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Transruinaulta und Transviamala mit reduzierten Startfeldern

18.10.21
Quelle: Interview Anita Fuchs

Beim achten Transruinaulta Trailmarathon vom 23. Oktober und am Transviamala Erlebnislauf, der tags darauf mit einem eigenen Lied das 20-Jahre-Jubiläum feiert, ist das Startkontingent auf je 500 Aktive begrenzt. «Ein lange nachhallendes Erlebnis ist den Teilnehmenden gewiss», verspricht OK-Präsident Thomas Häusermann.

Thomas Häusermann, lange Zeit war ungewiss, ob der Transruinaulta und der Transviamala dieses Jahr wieder durchgeführt werden können. Wann fiel Ihnen der tonnenschwere Stein vom Herzen?

Schwierig zu sagen; es ist immer ein Prozess. Wir wussten im Winter bereits, dass es ein neues Normal geben wird und dass wir wohl in einer Form reduziert planen müssen. Aber sicherlich: Der finale Entscheid, dass Veranstaltungen draussen mit 500 Teilnehmenden möglich sind, dies ohne Zertifikatspflicht, war die grosse und wichtige Bestätigung.

Und dann machten Sie sich umgehend an die Planung?

Mit viel Voraussicht planten wir eigentlich immer bescheiden und familiär – wie das auch zu uns passt.

 

 

 

Was erwies sich in dieser Phase als grösste Schwierigkeit?

Die Planung in Szenarien. Was machen wir, wenn … – dies zögerte die ganze Planung sehr stark hinaus und fordert uns nun bis zum Schluss. Viele eingespielte Prozesse mussten wir neu definieren. So werden die Startnummern mit allen Gutscheinen und Infos zum Beispiel per Post zugestellt.

Wann trafen Sie den Entscheid, an den beiden Läufen nur je 500 Aktive zuzulassen?

Bereits im März definierten wir, dass wir die Startkontingente schrittweise und bescheiden erhöhen. Final zeichnete sich im August ab, dass die Grenze ohne Zertifikatspflicht bei 500 liegen wird. Mit fünf unterschiedlichen Start- und Zielorten sowie fast 500 Helfenden wäre eine Lösung mit Zertifikat schlicht nicht durchführbar.

Beim Transviamala entspricht dies einer Halbierung des Teilnehmerfeldes. Geht der Charakter der Veranstaltung dadurch nicht etwas verloren?

Dieser Erfahrungswert fehlt uns, da wir seit Jahren darüber liegen. Gleichzeitig empfinde ich es auch als Chance. Eine unserer Stärken ist, dass wir es schafften, trotz Grösse familiär zu bleiben. Und genau dieses Erlebnis kann allenfalls noch deutlicher zum Ausdruck kommen und den Aktiven einen Mehrwert geben. Für uns ist es eine Option, künftig etwas kleiner zu werden. So gesehen ein willkommener Test.

Die überaus begehrten Startplätze waren wohl im Nu ausverkauft.

Die Startplätze sind sehr begehrt, das ist richtig. Wir schafften es über 20 Jahre aktiv zu bleiben und einen sehr guten Ruf aufzubauen. Dennoch: Die Startplätze waren länger offen als in den Vorjahren. Die Unsicherheit rund um Corona ist bei allen Laufveranstaltungen spürbar.

 

 

 

«Es ist eine grosse Dankbarkeit spürbar»

 

Gab es auf Grund der Reduktion auch negative Stimmen?

Nein, bisher nicht. Es ist eine grosse Dankbarkeit spürbar, dass man gerade aktuell den Mehraufwand auf sich nimmt und einen Grossanlass durchführt.

Möglicherweise wurden Sie aus einem anderen Grund damit konfrontiert: Bei praktisch allen Veranstaltungen gilt die 3G-Regel, Sie hingegen verzichten auf ein Zertifikat. Weshalb laufen Sie in die Gegenrichtung?

Wie gesagt: Wir haben fünf unterschiedliche Start- und Zielräume. Alle diese Bereiche abzuriegeln und Zutrittskontrollen zu machen, ist für uns so nicht umsetzbar. Dann allen Helfenden, die teils allein im Wald stehen ein Zertifikat abzuverlangen, scheint uns auch ein wenig am Ziel vorbei. Wir sind überzeugt, dass wir mit der zeitlichen und räumlichen Trennung sehr viel sicherer fahren werden.

Hand aufs Herz: Fühlen Sie sich an einem Anlass mit ausschliesslich Genesenen, Geimpften und Getesteten nicht wohler?

