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Laufberichte

Ein perfekter Tag

02.09.12

Mit einem Musikstück, wie bei den vorigen Starts, so werden wir am Ende mit einem Pistolenschuss auf die Strecke entlassen. Wir sind nicht lange am Laufen, dann biegen wir auf die Ausfallstraße ein, die von der Autobahn 73 herkommt. Platz ist jetzt für die Marathonis, die 16-Kilometer-Läufer und die Teamläufer genügend. Im Feld wird sich unterhalten und jeder versucht, sein Tempo zu finden.

Kurz nach Kilometer 1 sehe ich den blinden Anton Luber aus Nürnberg sowie seinen Betreuer Roland Blumensaat. Die beiden werde ich sicher noch mehrmals sehen, denn ihr Tempo gleicht etwa dem meinen.

Kilometer 5: Die erste Verpflegungsstelle wartet mit Wasser und Iso-Getränken. Verdursten braucht keiner, denn zuerst alle fünf, dann ab Kilometer 15 in deutlich kürzeren Abständen warten die Tankstellen mit zusätzlich Bananen auf die Läufer. Das THW, die Feuerwehren und Sportvereine sind routiniert bei der Ausgabe, reichen zu und haben jederzeit ein Wort der Anerkennung parat.

Im Stadtteil Reuth ist eine Trommlergruppe am Werkeln, die nicht nur uns Läufer, sondern auch die Zuschauer unterhält. Ich muss lachen, als ich einen vielleicht fünf bis sechsjährigen Bub mit Micky-Mäusen an den Ohrwascheln erblicke. Seine Trommel reicht ihm fast bis zur Brust. Hier merken wir, dass die Bundesstraße leicht ansteigt.

Die Bebauung Forchheims endet, unser Kurs führt uns jetzt durch das breite Wiesenttal. Ein Schild zeigt den Beginn des Naturparkes Fränkische Schweiz an. Oberhalb des Tales grüßt der Hausberg Forchheims, das Walberla mit der Walburgiskapelle herunter.

Die Ehrenbürg, so der offizielle Name, ist ein Zeugenberg. Durch die Beschaffenheit des Gesteines blieb der härtere Fels stehen, der weichere wurde aufgrund der Erosion abgetragen. Die drei Kaiserberge bei Schwäbisch Gmünd, der Staffelberg bei Staffelstein, der Ipf  Nähe Aalen oder der Zoller mit der Burg Hohenzollern sind markante Zeugenberge. Wer drei dieser markanten Erhebungen belaufen mag, der Schwäbische Alb Marathon findet im Oktober statt.

Fünf der Wannbacher Musikanten laufen jetzt kurz vor der Gruppe um Oliver Schuberth, der die 3.45-Gruppe auf den 42,195 Kilometern coacht. Die Bläser sind nicht nur in ihrer Spezialdisziplin des Musizierens gut drauf, nein, drei laufen mir dann später kurzerhand davon. Aber für die ist in Ebermannstadt Feierabend.

An jeder Ortszufahrt haben die ansässigen Vereine Bierbänke, Tische und Schirme aufgestellt. Mitunter heißt es da Backofenfest oder der Grill mit Würsten und Fleisch wird gerade angeworfen. Von der heitern Stimmung lässt sich gar eine Feuerwehrkameradin anstecken, indem sie eine Holzratsche für den Fotografen mit einer Inbrunst dreht.

„Ärmestoodt“ ist der Ziel- und Endpunkt der Sprinter und die Teams bringen frische Kräfte ins Rennen. Dass wir Marathonis uns bei deren Endspurt nicht anstecken lassen, ist gut gelöst, denn diese haben eine Startnummer mit einem entsprechenden Hinweis auf dem Rücken.

Die Stadt mit knapp 7000 Einwohnern ist das Eingangstor zur Fränkischen Schweiz mit seinen vielen Burgen, Höhlen und Tälern. Eine Gaudi ist für die Touristen eine Fahrt auf der dampfgetriebenen Eisenbahn von Ebermannstadt nach Behringersmühle. Der Zug wird von der Dampfbahn Fränkische Schweiz, einem Verein, im Sommerhalbjahr und an den Wochenenden betrieben. Vielleicht kommt mir der im Laufe des Rennens vor die Linse, denn die Gleise sind mal weiter, mal näher an der Laufstrecke dran.

Im Wechselbereich werden die Teamläufer kurz in ihre Wechselzone ausgeleitet, dort können Sie ihren Chip übergeben, und starten dann wieder im Rennen. Viele Zuschauer stehen hier und beobachten den Rennverlauf. Überhaupt, es sind für einen Landschaftsmarathon viele Personen an die Strecke gekommen. Mit Kochlöffeln und Kochtöpfen wird Stimmung gemacht.

Nach dem Ortsausgang wartet eine weitere Steigung, der Gasseldorfer Berg. Auf der anderen Straßenseite rauschen die Inliner dem Ziel mit einem Karacho entgegen. Ich glaube, sogar in einem oder anderen Gesicht ein wenig Bammel aufgrund der hohen Geschwindigkeit und des Gefälles zu sehen. Meine Freunde vom Laufclub 21 aus Fürth haben es sich nicht nehmen lassen, hier mitzulaufen. Mit jeder Ansprache freuen sich die Schützlinge von Anita Kienle.

Nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die Läufer zeigen die zwei rassigen Sambatänzerinnen ihre Tanzvorführungen. Doch der Läufer muss nach wenigen Augenblicken weiterziehen. Gut, dass die Absperrungen die Leute zurückhalten, nicht dass die den Tänzerinnen an die Wäsche gehen.

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Informationen: Fränkische Schweiz Marathon
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