholt, so gewann er die Marathons in Palermo 1991, Frankfurt 1994, Köln 1997, Hannover 1998/1999, Leipzig 2000 und Lissabon 2001. Uwe Staab lässt uns dann mit einem Schuss aus der Startpistole pünktlich auf unsere Laufbahn. Durch die geregelte Startaufstellung mit den Mindestabständen und den Nettozeiten kommt es zu keinen Drängeleien, in diesen Zeiten wichtiger denn je. Nach einer guten Runde auf der Tartanbahn verlasse ich mit meinen Laufgenossen die Sportanlage, es geht in die Stadt hinein.

Eben geht es auf der Schulstraße zur Oberschule Eibenstock, die Straße ist gesperrt und wir können uns bei unserem Geläuf ausbreiten. Dann erkenne ich auf der linken Seite die evangelisch-lutherische Stadtkirche. Der erste Vorgänger dieses Gotteshauses wurde im Zuge der Besiedelung um 1200 erbaut. Beim großen Stadtbrand im Jahr 1862 wurde die Kirche bis auf die Grundmauern zerstört und wieder aufgebaut. Schaut einmal hinein (muss ja nicht während des Rennens sein), da seht ihr die prächtige Orgel und den Altar von 1868. Gleich danach verlieren wir ein paar Höhenmeter auf Kopfsteinpflaster. Herbert aus Linz läuft auf und sagt artig „Grüß Gott“, trabt weiter und lässt den Fotografen mit seiner Arbeit stehen.

 

 

Über den Marktplatz biegen wir in ein Tal ein, dass uns einige Kilometer hoch bis nach Carlsfeld führen wird. Das Wasser des Dönitzbaches ist immer wieder plätschernd zu hören. Wenige Anwohner haben es sich im Garten und der Hofeinfahrt gemütlich gemacht, schauen uns zu und haben das eine oder andere anfeuernde Wort auf den Lippen. Wir verlassen die Stadt auf einem gut belaufbaren und befestigten Naturweg. Man könnte es laufen lassen, aber die Topografie stellt uns einige Höhenmeter entgegen. Schattige und sonnige Wegstücke wechseln sich immer wieder ab. Teilweise zwingen kurze Rampen die ersten Läufer zum Gehen. Ich versuche gleichmäßig weiterzutraben, denn marschieren kann ich zum Schluss immer noch, wenn mich die Strecke nicht vorher in die Knie zwingt. Der Marathonkurs ist übrigens permanent ausgeschildert. Man kann hier also das ganze Jahr trainieren und sich testen. Einem Hinweisschild entnehme ich, dass Eibenstock und Carlsfeld rund sieben Kilometer voneinander entfernt liegen.

Kurz nach Kilometer acht (hier wird aber heruntergezählt, die Markierung zeigt eine 34) und gut 50 Minuten Laufzeit sehe ich, wie an einem weiteren Schild ein Läufer mit dem Handy herumwerkelt. Es ist Jens, der sich am höchsten Punkt der Strecke an einem Selfie versucht. Wir sind auf 913 Meter Seehöhe, die Luft ist nun schon etwas weniger warm, trotzdem sind die Laufbedingungen klasse. Ein paar Meter weiter wartet die erste Wasserstelle, wo wir Trinkwasser und Apfelschorle erhalten. Die freundlichen Helfer haben gut zu tun.

Gut 300 Höhenmeter sind nun geschafft, wie verlassen den Wald und haben einen übersichtlichen Blick auf Carlsfeld. Gut 700 Einwohner hat der Ortsteil von Eibenstock, der in einer Mulde liegt. Durch die Lage bedingt ist Carlsfeld der Ort mit der tiefsten Durchschnittstemperatur in den Sommermonaten, das hat der Deutsche Wetterdienst herausgefunden. Im Winter wird es hier ähnlich sein, also a...kalt.  Zur Weiterverarbeitung von Erzen wurden hier früher Hammerwerke errichtet und Weißbleche produziert, die in ganz Europa verkauft wurden.

