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Laufberichte

Schöne Aussichten für Abenteuerlustige

21.08.11


Über die Hörnergruppe

 

 

Kurz nach Hüttenberg geht es schon ernster zur Sache. Unser weiterer Weg erfordert aufgrund der Steilheit schon den einen oder anderen zum Wechseln in den Wanderschritt auf.

Immer weiter geht es aufwärts, manchmal auf Graswegen. Obwohl die Sonne noch nicht aufgegangen ist, merkt man, es ist auf der Höhe wärmer als im Tal. Und das Gras hat kaum oder keinen Tau. Dann folgt ein kurzer Stich in einem Waldstück, auch auf Wurzeln müssen wir aufpassen. Vor mir läuft Anton Luber, ihr kennt ihn und sein Handicap. Wolfgang Böss begleitet ihn. Richtig taktisch laufen beide über diesen Trampelpfad, der Wurzeln und Steine aufweist. Wolfgang vorne, weist den Anton ein. Und der läuft auf dem schmalen Pfad hinterher, mit einer Hand an Wolfgangs Rucksack, damit er die Richtung nicht verliert. Und beide sind nicht recht langsamer als das laufende Volk.

Wir  verlassen den Wald und sehen nach wenigen Augenblicken ein paar Meter weiter die Sonne hinter den Bergen im Osten emporsteigen. Ein herrlicher Moment, einige bleiben kurz stehen und genießen die Szenerie. Später werden unsere Startnummern aufgeschrieben. So kann man recherchieren, wenn ein Läufer im Ziel abgeht. Ja, wer abbricht, sollte bei jedem Berglauf seine Aufgabe an einen Helfer oder Verantwortlichen melden. Nicht dass dann eine aufwendige Suchaktion gestartet werden muss. Es könnte teuer werden.

Auf Asphalt, mehr oder weniger steil, geht es zur Weltcuphütte. Dort sind rund 500 Höhenmeter schon Geschichte. Kurz vorher können wir unseren Durst und Hunger mit Wasser, Iso und Bananen stillen. Ich schütte mir zwei Becher hinter die Gurgel. Weiter.

An einer Almweide laufen wir an Kühen vorbei. Auffällig sind die Glocken, die glänzend gewienert sind. Auf einen Pfiff schaut eine Kuh in meine Richtung. Schuss. Immer wieder werden Läufer geknipst. Jetzt sind alle noch fröhlich und gut drauf. Der gemeine Morgenmuffel wird noch in der Kiste liegen.

Es folgt ein ruppiger Teil über Wurzeln, Steinen und Stufen um das Sigiswanger Horn herum. Einen guten Kilometer müssen wir aufpassen, mitunter ist auch der Weg schmal. Hier lässt das Gespann Wolfgang und Anton eine Menge Läufer vorbei, denn aufgrund der Wegbeschaffenheit wird es für beide hier kurz schwierig.

Im Bereich des Rangiswanger Horn geht es munter auf und ab. An einer Stelle geht es marschierenderweise unter Zuhilfenahme angebrachter Seile empor. Den Höhepunkt auf der Tour über die Hörnergruppe erreichen wir mit dem 1665 Meter hohen Weiherkopf. Sausteil geht es da hoch. Der erste lange von drei Anstiegen ist nun geschafft. Aber ich warne, jetzt auf dem folgenden Gefälle zum Sattel bei der Hörnerbahn hinunter zu brettern. Denn der Abstieg ist steil und die teilweise angebrachten Seile sind nicht zur Zierde der Landschaft da. Wer da mit Straßenlaufschuhen mit wenig Profil unterwegs ist, kann durch den Riesel schon die Bodenhaftung verlieren. Trailschuhe sind eine gute Wahl.

Wer jetzt mag, der kann es auf dem bequemen Asphaltweg zum Berghaus Schwaben schön rollen lassen, auch wenn vor der Berghütte noch ein Marschierstück wartet. 14 Kilometer liegen schon hinter uns, grad mal 20 Prozent der Wegstrecke.

Der Asphalt endet, es geht aber leicht wellig und problemlos weiter. Im Bolgenstall wechselte früher die Laufrichtung der Marathonis ins Bolgental. An den Kuhtränken erfrischen sich nun die Läufer, denn die Sonne hat schon Kraft. Ich merke das an meiner schwarzen Laufhose, die sich mit Wärme auflädt.

 

Beiderseits des Riedbergpasses

 

 

Es geht auf dem Grat östlich des Riedberger Horns. Unschwierig zu bewältigen, auch wenn wieder marschiert werden muss. Oben warten ein paar Zuschauer und feuern uns an. Auch ein Profifotograf wartet auf die Läufer. Wir wechseln auf das Gebiet einer anderen Alm. Das Wechselgatter, wo immer nur einer durch kann, ist blöd gebaut. Wer nicht aufpasst, der bleibt mit der Seite oder der Hüfte an dem Eisenteil hängen und kann sich so leicht prellen.

An der Grasgehrenhütte ist die erste Hauptverpflegungsstelle. Hier vermisse ich den guten Zwetschgendatschi, den es letztes Jahr gab. Aber mit Bananen, Äpfeln und vielen weiteren Leckereien  brauchen wir nicht zu hungern. Dafür haben die Helfer zu rödeln, denn die Trailer kommen wie an einer Wäscheleine einer nach den anderen angelaufen. Kurz nach meinem Weiterlaufen „druckt’s mir a Koppala naus“. Das Cola ist schuld.

Am Riedbergpass weisen uns Helfer ein, damit wir sicher auf die andere Seite wechseln können. Ein wenig Aufmerksamkeit schadet nicht. Ja, diese Straße ist Deutschlands höchste Passverbindung. Wir verlassen die Straße wieder an einem der „hüftschonenden“ Gatter. Kurz danach ist der 20. Kilometer geschafft.

An der Schönberg-Alpe könnte ich meinen Hunger nach einem Zwetschgendatschi stillen. Nur, ich hab kein Geld dabei und die Uhr läuft ja weiter. Ein Bergwanderer kann nicht nur hier, sondern auf vielen anderen Alpen einkehren und gleich Bergkäse mitnehmen. Die sind lecker, auch wenn der eine oder andere eine rassigen Duft verbreitet. So wie der Weißlacker, ein Schnittkäse, der nur hier produziert wird. Zum Bier und zur Brezn schmeckt der am besten.

Weiter laufen wir um den Schafkopf (1602 Meter) herum, einem Nebengipfel des Besler. Ja, den Berg nicht verwechseln mit dem Kartenspiel, das ich Euch mal versucht habe zu erklären.

Nach der Trennung der Marathonis (die laufen links, wir rechts) gibt es die einzige größere Streckenverlegung. Das Rohrmoos, wo 2010 einige bis zu den Knien im Morast standen, muss aufgrund des bisherigen nassen Sommers umgangen werden. Axel fürchtet, dass einige bis zu den Hüften einsinken könnten. Ja, und wer Baaz und Dreck jetzt vermissen sollte, der kann ja nächstes Jahr beim BraveHeart in Münnerstadt schweinigeln.

 
 

Informationen: Allgäu Panorama Marathon
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