Nein, nicht unbedingt. Denn wenn das dazu führt, dass man Abstand und Hygiene nicht berücksichtigt, kippt die Sicherheit schnell. So gesehen ist es mir lieber, die Distanz ein wenig zu wahren und im Bewusstsein der Viruspräsenz zu handeln. Dies erscheint mir zeitgemässer und unter dem Strich auch sicherer. Aber es braucht die Vernunft der Teilnehmenden.

Eingangs des Gesprächs erwähnten wir den tonnenschweren Stein. Gleich mehrere davon dienen am Transruinaulta als Startrampe. Weshalb nehmen Sie stets einen so grossen Aufwand auf sich?

Gegenfrage: Worum geht es den Sportlerinnen und Sportlern, wieso kommen sie zu uns? Die Antwort: Weil sie ein Lauferlebnis, ein Naturspektakel zu Fuss erlaufen können. Und dieses Erlebnis wollen wir bieten. Wir möchten die Erwartungen übertreffen, wir wollen überraschen. Einen Lauf von A nach B kann man überall laufen. Aber echte Erlebnisse sind selten.

Die Organisatoren der beiden Läufe sind bekannt für ihren grossen Innovationsgeist. Weshalb ruhen Sie sich nicht auf den Lorbeeren aus?

Vielleicht, weil wir uns nicht nur als Lauforganisator sehen. Wir möchten die Regionen ins Schaufenster stellen, die Gastgeber vorstellen, Wertschöpfung erzielen, regionale Produkte präsentieren und die Zusammenarbeit über die Täler hinaus fördern. Wenn man diesen Geist am Lauftag spürt, will man mehr. Jahr für Jahr.

 

 

 

«Jede und jeder spürt die Magie dieser Tage.»

 

Aber ist dies den Läuferinnen und Läufern sowie (Nordic-)Walkerinnen und Walkern bewusst?

Wir denken schon. Das unbeschreibliche Gefühl, dass jede Sportlerin und jeder Sportler bei uns am Start kennt ist spürbar. Es ist anders als bei anderen Läufen. Jede und jeder an der Strecke, Zuschauende und Helfende, spüren die Magie dieser Tage. All dies ist nicht am Reisstisch planbar. Aber wir sind überzeugt, dass all unsere Bestrebungen und unser Engagement dies ermöglichen.

Apropos (Nordic-)Walkerinnen und Walker: Für sie gibt es keine eigene Kategorie mehr und sie werden mit den schnelleren Läuferinnen und Läufern gewertet. Welche Überlegungen führten zu diesem Schritt?

Zwei Faktoren: Zum einen waren die teilnehmenden Walkerinnen und Walker in den letzten Jahren stark rückläufig, zum anderen ist die Entwicklung des Trailrunning mit Stöcken und dem Wechsel aus Rennen und Gehen auch immer etablierter. Dieser fliessende Übergang veranlasste uns, ein Angebot daraus zu machen: Es sind alles Erlebnisläuferinnen und -läufer.

Und wie fielen die Reaktionen aus?

Nach der Erklärung, dass nicht gelöscht, sondern integriert wird, sind mir keine negativen Reaktionen bekannt.

Durch diese Änderung besitzen (Nordic-)Walkerinnen und Walker die Möglichkeit, auch am Transruinaulta respektive an der Transruinaulta Curta zu starten. Wie präsentiert sich diese Nachfrage?

Dazu habe ich (noch) keine Antwort. Da sich die Sportlerinnen und Sportler anmelden ohne Hinweis ob sie walken oder rennen, sehen wir es am Lauftag.

Und jene betreffend eines Doppelstarts und somit der Aufnahme im Klassement der Etappenwertungen?

Ich denke, dies ist ebenfalls ein Mehrwert und wird gerade von unserem Hauptpartner Migros sehr geschätzt. Die klare Öffnung in Richtung Breitensport soll noch mehr Leute ansprechen.

 

 

 

«Beide Events sind nun faktisch gleich gross.»

 

Gibt es keine Verlagerung innerhalb der beiden Anlässe?

Über die beiden Tage gilt es festzuhalten, dass nun beide Events faktisch gleich gross sind. Ein Viertel der Teilnehmenden bestreitet die Etappenwertung, und die kürzeren Distanzen werden auch immer beliebter. Gerade die Wertung Schluchtenprinz respektive -prinzessin ist stark steigend.