Die evangelische Trinitatiskirche (Dreifaltigkeitskirche), erbaut 1684 bis 1688, dominiert das Ortsbild. Ihre  Bauform wurde weiterentwickelt und später als Vorlage für den Bau der Dresdner Frauenkirche verwendet. Wir laufen direkt am Gotteshaus vorbei, gleich danach geht es wieder steil bergan.  Das asphaltierte Wegstück ist gerade noch laufbar. Die Anwohner stehen am Straßenrand und helfen uns hoch. Wimpel beiderseits des Kurses, Motivationssprüche auf dem Teer, Musik vom Band, fast wie beim Stadtmarathon, so gut ist die Stimmung. Und am Ende der Steigung bekommen wir auch noch Livemusik für die Ohren. Die Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr Carlsfeld spielt volkstümliche Weisen und lockert bei mir gleich die Beine. Wir verlassen Carlsfeld am Gasthaus Talsperre.

 

 

Die Talsperrenstraße führt uns wieder in den Wald, wo bereits die nächste Tanke wartet. Dort spielt die nächste Kapelle. Ich verpflege kurz und erreiche mit dem elften Kilometer das Gelände der Talsperre Carlsfeld, die auch Talsperre Weiterswiese oder Wilzschtalsperre genannt wird. Diese ist die höchstgelegene Trinkwassertalsperre in Deutschland, die Bauwerkskrone liegt auf 905 Meter. In den Jahren 1926 bis 1929 wurde die Talsperre erbaut, die wenigen Häuser der Siedlung Weiterswiese mussten abgebrochen werden, da sie im Stauraum lagen. Das unterhalb der Staumauer liegende Wasserwerk Carlsfeld beliefert heute Eibenstock und 10 weitere Gemeinden mit insgesamt 33.000 Einwohnern.

Die Laufstrecke trennt sich gleich nach der Staumauer, die Radfahrer müssen rechts weiter, wir laufen am Ostrand von Carlsfeld kurzzeitig über Wiesen,  dann geht es wieder in den Wald. Die Frühbusser Straße umrundet den 964 Meter hohen Brückenberg fast zu Hälfte. Schließlich laufen wir fast im Sturzflug nach Wildenthal hinunter. Am Ortseingang finden wir die nächste Tränke. 170 Höhenmeter haben wir ab der Talsperre Carlsfeld verloren, die meisten in den letzten zwei Kilometern. Die Große Bockau durchzieht das tief eingeschnittene Tal in Richtung Norden, sie mündet später in die Zwickauer Mulde. Östlich von Wildenthal liegt der 1018 Meter hohe Auersberg mit dem markanten Aussichtsturm. Die Radfahrer haben die Anhöhe kennengelernt, die Bergwertung führt genau da hinauf. Ich verpflege, überquere später die Hauptstraße und werde angewiesen, auf dem Gehweg mein Rennen fortzusetzen.

Noch in Wildenthal biegen wir dann auf den Sosaer Weg ab, der uns ansteigend zum Großen Stern (808 Meter) bringt. Der weitere Kurs gestaltet sich gefällig. Ein Schmunzeln kommt mir dann aus, als ich einen Radler (im Rennen?) und einen Helfer bei einem technischen Einsatz sehe: Es gibt wohl einen Reifen zu flicken. Gleich danach zweigt der Pfad der Verjüngung ab, eine Traileinlage mit Sturzpotential.

Wir verlassen wieder den Wald und auf dem Parkplatz der Talsperre Sosa können wir erneut verpflegen. Wasser, Tee, Cola, Bananen und was weiß ich noch mehr, warten auf die hungrigen und durstigen Sportler. Auf meine Frage nach dem Erfrischungsgetränk für Bayern meint ein Helfer: „Da musst du die Köhlermusikanten fragen“. Auf meine scharfe Musterung winkt der Trompeter mit einer Flasche Wernesgrüner und schenkt mir den Becher voll. Er will noch wissen, wie viel Kilometer wir schon gelaufen sind. Gut die Hälfte, gebe ich ihm zur Antwort.

