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Viel Spaß allein

 

Nach dreimaliger Teilnahme als Staffelläufer ist mir heuer nach einem Einzelstart. So stehe ich um 10 Uhr an der Startlinie und um mich herum sind (fast) nur Staffelläufer, die ihrem Einsatz entgegenfiebern. Mein Fieber hält sich in Grenzen. Ich will einen schönen ruhigen langen Lauf im beschaulichen Waldbreitbach genießen.

Schon zum fünften Mal veranstaltet der VFL Waldbreitbach den Staffelmarathon -  perfekt organisiert, wie man es gewohnt ist. Ich freue mich schon jetzt auf die Steaks und Würstchen der Feuerwehr, das Kuchenbuffet und das kühle bleifreie Weizenbier. Aber erst einmal heißt es 42.195 Km laufen.

 

TOP TEN als Ziel

 

Nach 80 km Anfahrt parke ich etwa direkt vor der Sporthalle am Start- und Zielbereich an der Deutschherrenschule. Wer etwas später kommt, hat auf dem großen Parkplatz am Marktplatz in Waldbreitbach etwa 400m vom Start- und Ziel noch ausreichend Parkmöglichkeiten.

An der Schule ist die Startnummernausgabe. Rasch habe ich meine Startnummer und den Zeitmeßchip und kann entspannt das Treiben der teilnehmenden Staffeln beobachten. Einige haben einen eigenen Pavillon dabei, Tische, Stühle, Bänke, Campingsessel. Man will es ja bequem haben, wenn man selbst pausiert und sich vom Staffeleinsatz erholt.

Es gibt insgesamt 5 Staffelwertungen: Jugend, Frauen, Männer, Mixed und Senioren. Dazu kommen einige unverzagte Einzelläufer. Leider sind die Anmeldezahlen nicht so berauschend. 46 Staffeln und 11 Einzelläufer, da hatte die Veranstaltung schon größeren Zuspruch. Verdient hätte es das Team um Wolfgang Bernath und Josef Hoß.

 

 
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Angesichts der 11 angemeldeten Einzelläufer erkenne ich die Chance, endlich einmal bei einem Marathon in der Gesamtwertung in die TOP TEN zu laufen. Damit ich richtig erholt am Start stehe, ziehe ich mich aus der Kühle des noch vernebelten Wiedtales in die warme Sporthalle zurück und lege mich auf einer Bank nieder.

 

Einführungsrunde

 

Pünktlich um 10 Uhr fällt der Startschuss. Wir sind noch in der Zusatzrunde. Der Kurs besteht aus 21 zu laufenden Runden durch den Ort und zurück entlang der Wied. Da die Runde 1.985 m lang ist, wird die Zusatzrunde gelaufen, um die zur Marathondistanz fehlenden 510 m zu absolvieren.

 
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Mann, was rennen da einige los. Von einer Aufwärmrunde kann keine Rede sein. Es geht vorne zur Sache. Aber ohne mich bitte. Ich lasse es ruhig angehen. Es ist noch frisch. Als ich nach einigen Hundert Metern an einer Apotheke vorbei laufe, zeigt die Anzeige gerade einmal 13 Grad. Zum Laufen eine gute Temperatur. Aber will ich heute an die Grenze gehen? Ich bin mir sicher, dass wir heute noch  in praller Sonne laufen werden. Die Frage ist nur, wann beginnt die Hitzeschlacht?

Es ist schön, durch den Ort zu laufen. Alles ist bekannt von den bisherigen Teilnahmen. Am Marktplatz steht wieder eine Trommlergruppe und heizt uns ein. Zuschauer hat es fast keine. Aber ein älteres Ehepaar fällt mir auf. Sie stehen auf dem Balkon ihres Hauses und klatschen uns Läufern ausdauernd Beifall. Danke!

 

Doubleplay live

 

Kurz vor der Abbiegung herüber zum Rückweg an der Wied steht eine Gruppe, auf die ich mich schon sehr gefreut habe. Doubleplay ist wieder live dabei und machen gute Mucke. Als ich das erste Mal vorbeilaufe, spielen sie eines meiner Lieblingsstücke, „Willenlos“ von Marius Müller-Westernhagen. Klasse die beiden. Auf meiner zweiten Runde spielen sie „Let it be“ von den Beatles. Es ist zwar super gespielt, aber ich finde die Aufforderung aufzuhören unsinnig. Der Spaß hat doch gerade erst angefangen.

Ziemlich rasch werde ich von den ersten Staffeln überholt. Das kann ja heiter werden. Die Klingel des vorausfahrenden Fahrrades werde ich heute noch öfters hören (müssen). Mir ist es egal. Ich bleibe bei meinem Stiefel. Der ist aber gar nicht so langsam, wie ich zuerst dachte. Ich pendele mich so zwischen 10.30 und 10.45 Minuten pro 1.985m-Runde ein. Das läuft doch auf eine Zeit von unter 4 Stunden hinaus, denke ich.

Der Lauf ist trotz der sich wiederholenden Runden kurzweilig. Ich freue mich nach dem Überqueren der Ziellinie immer auf die Trommler und dann auf Doubleplay. Und schon bin ich auf dem Rückweg entlang der Wied und kann mich wieder aufs Ziel freuen. Wieder eine Runde geschafft. Und im Zielbereich ist in der Wechselzone immer richtig Stimmung.