Eine Mutation gibt es auch beim Juniorenlauf, der Cursa da Juniors. Sie findet neu als Traillauf in Plàns und somit auf dem Kulminationspunkt des Transviamala statt. Soll sich der Juniorenlauf ebenfalls zu einem Höhepunkt entwickeln?

Wir sind überzeugt, dass der Traillauf gerade für Jugendliche sehr viel spannender zu laufen ist und dass in diesem Bereich noch Potenzial liegt. Sehr gerne würden wir nächstes Jahr auch im Juniorenbereich ein Etappenwertung einführen. Dazu will ich aber noch nicht mehr verraten.

Dafür fällt heuer die Cursa da Lumpazis, der Hindernislauf für die Jüngsten und heimliche Höhepunkt der Veranstaltung, aus. Wird dem Transviamala so nicht etwas fehlen?

Bei all der Vorfreude, Ja. Die Kleinsten sind eine Riesenbereicherung des Anlasses. Wir besprachen lange und viele Varianten. Doch die Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit und die damit verbundenen Massnahmen liessen uns keine Wahl – was uns sehr schmerzt.

Weniger Teilnehmende bedeutet automatisch weniger Umsatz. Nicht nur bezüglich der Startgeld-Einnahmen, sondern insbesondere jenen aus der Festwirtschaft. Wie gehen Sie mit dieser unerfreulichen Begleiterscheinung um?

Wir sind kein kommerziell aufgestelltes Gremium. Wir alle arbeiten ehrenamtlich, und die Veranstaltung strebt keinen Gewinn an. Natürlich ist unser Grundziel immer eine Rechnung, die aufgeht. Gleichzeitig ist es so, dass die Festwirtschaft in unserer Grösse nicht der entscheidende Faktor ist. So gesehen konnten wir dies soweit wie möglich einplanen und sind überzeugt, dass es auch bescheidener geht.

Auf ein reichhaltiges Kuchenbuffet, das am Transviamala legendär ist, dürfen sich die Läuferinnen und Läufer sowie (Nordic-)Walkerinnen und Walker nach vollbrachter Leistung aber schon freuen, oder?

Absolut! Auf dieses können und wollen wir nicht verzichten. Es werden zwar nicht wie in anderen Jahren über 140 Kuchen bereitstehen, aber ich kann versprechen: Die Auswahl wird ausreichen.

 

 

 

«Ein Hühnerhautmoment und ein goldenes Puzzleteil
mehr im Gesamterlebnis.»

 

Den Transviamala führt die Uniùn da sport Tumpriv nun schon das 20. Mal durch. Welche Jubiläumsaktivitäten dürfen die Aktiven erwarten?

Wir haben unser eigenes Lied! Ein romanisches Lied, gesungen von den Schülerinnen und Schülern von Donat, erzählt die Geschichte der Läufe. Komponiert und geschrieben von einer im Schams aufgewachsenen, jungen Lehrerin und OK-Mitglied. Unglaublich gefühlvoll und eindrücklich. Ein Hühnerhautmoment und ein goldenes Puzzleteil mehr im Gesamterlebnis.

Und welches Versprechen geben Sie ihnen vor der Jubiläumsaustragung ab?

Wir, vom OK, alle Helfenden Einheimischen geben alles. Wir geben unser Bestes, dass wir auch in diesem Jahr ein Erlebnis bieten können, das hoffentlich noch lange nachhallen wird.

 

 

Die Erwachsenen-Läufe im Überblick

 

Samstag
Transruinaulta (42,2 Kilometer/1800 Höhenmeter/Ilanz–Thusis) – Intervallstarts ab 9.15 Uhr, Zieleinläufe ab 12.25 Uhr.
Transruinaulta Curta (24 Kilometer/780 Höhenmeter/Ilanz–Rhäzüns) – Intervallstarts ab 11.30 Uhr, Zieleinläufe ab 13.50 Uhr.

Sonntag
Transviamala (19 Kilometer/+950 und -620 Höhenmeter/Thusis–Donat) – Startintervall Einzelstarts ab 10.00 bis 10.45 Uhr, Zieleinläufe ab 11.15 Uhr.
Transviamala Curta (11,5 Kilometer/+720 und -410 Höhenmeter/Thusis–Donat) –Startintervall Einzelstarts ab 10.00 bis 10.45 Uhr, Zieleinläufe ab 10.50 Uhr.

Informationen: www.transruinaulta.ch und www.transviamala.ch

 

Informationen: Transruinaulta
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