 

 

Nach wenigen Metern erreiche ich die Talsperre Sosa (640 Meter), die ebenfalls der Trinkwasserversorgung der Gegend dient. 1952 wurde diese in Betrieb genommen. Die Kleine Bockau und übergeleitetes Wasser der Großen Bockau wird hier aufgestaut. Das Bauwerk wurde zu DDR-Zeiten auch als Talsperre des Friedens genannt. Wir dürfen auch hier auf der Staumauer laufen. Jenseits wartet wieder eine Steigung, die gelaufenen Kilometer merke ich jetzt langsam in meinen Beinen.  Den Eibenstocker Ortsteil Sosa tangieren wir nicht, er liegt nördlich des Parkplatzes an der Talsperre.

Über den Seitenflügel (so heißt die Wegebezeichnung) umrunden wir den 714 Meter hohen Tangelberg zur Hälfte, später geht es hinunter zur Rektorbrücke auf 568 Meter. Dort können wir wieder verpflegen. Meine Nachfrage nach Bier ist hier nicht erfolgreich. Naja, ich werde mal den Chef Uwe ansetzen, damit er für nächstes Mal zur Wernesgrüner Brauerei zwecks Lieferung einiger Kisten Verbindung aufnimmt. Mich könnte das motivieren, öfters zum Marathon nach Eibenstock zu kommen. Wernesgrün liegt ja nur wenige Kilometer von Eibenstock entfernt. Zwei Mitläufer meinen allerdings, dass ihnen das Radeberger besser schmecken würde. Nun, der Bayer ist da eher pragmatisch. Freibier geht immer, ganz gleich von wem.

Unser Kurs verläuft nun immer weiter hinunter im Tal der Großen Bockau bis zu einer Kneippanlage. Ein Wegweiser zeigt den Blauenthaler Wasserfall in 1300 Meter Entfernung. Doch leider biegt unser Kurs vorher auf den Plänerleithenweg ein, wieder ansteigend. Es geht am Mordstein vorbei. 1888 wurde hier die 21jährige Anna Marie Nötzoldt aus Eibenstock umgebracht. Sie wurde vermutlich Opfer eines Raubmordes, denn ihre Habseligkeiten wurden verstreut und ihr Geldbeutel leer aufgefunden. Schnell weiter, denkt sich der Reporter, nicht dass sich der Unhold mit böser Absicht noch irgendwo versteckt.

Der Waldweg mündet später in die Landstraße nach Schneeberg und gleich danach in die Bundesstraße 283 ein. Auf der kann ich es einen Kilometer lang hinunter nach Wolfsgrün rollen lassen. Wir sind nun im Tal der Zwickauer Mulde angekommen. Gleich nach der Tankstelle erreichen wir den tiefsten Punkt mit 477 Meter, es sind noch acht Kilometer zu laufen. Leicht ansteigend auf der Landstraße erreiche ich nach wenigen Minuten Neidhardtsthal (500 Meter), welches unterhalb der Staumauer der Talsperre Eibenstock liegt. Auch diese Straße ist für uns freigegeben.

Mühevoll muss ich mich dann auf etwa 1,5 Kilometer von der Talsohle zur Staumauer laufend hocharbeiten. 50 Höhenmeter sind es. Einige der Konkurrenten fallen in den Wanderschritt, andere können ihr Tempo noch durchziehen. Auch dem Betonweg zur Staumauer wartet die vorletzte Tanke. Dort bekomme ich auf Nachfrage auch wieder ein Bier. Mit Cola vermischt denke ich, dass es mir noch über die letzten fünf Kilometer helfen wird.

