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Laufberichte

Wo Schweiß golden glitzert

23.06.12


10:00 Uhr


Etwas mehr als 15 Kilometer sind gelaufen als wir an die zweite Labestation kommen. Gleichzeitig ist hier auch die Staffelübergabe.

Dank der Wassermelone ist mein Bedarf an Flüssigkeit wohl vorerst gedeckt. Als wir nun über ein langes Wiesenstück laufen, bekommen auch meine Socken und Füße genügend davon. Zwanzig Minuten später  sind die nassen Füße vergessen. Nur eine winzige Schneise, völlig unscheinbar, markiert durch zwei Flatterbänder, weist den Weg, der nun vor uns liegt.  „Wer hier hoch läuft, der bekommt ein Bier von mir“ sagte Josef bei der Wettkampfbesprechung. Irgendwo müssen die angegebenen 1100 (54 Kilometer-Strecke) Höhenmeter ja herkommen: Etwa 100 Höhenmeter auf 700 Meter!

Ein steiler, aber schöner Anstieg, der an einer Asphaltstraße endet. Sozusagen zum Ausruhen geht es nun im leichten Gefälle in Richtung „Hof“ und der dritten Labestation. Der erste Nordic Walker von der 100 Kilometerstrecke ist auf seiner zweiten Runde und gleichzeitig mit uns an der Labestation – jedoch auch schneller wieder weg. Bewundernd und staunend schaue ich ihm nach. Das nächste angepeilte Ziel heißt Fuschlsee.


Wie sich Wünsche wandeln


Traum und Wirklichkeit liegen dicht beieinander. Ein Halber  ist noch kein Marathon, ein Marathon ist noch kein Ultralauf und ein Ultra noch kein 100 Kilometer-Lauf. Da fällt mir eine Situation nach der gestrigen Wettkampfbesprechung ein. In einem italienischen Restaurant sitzt ein Läuferpaar am Nachbartisch. Sie fragt uns: „Lauft ihr auch die 100 Kilometer?“ Kay: „Nein, nur die 54 Kilometer“. Sie: „Ach sooo, na dann…“. Herausforderung 100 Kilometer. Alle, die solch eine  Herausforderung gerne mal im Team meistern möchten, können dies hier beim „mozart 100“ Staffelbewerb über 100 Kilometer oder über 54 Kilometer probieren. Distanzen zwischen 9 und 30 Kilometer werden angeboten.

Weiter hügelig geht es über Asphalt und Schotterwege wieder in den Wald hinein. Auch Mozart und Constanze streiften gemeinsam durchs Salzburger Land. Die Strecke ist ein Idyll,  das ausschaut, als müsse das Annerl Mozart gleich mit hochgestecktem Zopf aus der Pfarrkirche treten, sich mit Weihwasser bekreuzigend hinunterhuschen. Das würde sie wahrscheinlich bei dem Anblick des uns eben überholenden Amerikaners, der ohne Laufshirt unterwegs ist, tun.
Ich konzentriere mich wieder auf die Laufstrecke, lausche dem Klang der Stöcke, einem hohlen Ton, der je nach Bodenbeschaffenheit immer wieder anders klingt.

Wieder will uns ein Nordic Walker Staffelläufer davon walken, sodass die Stöcke nur so fliegen. Ich wehre mich so lange es geht. Ich diskutiere, ob er überhaupt walkt oder doch läuft? Die Stöcke, immer nah am Körper, setzen jeweils mit der gegenüberliegenden Ferse auf. Die Hände umfassen dabei den Stock nur locker, bei der Streckung nach hinten öffnet sich die Hand. Er hält mit uns mit – oder wir vielleicht mit ihm?

Zum Glück liegt wunderschön unter uns der Fuschelsee, ich verwickele ihn in ein Gespräch. In Deutschland eher belächelt, hat sich in Österreich eine Nordic Walking Szene entwickelt.

 
 

Informationen: Mozart 100
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