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Grenzen gibt es nur im Kopf – Kipchoge läuft allen davon

23.08.21
Quelle: PM

Eliud Kipchoge ist so etwas wie der Usain Bolt des Marathons. Der Kenianer fuhr als großer Favorit zu den Olympische Spielen von Tokio und bestätigte diese Rolle in beeindruckender Manier. Mit seinem Goldlauf wurde der Weltrekordler zum dritten Läufer in der Geschichte, der die olympische Goldmedaille verteidigen konnte. Damit ist Kipchoge endlich im Kreis der ganz großen Wunderläufer wie Emil Zatopek oder Abeke Bikila angekommen. Wir werfen einen Blick auf Weg vom jungen Weltmeister der 5000-Meter zum Weltrekordläufer im Marathon.

 

Der Stern ging im 5000-Meter-Lauf auf

 

Bereits in jungen Jahren kristallisierte sich das Potenzial des Eliud Kipchoge heraus. Nach ersten Siegen bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften gewann er mit gerade einmal 18 Jahren sensationell im 5000-Meter-Lauf der Leichtathletik-Weltmeisterschaften von 2003 in Paris. Dabei stand er den favorisierten Kenenisa Bekele und Hicham El Guerrouj gegenüber, was letztlich im schnellsten 5000-Meter-Finale aller Zeiten resultierte.

Mit diesem Lauf hat sich Eliud Kipchoge über Nacht in die Weltspitze des Langstreckenlaufs katapultiert. Im folgenden Jahr traf er bei den Olympischen Spielen auf dieselben Läufer wie noch im WM-Finale 2003. In Athen gewann er seine erste olympische Bronzemedaille. Vier Jahre später in Peking reichte es dann für Silber über 5000m. Zwischen 2004 und 2010 ging Kipchoge bei diversen Wettbewerben über 3000-Meter und 5000-Meter sowie bei den Cross-Weltmeisterschaften an den Start, für den ganz großen Wurf hat es bei diesen Distanzen allerdings nicht mehr gereicht.

 

 

 

Distanz-Wechsel nach Olympia-Frust

 

Nachdem es für Kipchoge über seine gewohnte Distanz von 5000 Metern nicht für die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London gereicht hat, wandte er sich längeren Strecken zu. Nach einigen Halb-Marathons ging er dann beim Hamburg-Marathon 2013 erstmals über die 42 km an den Start. Mit einer Zeit von 2:05:30 deklassierte er die Konkurrenz und ging mit knapp zwei Minuten Vorsprung ins Ziel. Während des Weltrekordlaufs seines Landsmannes Wilson Kipsangs beim Berlin-Marathon im selben Jahr, lief Kipchoge als Zweiter über die Ziellinie. Auch im Jahr darauf zeigte er seine Klasse über die volle Distanz mit zwei Erfolgen beim Rotterdam-Marathon und dem Chicaco-Marathon, welchen er vor dem Favoriten Bekele gewann.

 

Fabeljahr 2016 mit erstem Olympiasieg

 

Auch 2015 ging es für Kipchoge stark weiter. Unter anderem gewann er zum zweiten Mal in seiner Karriere den Berlin-Marathon. Im April 2016, wenige Wochen vor dem Olympischen Spielen, kam es dann beim London-Marathon zum großen Showdown zwischen Starläufern Biwott, Bekele, Kipsang und dem damaligen Weltrekordhalter Dennis Kimetto. Bei der „Generalprobe“ für die Olympischen Spielen erreichte Kipchoge nur acht Sekunden über dem Weltrekord als Erster die Ziellinie. Diesen Erfolg konnte er bei den Olympischen Spielen in Rio bestätigen. Als Gewinner des London-Marathons sowie der olympischen Goldmedaille holte er sich auch zum zweiten Mal in Folge den Gesamtsieg der Word Marathon Majors 2016/17.

 

Weltrekord und der erste 2-Stunden-Versuch

 

Nach Erfolgen bei den großen Major-Events sowie den Olympischen Spielen fehlte Kipchoge nur noch der Weltrekord. Dies gelang ihm beim Berlin Marathon 2018, wo er die Distanz in 2:01:39 absolvierte. Sein Aufstieg zum Superstar der Szene war damit perfekt. Immer mehr Menschen trauten dem Kenianer zu, als erster Mensch  einen Marathon in unter zwei Stunden zu laufen. Zusammen mit dem Sportartikelhersteller Nike wurde 2017 unter besonderen Bedingungen versucht, diese magische Marke zu brechen. Damals verfehlte Kipchoge diese Zeit um 25 Sekunden.

 

 

Nachdem der Marathonläufer des Jahres 2018 im Folgejahr zum vierten Mal den London-Marathon gewinnen konnte und dazu einen Streckenrekord aufstellte, wagte er sich Ende des Jahres erneut an den Versuch, die 2-Sekunden-Schallmauer zu brechen. Der Rekordversuch fand im Wiener Prater statt. Unter anderem ging Kipchoge mit einem innovativen Laufschuh von Nike und wechselnden Tempomachern an den Start, die ihn bis kurz vor die Ziellinie begleiteten. Zwar wurde der Versuch aus genau diesen Gründen bzw. der fehlenden Wettkampf-Situation nicht als offizieller Leichtathletik-Weltrekord anerkannt, dennoch ist es Kipchoge in Wien gelungen, mit einer Zeit 1:59:40 h, als erster Mensch die magische Grenze von zwei Stunden zu durchbrechen. Das Medienecho war natürlich riesig und spätestens mit diesem Coup erreichte Kipchoge auch über die Marathon-Szene hinaus enorme Aufmerksamkeit.

 

Als Individual-Sportler durchstarten

 

Die großen Sportstars stammen in den meisten Fällen aus den Mannschaftssporarten. Ob Tom Brady, Cristiano Ronaldo oder LeBron James, sie alle sind in einer Teamsportart erfolgreich. Die Chance, sich als Werbeikone zu etablieren, ist bei Individualsportlern wie Sprintstar Usain Bolt, Tiger Woods, der in seiner bisherigen Karriere insgesamt 15 Major-Turniere für sich entschied oder auch Tennis-Star Novak Djokovic höher. Der Serbe ist momentan bei den kommenden US Open mit einer Sportwetten Quote von 1,80 der Topfavorit und macht nicht nur auf dem Tennisplatz eine gute Figur. Nebenbei drehte er auch einen Werbespot für die Raiffeisen Bank International AG, für die er momentan als Markenbotschafter fungiert. In ähnliche Sphären ist Eliud Kipchoge mit seinen Rekorden aufgestiegen.

Mit seiner zweiten Marathon-Goldmedaille bei Olympischen Spielen hat Eliud Kipchoge seinen Status als einer der größten Marathonläufer noch einmal eindrucksvoll untermauert. Für viele Experten ist er schon jetzt einer der größten Leichtathleten aller Zeiten.

 

 

 

 
 

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