Eine Runde läuft Wolfgang Bernath mit mir. Ich berichte dem „Chef“, so wird der Verinsvorsitzende im Vorbeilaufen von einigen Mitgliedern des VFL Waldbreitbach gerufen, dass der Start heute der Höhepunkt meines Jahresendprogrammes in Sachen Marathon ist. Auf dem Programm stehen nach Waldbreitbach noch Palma de Mallorca, der French Riviera Marathon in Cannes und der neue Wüstenmarathon in Eilat/Israel.

 

Die Sonne brennt

 

Nach gut einer Stunde ist sie voll da. Die Sonne lacht vom Himmel und die Temperaturen steigen bei blauem Himmel rasch auf über 20 Grad. 28 Grad wird es noch heiß werden. Das bleibt nicht ohne Wirkung. Zumindest nicht auf mich. Während die ersten Staffeln bereits im Ziel sind, habe ich zu leiden unter den wärmer werdenden Temperaturen.

 
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So nach Km 30 spüre ich die ersten deutlichen Ermüdungserscheinungen. Von der zwischenzeitlich möglichen 3.40er Zeit verabschiede ich mich und kämpfe ab Km 36 auf den letzten drei Runden um eine Zeit unter 4 Stunden.
Es ist richtig heiß, der Rücken zwackt und auf der Strecke ist nicht mehr viel los. Eine Staffel nach der anderen beendet das Rennen. Mehrfach kann ich beobachten, wie die nicht laufenden Staffelmitglieder auf den letzten Metern ihre(n) Schlußläufer/in ins Ziel begleiten.

Was ich ganz toll finde, ist der Zuspruch, den ich als Einzelläufer beim Durchlaufen der Wechselzone erhalte. Viele klatschen Beifall und muntern mich auf. Das tut immer gut. Auf den letzten Runden kann ich diesen Zuspruch jedoch besonders brauchen. Wolfgang tut als Moderator auch sein Bestes. Er macht Stimmung. Ich bekomme von ihm ein aufmunterndes "Für das Alter nicht schlecht" mit auf eine weitere Runde. Das baut auf.

 

„Hallo Marathoni“

 

höre ich da in der vorletzten Runde jemanden von hinten rufen. Gemeint bin ich. Ein Staffelläufer, mit dem ich schon eine gemeinsame Runde gelaufen war - vor langer Zeit, wie es mir vorkommt in der Hitze -  läuft zu mir auf und wir laufen ein Stück gemeinsam. Beim ersten Mal war er froh, mit mir laufen zu können, nun bin ich froh, dass er da ist. Als er durchs Ziel läuft und den Staffelstab an den nächsten Läufer seiner Staffel übergibt, laufe ich in meine letzte Runde.

Wie seit der 10. Runde praktiziert, bleibe ich auch nach dem Zielbogen wieder an der Verpflegungsstelle für Einzelläufer und Zweierstaffeln stehen, trinke einen Becher Cola und gieße einen Becher Wasser über meinen Kopf. Kühlung muss sein bei diesen Temperaturen.

Ich schaffe auch die letzte Runde, die mir recht schwer fällt, wie ich gestehe. Aber die Aussicht auf eine kühle Dusche und ein bleifreies Weizen im Ziel, dazu ein Kotelett und Kuchen, motiviert mich.

Sicherheitshalber habe ich mir meine Kuchenstücke schon vor dem Start besorgt. Denn während meiner letzten Runden konnte ich beobachten, dass die Wechselzone immer weniger frequentiert wird und dafür die das Kuchenbuffet in der Feuerwehrhalle und der Grill vor der Halle umso mehr Zulauf erhält.

Ich bin froh, im Ziel zu sein. Die Sonne hat mir am Ende doch arg zugesetzt. Und unter 4 Stunden bin ich auch noch reingekommen. Was willst Du mehr? Ich erst mal ein kühles bleifreies Weizen und dann eine Dusche. Und dann den Kuchen. Zwischendurch gebe ich den Zeitmeßchip zurück und erhalte wie alle Einzelläufer einen schönen Becher.

Nach der Dusche ist weiterer Flüssigkeitsausgleich angesagt. Zufrieden verabschiede ich mich von Wolfgang Bernath und danke für die wiederum gelungene Veranstaltung.
Ich wünsche dem engagierten Team des VFL Waldbreitbach für die nächsten Austragungen einen deutlich stärkeren Zuspruch. Deshalb mein Aufruf an alle, denen es in Waldbreitbach gefallen hat (und das waren wieder viele): Bringt zum nächsten Jahr mindestens einen weiteren Läufer/in mit. Es lohnt sich!

Ich habe mir den 3. Oktober auch für 2015 schon fest im Terminkalender notiert.
PS: Und das mit den TOP TEN hat geklappt. Von 11 Startern kamen 9 ins Ziel und ich war mit meinem 5. Platz genau in der Mitte.

 

Einzelwertung:

Frauen
keine im Ziel

Männer:
Dirk Karl   3.03,16 Std.

Staffel
Team Teletubbies - Cool Runnings 2.15,15 Std.

 

Informationen: Staffelmarathon Waldbreitbach
Veranstalter-WebsiteErgebnislisteHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

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