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Laufberichte

Where the streets have no names

 

Der Bienwald-Marathon feiert Jubiläum. Mit seiner 40. Auflage gehört er zu ältesten Marathons im Land.  Auch der Halbmarathon hat schon 37 Jahre auf dem Buckel und ist natürlich der Lauf mit den meisten Startern. Am Ende werden im Ziel 492 Marathonis und 918 Läufer, die den Halbmarathon absolviert haben begrüßt. Marathon4you.de feiert mit dem zehnjährigen Bestehen in diesem Jahr ja auch ein kleines Jubiläum und zum zehnten Mal in Folge ist ein M4Y-Team am Start in Kandel.

Ich reise schon früh morgens mit meinem Lauffreunden Bernie, Charly und Jan vom Team TOMJ an und ich habe nicht mal drei Stunden Schlaf zusammenbekommen. Trotzdem verläuft unsere Anfahrt zur Bienwaldhalle, die den Veranstaltern schon seit mehreren Jahren zur Verfügung steht, reibungslos. Die Startnummern haben wir schnell bekommen und nun stärken wir uns noch schnell mit einem Kaffee und Kuchen. Das gibt es wirklich moderaten Preis und in riesiger Auswahl.

 
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Es gibt auch eine kleine Marathonmesse. Dort bekommen wir das Finisher-Shirt (diesmal in unserer Firmenfarbe orange) und zum Jubiläum eine schicke Strickmütze mit Logo  obendrauf. Eine Medaille kann man sich für 3 Euro dazu kaufen. Das hat man nicht so oft. Alles in allem ist das Preis-/Leistungsverhältnis beim Bienwald Marathon am oberen Ende der Skala.

Schön langsam füllt sich die Halle und man erblickt immer wieder bekannte Gesichter. Man trifft die üblichen Verdächtigen und vertreibt sich die Zeit mit Läuferlatein.

Der Marathon wird um 10 Uhr direkt vor der Bienwaldhalle gestartet. Bei der Premiere im Jahre 1976 standen genau 77 Teilnehmer an der Startlinie. Den Zuschauern wurde ein spannendes Rennen geboten und am Ende gab es zwei Sieger.  Hans Gulyas und Günther Conzelmann vom Karlsruher SC duellierten sich bis zum Ende. Für beide Läufer blieb die Uhr nach 2:27:36 Stunden stehen. Mit dieser Zeit hätten sie in den letzten 13 Jahren jedes Mal gewonnen.

Ein Jahr später konnten dann schon 125 Finisher gezählt werden, darunter waren auch erstmals Frauen. Koosje Röper vom USC Mainz gewann mit 3:34:14 Stunden und bei den Männern siegte der Amerikaner Michael Breirick vom LC Neckar in 2:25:34 Stunden. Mit über 900 Marathon-Finishern war das Jahr 1993 das erfolgreichste für den Bienwald-Marathons.

Die Streckenrekorde stammen noch aus dem Jahr 1984, als im Bienwald die Deutschen Marathonmeister ermittelt wurden. Bei den Männern lief Ralf Salzmann nach 2:14:15 Stunden ins Ziel und qualifizierte sich für die Olympischen Spiele in Los Angeles, wo er Platz 18 belegte. Ich saß damals, gerade mal 13 Jahre alt, jede Nacht vor dem Fernseher und verfolgte erstmals bewusst Olympische Spiele. Natürlich habe ich allen Deutschen, auch Ralf Salzmann,  die Daumen gedrückt.

Ähnlich war es bei den Frauen. Auch Susi Riermeier musste beim Bienwald Marathon mit  2:38:13 Stunden Streckenrekord laufen, um sich für Olympia zu qualifizieren. Vier Jahre zuvor war sie in Lake Placid bei den Winterspielen im Langlauf am Start.

Heute ist nicht damit zu rechnen, dass der Streckenrekord gebrochen wird, obwohl die äußeren Bedingungen dafür gut geeignet sind. Strahlend blauer Himmel, angenehme Temperaturen und kaum spürbarer Wind sind ideal, um richtig Gas zu geben.

 
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Kurz vor zehn Uhr findet sich die regionale Politprominenz am Startplatz  ein und feuert den Startschuss für den Jubiläumslauf ab. Das dicht gedrängte Teilnehmerfeld biegt gleich nach der Bienwaldhalle nach rechts in Richtung Kandel ab. Die Straße ist schön breit und nimmt das  große Teilnehmerfeld problemlos auf. Man kann eigentlich sofort ungestört sein Tempo laufen. Die ersten Kilometer führen durch Kandel. In der Hauptstraße kann man ein paar schöne alte Fachwerkhäuser bewundern, aus deren Fenstern uns hier und da auch ein paar Fans zujubeln. Einige Zuschauer haben sich auch am Straßenrand oder in den Gärten eingefunden.

