Der 33. Kleine Zeitung Graz Marathon am 11. Oktober 2026 lockte mit knapp 15.000 Anmeldungen und strahlendem Herbstwetter eine historische Rekordkulisse in die steirische Landeshauptstadt. Das sportliche Großereignis verwandelte die Grazer Innenstadt in eine pulsierende Laufmeile und bot Zehntausenden Zuschauern ein Lauffest der Superlative. Neben packenden Premieren-Siegen in der Königsdisziplin durften die Fans an der Strecke sogar einen historischen Meilenstein für den österreichischen Laufsport bejubeln.
Das Laufwochenende in der steirischen Landeshauptstadt hielt packende Entscheidungen über verschiedene Distanzen bereit. Neben dem klassischen Marathon sorgte vor allem der Hervis Halbmarathon für eine historische Sensation.
Die Königsdisziplin über die 42,195 Kilometer dominierte bei den Männern der Kenianer John Maina Ndirangu, der sich bei seinem beeindruckenden Debüt mit einer Zeit von 2:11:35 Stunden den Sieg sicherte. Bei den Frauen gab es einen umjubelten Heimsieg: Die Steirerin Bianca Ederer holte sich mit einer starken Zeit von 2:51:34 Stunden den ersten Platz auf dem Podest.
Für das sportliche absolute Highlight des Tages sorgte jedoch der Halbmarathon. Die Österreicherin Julia Mayer deklassierte die Konkurrenz und stellte mit einer Zeit von 1:10:11 Stunden einen sensationellen neuen österreichischen Frauenrekord auf. Bei den Männern triumphierte auf den 21,1 Kilometern ihr Landsmann Felix Geieregger, der die Ziellinie nach 1:07:36 Stunden überquerte.
Auch auf den kürzeren Distanzen wurde um jede Sekunde gekämpft. Den Viertelmarathon, der in diesem Jahr auf einer neuen Strecke ausgetragen wurde, entschied Leo Holper mit einer Zeit von 34:44 Minuten für sich. Bei den Frauen war Lisa Kumpitsch in 42:08 Minuten nicht zu schlagen. Beim City Run 5.0 über fünf Kilometer setzte sich der Bosnier Uros Gutic in 15:22 Minuten durch, während die Kroatin Ana Stefulj nach 18:15 Minuten als schnellste Frau das Ziel erreichte.
Mit knapp 15.000 Anmeldungen verzeichnete die Großveranstaltung die höchste Beteiligung ihrer Geschichte. Besonders stark besetzt war dabei der Halbmarathon, der alleine 6.514 Starter auf die Strecke brachte. Auffallend war zudem der stark wachsende Anteil an Frauen und jungen Läufern in der Altersgruppe zwischen 21 und 30 Jahren.
Zehntausende Besucher strömten in die Grazer Innenstadt und verwandelten die Strecke in eine regelrechte Partymeile. Hotspots wie die Fanzone an der Grazer Oper peitschten die Athleten ununterbrochen nach vorne. Erstmals wurde auch der sogenannte "Area-Süd-Marathon" ausgetragen, der über die neue Koralmbahn die Laufevents in Graz und Klagenfurt konzeptionell miteinander verbindet.
Die Strecke des Graz Marathons bot auch 2026 wieder eine abwechslungsreiche Sightseeing-Tour durch die steirische Landeshauptstadt, die schnellen Asphalt mit historischer Kulisse verband.
• Start an der Oper: Der traditionelle Startschuss fiel für die Hauptbewerbe um 10:00 Uhr direkt vor der prachtvollen Grazer Oper. Von dort aus ging es für das riesige Läuferfeld zunächst am grünen Stadtpark vorbei.
• Der Südschleifen-Auftakt: Die flache Halbmarathon-Runde führte die Athleten zuerst etwas mehr als vier Kilometer in den Süden der Stadt. Vorbei am Ostbahnhof ging es hinunter bis zum Stadion Liebenau, wo nach einer Wende der Kurs wieder Kurs Richtung Norden aufnahm.
• Entlang der Mur in den Norden: Nach der Flussüberquerung lief das Feld kilometerlang direkt am Lendkai und Grieskai entlang der Mur. Die Strecke führte weiter nordwärts durch den Bezirk Lend bis hinauf nach Andritz und Weinzödl.
• Zwei Runden für die Königsdisziplin: Während die Halbmarathon-Läufer nach der ersten Schleife direkt ins Ziel steuerten, absolvierten die klassischen Marathon-Teilnehmer diesen abwechslungsreichen Rundkurs durch die Innenstadt, Lend und Andritz ein zweites Mal.
• Schlossberg-Blick und historische Altstadt: Zu den optischen Highlights gehörten die Passagen rund um den Grazer Schlossberg, bei denen die Läufer stets den berühmten Uhrturm im Blick hatten. Die Strecke führte zudem über prominente innerstädtische Straßen wie den Joanneumring, die Radetzkystraße und den Kaiser-Franz-Josef-Kai mitten durch das UNESCO-Weltkulturerbe der Altstadt.
• Die große Ziel-Neuheit: Während der Marathon wie gewohnt an der Oper endete, wartete auf die Teilnehmer des Viertelmarathons 2026 eine Premiere: Ihr Ziel lag in diesem Jahr erstmals am historischen Freiheitsplatz.
Der Renntag bot den Sportlern strahlenden Sonnenschein und perfektes, herbstlich-kühles Laufwetter. Während der kühle Vormittag der Elite zu schnellen Zeiten verhalf, trieb die herbstliche Sonne die Temperaturen im späteren Rennverlauf für die Hobbyläufer leicht nach oben.
Nach dem Rennen zogen Athleten und Organisatoren eine emotionale und sportliche Bilanz:
• Herausforderungen für die Elite: Der kenianische Marathonsieger John Maina Ndirangu zeigte sich nach seinem Debüt zwar glücklich über den Erfolg, merkte jedoch kritisch an, dass ihn das dichte Feld der Hobbyläufer ab Kilometer 37 spürbar ausgebremst habe. Ohne diesen Verkehr wäre seiner Einschätzung nach eine Zeit von 2:09 Stunden möglich gewesen. Rennleiter Anton Wippel pflichtete ihm bei und erklärte, dass es bei dem enormen Läuferaufkommen in der Innenstadt für die absolute Spitze extrem schwierig sei, das Tempo voll durchzuziehen.
• Emotionen beim Heimsieg: Die Steirerin Bianca Ederer beschrieb ihren Sieg beim Marathon als überwältigendes Gefühl. Als Lokalmatadorin in Graz ganz oben auf dem Podest zu stehen, sei etwas ganz Besonderes, wozu auch die fantastische Kulisse entlang der Strecke beigetragen habe.
• Erleichterung beim Veranstalter: Organisator Michi Kummerer verbuchte die Veranstaltung als vollen Erfolg. Der neue Teilnehmerrekord sei das Ergebnis akribischer Vorbereitung gewesen. Neben der spürbaren Freude der Masse an der Bewegung hob er besonders den österreichischen Rekord von Julia Mayer im Halbmarathon als das perfekte Geschenk für das gesamte Organisationsteam hervor.