Die Talsperre Eibenstock ist die größte Talsperre in Sachsen, sowohl vom Fassungsvermögen als auch von der Höhe des Absperrbauwerkes her. 1974 bis 1987 wurde dieses Bauwerk errichtet. Die Sperre dient der Trinkwasserversorgung von 600.000 Menschen im Raum Chemnitz und Zwickau, dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung während Trockenzeiten und im geringen Maße der Stromgewinnung. Ich laufe über die Krone und dann geht es erneut steil in den Wald hinein. Nach wenigen Minuten mündet unser Kurs in den Gerstenbergrundweg, auf dem nun die Läufer über acht Kilometer in Scharen entlangkommen. Fast zwei Kilometer kann ich mich von den Hobbyläufern ziehen lassen. Ich muss zugeben, dass die Startzeit gut gewählt ist. Später werden uns noch die Halbmarathonläufer unterstützen, die von hinten kommen.

 

 

Letzte Tanke, noch zwei Kilometer. Ich brauche nichts mehr und starte durch. Doch dann wartet noch eine üble Steigung, ein paar Hundert Meter lang. Ich muss mich konzentrieren, denn Steine könnten nun den müden Läufer zu Fall bringen. Doch nach zwei, drei Minuten verlassen wir den Wald und laufen kurzzeitig auf einem grasigen Pfad auf dem Gelände des Reiterhotels, die Pferde schauen uns verwundert zu.

Noch ein Kilometer, der Untergrund wechselt von Gras auf Schotter, dann auf dem Parkplatz der Badegärten auf einem parallelen Radweg. Letzte Steigung am Bühl, wo uns nochmals eine Band unterstützt. Dann höre ich schon die Moderation vom Ziel. Von einer Jugendläuferin lässt sich dann der alte Sack (ich) ins Stadion ziehen. Es geht gleich leichter, wenn man einem Madl hinterherspringen darf.  Schließlich biege ich auf die Bretschneider Sportanlage ein, wo mich die Nachwuchsläuferin im Endspurt gnadenlos versägt. Ein Blick auf die Uhr, es geht noch unter 4.19 Stunden, ich bin hochzufrieden und glücklich, den Marathon im Erzgebirge ohne größere Blessuren gefinisht zu haben.

Wir erhalten die Medaille überreicht und nach einem kurzen Durchschnaufen wende ich mich meiner Aufgabe als Reporter zu. In kurzen Abständen kommen nun die Zielläufer herein, jeder hat ein Lachen im Gesicht.  Bei manchen ist es vielleicht auch ein bisschen Erleichterung, den schweren Kanten bewältigt zu haben. Alle jedoch verbleibt die Gewissheit, heute ein Teil eines erfolgreichen Mammutprojektes gewesen zu sein, denn es gibt keine Zwischenfälle. Die Zielverpflegung wird portioniert, denn jeder erhält an beiden Ausgabeschaltern Getränke und Obst auf Pappschalen. Mein Lob an Uwes Team: Das habt ihr gut gemacht.

 

 

 

Mein Fazit:

 

Mein Dank an den Marathonverein Eibenstock und den vielen freundlichen Helfern. Ihr habt einen guten Job hingelegt und hattet immer motivierende Worte für uns Läufer übrig. Das Konzept zur Durchführung ist stimmig. Nur sollten es sich alle Teilnehmer und auch Zuschauer mehr dran halten. Hier sind vor allem die Teilnehmer gefordert. Ok, die meisten waren diszipliniert. Ein paar Ausnahmen gibt es halt überall.

 

Ergebnisse Marathon

 

Männer:

1. Raphael Junghans, TSG 1848 Heilbronn, 2.47.52 (neue Bestzeit)
2. Frank Merrbach, LG Nord Berlin Ultrateam, 2.51.18
3. Peter Hoehne, TLV-LT Eichenzell, 2.51.28

Frauen:

1. Theresa Wild, La Carrera TriTeam Rothsee, 3.20.26
2. Susan Weigert, LG Vogtland, 3.28.45
3. Anja Jakom, VSC Klingenthal, 3.32.52

 

Finisher

Marathon: 275
Halbmarathon: 274
8 Kilometer: 256

Radfahrer (alle Strecken): 656

 

Informationen: Drei-Talsperren-Marathon
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