 
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Nach Kandel geht es über eine kurze Landstraße rein in den Bienwald. 18 Kilometer werden wir nun auf guten Straßen durch den Wald rennen, um am Ende in der Ortschaft Schaidt wieder zu wenden. Die Halbmarthonis wenden schon kurz nach 13 Kilometer. Es wird deutlich ruhiger auf der Strecke und man kommt mit dem einen oder anderen  Mitläufer ins Gespräch. Ich hole meine Schreib-Kollegin Birgit ein und wir begleiten uns ein paar Kilometer, bis sie meint, ich sei ihr zu schnell, sie mich aber nur loswerden will. Denn zu schnell war ich noch nie.

 
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In Schaidt begrüßt uns eine Blaskappelle und macht für Läufer und Zuschauer tolle Stimmung. Wenig später kommt die Wende und wir lassen uns am Action-Point noch einmal feiern. Ich fotografiere gerade das Plakat mit der Aufschrift „Könnten Sie jetzt noch bremsen?“, das die Verkehrsteilnehmer auf die Gefahr durch Wild aufmerksam machen will. Der Fotostopp wir jäh beendet, als die Musik Helene Fischers „Atemlos“ beginnt zu spielen und ich die Flucht ergreife. Nichts wie weg hier. Bald ist es wieder still im Bienwald. 

Meine Kamera hat Pause, denn nun geht es ein paar Kilometer zurück in Richtung Kandel, bis wir nach rechts auf einer Wendepunktstrecke noch tiefer in den Bienwald eintauchen. Viele schnellere Läufer kommen mir entgegen. Eine schöne Gelegenheit,  Bekannte anzufeuern und abzuklatschen. Einige sind wirklich schnell unterwegs.

Irgendwann überwiegt die Landschaft, die Läufer werden weniger.  Automatisch schaue ich öfters auf die Uhr. Ich bin im Plan, die 4:30 sollten klappen, denn auch der Pacer für die 4:30 ist hinter mir in Sichtweite. Damit er mich nicht einholt, lege eine kleine Schippe drauf. Dann hab ich sie abgehängt und ich bin wieder auf der breiten Bundesstraße in Richtung Kandel unterwegs.

Für die Läuferinnen und Läufer in der zweiten Hälfte des Starterfeldes wird es nun schwer. Man sieht nur das breite Asphaltband und vereinzelt einen Leidensgenossen. Ich nehme mir vor, den einen oder anderen einzusammeln und mache einige Plätze gut. Wir sind bei Kilometer 30 und auch ich muss jetzt beißen. Trotzdem halte ich mein Tempo und hole weiter auf.

 
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Irgendwann hat das Elend ein Ende und ich kann nach links zum Naturfreundehaus abbiegen. Weit kann es jetzt nicht mehr sein, denn zu Beginn des Rennens waren wir hier schon einmal. Die Teerstraße ist kerzengerade und ich entdeckt ein paar hundert Meter vor Bernie. Ihn einzuholen, ist mein neues Ziel. Nur ganz langsam verringert sich der Abstand. Kurz vor Kandel biegt die Strecke auf einen kleinen Fußweg ab. Hier sind auch zahlreiche Spaziergänger unterwegs, die uns anfeuern und beklatschen. Bernie ist in Griffweite. Er ist am Kämpfen und erschrickt fast, als ich ihm auf die Schulter klopfe.

 
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So ein flacher Straßenlauf ist halt einfach nicht mehr sein Ding. Er ist lieber auf anspruchsvollen Strecken oder Trails unterwegs und lässt mich laufen. Schon bald höre ich den Sprecher im Bienwald-Stadion. Hier ist eine letzte Runde auf der Tartanbahn zu laufen, was ich richtig genieße. Ebenso den Applaus und die Glückwünsche meiner Freunde, die bereits im Ziel sind. Auf Bernie bekommt einen würdigen Empfang. Wir sind beide deutlich unter 4:30 geblieben und damit mehr als zufrieden.

Nach einer  ausgiebigen Dusche kommen wir gerade noch rechtzeitig zur Siegerehrung und können uns auch noch stärken. Das Angebot ist sehr gut und dabei preiswert. Fast hätte ich mich für einen Pfälzer Saumagen entschieden. Den hatte mir Klaus schon im vergangenen Jahr ans Herz gelegt. Aber einen Saumagen habe ich gerade selber und entscheide mich anders.

 „Heiße Wurst im Brötchen“ kann ich als Bayer aber nicht aussprechen. Gut, dass der Bienwald Marathon eine internationale Veranstaltung ist und die Pfälzer sprachbegabt sind. Als ich „a Würstl mit Semmel“ bestelle, bekomme ich ohne Rückfrage das Gewünschte.

Frisch gestärkt verabschieden wir uns von unseren alten und neuen Lauffreunden und machen uns auf den Heimweg. Ein toller Marathontag liegt hinter uns und wir freuen uns schon auf nächstes Jahr.

 

Marathonsieger

 

Männer

1 Trauth, Oliver (GER)  TV Herxheim  02:37:57
2 Fischer, Martin (GER) TV Offenbach  02:38:53
3 Sommer, Michael (GER) 02:39:20

Frauen

1 Engelke-Horn, Carolin (GER)  03:12:40
2 Hellebrand, Diana (GER)  03:15:34
3 Berger, Carola (GER)  03:21:56

565 Finisher

 

 

Informationen: Bienwald-Marathon
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