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Laufberichte

Centimeter für Centimeter

15.04.12


Prater zum Ersten


Vorbei am Riesenrad laufen wir ein gutes Stück über die Hauptallee in den Prater hinein. Mit Prater wird der gesamte weitläufige öffentliche Park bezeichnet. Der Vergnügungspark gleichen Namens ist nur ein kleiner Teil der Gesamtanlage. Die 600 ha große Parkanlage ist fast doppelt so groß wie der Central Park New Yorks und dreimal größer als der Berliner Tiergarten. Und wir müssen da jetzt durch.

Eine erste Verpflegungsstelle sorgt für unser Wohl. Am ersten Tisch mit der Verpflegung für die Eliteläufer sehe ich eine Trinkflasche mit der Aufschrift Paula. Hat Paula die Flasche hier verfehlt oder extra für mich stehen lassen? Oder ist sie noch hinter mir? Unwahrscheinlich. Trotzdem lasse ich die Flasche stehen und greife weiter am Stand bei Iso zu. Sieht zwar komisch aus die blaue Flüssigkeit, lässt sich aber gut trinken.

Das Angebot ist gut. Es gibt Wasser, Iso, später Bananenstücke und nach KM 30 auch Cola. Nicht zugreifen können wir beim Naschmarkt, an dem wir nach dem Karlsplatz Richtung Schloß Schönbrunn vorbei laufen. Es ist Sonntag und die Läden haben zu. Müssen wir halt morgen noch einmal vorbei schauen.


Schönbrunn nur gestreift


Der Abschnitt über die Linke Wienzeile entlang der Wien ist für mich nicht so prickelnd. Kaum Zuschauer, kalt, nur wenig Wasser im Betonbett der Wien. Da war der Abschnitt entlang des Rings zwischen Prater und Karlsplatz schon ansprechender.

Bei KM 15 liegt wieder eine Zeitmessmatte. Wir sehen linker Hand Schloß Schönbrunn, werden aber sofort nach rechts weggeführt und laufen über die Mariahilfer Straße wieder Richtung Innenstadt.

Immer noch sind die Läufer dicht beisammen. Ich bin froh, wenn die Halben verschwinden und es mehr Platz hat. Eine wesentlich größere Zahl an Läufern kann die Veranstaltung nicht vertragen. Es sei denn, der Halbe wird getrennt vom Marathon gestartet. Aber bei einem weiterhin gemeinsamen Start sind die Wachstumsmöglichkeiten begrenzt.


Rechts ab oder geradeaus?


Wir kommen wieder an den Ring. An den neu eingerichteten Fanzonen ist Stimmung. Die kann ich auch gut gebrauchen. Bislang läuft es durchaus gut, nun aber kündigen sich Probleme aufgrund des Trainingsrückstands an. Da kann ich jede Unterstützung gebrauchen.

Zwischen Kunsthistorischem Museum und Hofburg trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Halben biegen rechts zum Ziel auf dem Heldenplatz ab. Die Marathonis dürfen weiter laufen. Die Straße wird freier und es ist mehr als genug Platz zum laufen da.

Linker Hand liegen das imposante Parlamentsgebäude und kurz darauf das Rathaus. Gegenüber laufen wir am bekannten Burgtheater vorbei. Wirklich toll, was Wien alles an historischen Bauten zu bieten hat. Macht schon Spaß, daran vorbei zu laufen.

Wieder geht’s übers Wasser. Wir queren den Donaukanal und laufen die Donaustraße entlang am Donaukanal. Und wieder sehe ich meine kleine Freundin mit dem klingenden Kochtopf, den Akkordeonspieler und die Dame mit den klappernden Topfdeckeln. Danke für Eure Unterstützung!


Alles tut weh


Unterstützung brauche ich nunmehr dringend. Mir tut so einiges weh. An für sich tut mir nix nicht weh. Aber so ist das eben. Nur mit drei Wochen Training einen Marathon laufen zu wollen ist weder vernünftig noch nachahmenswert.

Wir verlassen den Donaukanal und die uns zwei KM lang entgegenkommenden Läufer. Ich habe KM 28, gegenüber wird gerade KM 38 passiert. Ich möchte jetzt darüber. Aber dann fehlen mir einige Zeitmessmatten, also hinein in den Prater. Es folgt ein mehrfaches Wechselspiel mit entgegenkommenden Läufern. Am Ernst-Happel-Stadion  ist ein Wendepunkt und ein dritter Wechselpunkt für die Staffeln. Ein Läufer ist in inniger Umarmung mit seiner Liebsten. Mein Foto stört sie überhaupt nicht und ich darf es sogar im Bericht bringen. Danke!

Nun ist mentale Härte gefragt. Auf der schnurgeraden Hauptallee geht es 2 KM hin zum Lusthaus, die ist mir allerdings fast vergangen, vom Lusthaus wieder 2 KM gerade zurück. Nun blicke ich auf mir entgegenkommende Läufer die hinter mir sind und sehe so manchen Blick nach dem Motto, ach, wäre ich doch schon drüben.

Klassische Musik soll uns einheizen. Mich treibt sie in der Tat an. Gefallen hat mir die Musik nicht, von einigen wurde sie auch als störend empfunden. Wie sagt man bei uns in Kölle: „Jeder Jeck ist anders“.

Die frisch eingeweihte „Haile-Meile“ auf der Praterhauptallee kann mich nicht zu einem Sprint verleiten. Ich laufe meinen Stiefel weiter.

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