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Laufberichte

Traumsonntag im Hochtaunus

18.04.10
Autor: Klaus Duwe

Weiter geht’s. Nach einem kurzen Stück durch den Wald sind wir wieder auf der fast durchgängig parallel zum Weiltalweg verlaufenden Verkehrsstraße und kommen nach Alt- und Neuweilnau (km 11) mit der Burgruine aus dem 13. Jahrhundert. Die Burg wurde im 30jährigen Krieg zerstört und die Steine als Baumaterial verwendet. Einigermaßen gut erhalten ist nur noch der runde Bergfried.

Nach dem leichten Anstieg zuletzt laufen wir jetzt wieder abwärts, um dann unmittelbar dem Flusslauf zu folgen. Die negative Höhendifferenz von 140 Metern bis hierher ermöglicht mir trotz der Anstiege eine ganz „normale“ Zwischenzeit, ohne dass ich es darauf anlege. Ich genieße den strahlenden Sonnenschein bei genialer Temperatur in herrlicher Landschaft und angenehmer Gesellschaft.

Das unscheinbare Örtchen Rod an der Weil (ca. km 16) wird als nächstes erreicht. Leider laufen wir nicht durch den Ort, sondern machen eine Schleife drum herum. Dadurch wird uns eines der ältesten Pfarrhäuser (13. Jahrhundert) Deutschlands vorenthalten. Nur die Kirche sehen wir, weil sie nicht wie üblich mitten ins Dorf, sondern auf eine Anhöhe außerhalb gebaut ist und ein paar alte Fachwerkhäuser, als wir den Ortsrand noch einmal streifen, um dann wieder im Wald zu verschwinden.

Emmershausen (ca. km 20) hat nur gut 400 Einwohner. Fast genauso viele  Läuferinnen und Läufer samt Begleiter und Organisationspersonal werden heute hier gewesen sein, als um 10.30 Uhr der 23 km-Lauf gestartet wurde. Übriggeblieben ist davon eine Stunde später nur noch eine lustige Frühstücksrunde.

Das Tal ist auf den nächsten Kilometern sehr breit, der Fluss schlängelt sich durch grüne Wiesen und ich denke gerade, dass es wohl der bisher längste Streckenabschnitt sein wird, der fast eben verläuft. Schon ist Schluss damit, denn der Weg am Waldrand steigt jetzt deutlich und ziemlich lange an. Ich sehe schon seit geraumer Zeit eine Gruppe Läufer vor mir, die ich jetzt hoffe, einholen zu können. Nichts da, auch sie ziehen voll durch, machen keine Gehpause. Nach 600 Metern geht es wieder abwärts. Locker laufen und entspannen ist angesagt. Unerwartet gibt es moralische Unterstützung von vier weiblichen Fans. „Das hatten wir auch noch nicht“, meint eine, als ich die Gruppe ablichte. Dann wurde es aber Zeit.

Gut 300 Höhenmeter haben wir seit dem Start verloren und ich meine, die Natur ist hier etwas weiter. Tatsächlich zeigen die Buchen jetzt schon häufiger ihre leuchtend grünen Blätter, die ich so mag. Deshalb wohne ich auch im Buchenweg.

Das erste, was wir von Weilmünster, mit rund 9000 Einwohnern der größte Ort an der Strecke, sehen, ist das Klinikum (km 28), in dem fast 700 Menschen beschäftigt sind. Im Städtchen selbst sitzen die Leute im Straßencafé, genießen Espresso und Eis und können sich nicht vorstellen, dass es an einem Tag wie diesem Schöneres gibt. Es gibt. Neidlos laufe ich weiter, bestaune das Alte Nassauischen Amtshaus, die Kirche mit dem Wehrturm und die schönen Fachwerkhäuser.  Ich erfreue mich an blühenden Schlehensträuchern und meine, dass jetzt die Bäume noch einmal grüner sind, als kurz zuvor.

In Ernsthausen (km 33) ist für die Staffelläufer der letzte Wechsel. Den Schlussläufern ist der bequemste Streckenabschnitt vorbehalten, denn nennenswerte Steigungen gibt es jetzt keine mehr. Die Strecke folgt auf einem alten Bahndamm immer dem Flusslauf, genau wie auf der anderen Seite die Verkehrsstraße.  Kaum nehmen die optischen Reize etwas ab, nehme ich die Signale des Körpers, in erster Linie die meiner Beine, deutlicher wahr. Es reicht, meinen die. Aber 4 Kilometer sind noch zu laufen und es wird noch einmal spannend. Ich entdecke eine alte Burgruine und erkundige mich danach.

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Informationen: Weiltalweg-Marathon
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