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Laufberichte

So was von geil

12.03.11
Autor: Joe Kelbel

Hat da so ein Bauherr ein Haus gebaut, so ein Rohbau halt, ist ja o.k.. Aber was macht man dann? Man nimmt den Bagger, gräbt dem Neureichen die Krokusse und Schneeglöckchen weg, und kreiert ihm ein schönes Schlammbiotop, aber ein richtiges, ein richtig schlammiges, versautes......, ein dermaßen beklopptes glitschiges Schlammbiotop, dass  jede Kröte sich bei so einem Wasser sterilisieren lassen würde.

Also ich lass mich da an der Schlammwand runterrutschen. Und dann gehts unter dem Gröhlen der Zuschauer patsch-patsch durch die Sauerei, und wenn die Kröte nicht beim Urologen war, dann kriegt die jetzt eh keinen Nachwuchs mehr. Basta.Die Sau die.

Bis jetzt ging´s ganz gut, ich lebe noch. Zwar total eingesaut, aber das ist bei mir nichts Außergewöhliches.

Diese blöden Heuballen in Folie. Mädchen sitzen da und schiessen Fotos. Da muss man möglichst elegant drüber. Hmmmm, man entwickelt eine Art Überlebenstechnik...Schauen, kombinieren und durch.

Doch was ist das denn? Ein Berg Reifen. Scheiss Reifen. Wir friemeln uns durch, dann Stau. Und jetzt kommt so was Grausames! Ein Tunnel aus Reifen, viel zu kleine Reifen. Das könnt Ihr Euch nicht vorstellen! Da muss man sich so klein wie möglich machen, die Drähte, die sonst um die Felgen liegen, die  schneiden in die Knie, die Schultern die Stirn. Total fertig und auf dem Bauch liegend pelle ich mich aus dem Altmaterial raus. Ich bin am Arsch.

Ok, es gibt auch noch eine Laufstrecke. Ich kann mich erholen. Es gibt Fruchtsäfte mit Apfelmus, unten im Becher sind süsse Kirschen, das schmeckt himmlisch!

Die Laufstrecke führt steil nach oben, dann hinab in eine Schlucht, es ist das „Death Valley“. Um mich rum sind die Bamberger Feuerwehrleute. Sie versuchen zusammenzubleiben, rufen und brüllen, manche springen noch  über die querliegenden Baumstämme, andere gehen drunter durch, es ist schlammig, nass und rutschig. Jeder brezelt mal hin und liegt im Dreck wie ein totgefahrener Igel. Jedesmal gibt es ein schallendes Gelächter. Irgendwann laufen wir nur noch durch den Schlammbach, da man seitlich nur abrutscht. Lange laufen wir, brezeln hin, stehen auf, laufen und brezeln wieder hin und weiter...bis...was ist das denn? Steht da so ein Pulk Läufer mitten im Weg.

Nun kennt jeder Wanderer diese vermoderten Holzbrücken über so einen lieblichen kleinen Bach, moosbedeckt, in der Frühlingssonne, die Vöglein zwitschern und naggische, blonde Schwedinnen tanzen mit Gänseblümchen im Haar im Kreis herum. Mann, Mann, Mann, scheiß die Wand an! Man könnte schön über die Brücke laufen und den Schwedinnen zuschauen, aber wir Vollidioten müssen unter dieser ungezieferverseuchten Brücke durch, auf dem Bauch, im Wasser, über uns Tausendfüssler und Würgeschlangen, die sich auf uns herabfallen lassen! Wie bekloppt ist das denn!

Und weiter gehts das Tal hinauf zum „Hamburger Hill“ auf den 402 Meter hohen Michelsberg. Es gibt keine Hamburger, wir müssen unter diesen Elektrodrähten durch. Nun habe ich schon festgestellt, dass ich diese Kriechhindernisse absolut nicht mag, schon gar nicht, wenn sie elektrisch sind.  Wenn da nicht diese gröhlenden Zuschauer wären, ich hätte mich einfach auf den Bauch gelegt und auf die wohltuende elektromagnetische Therapie gewartet.

Ich kann den Kopf kaum heben. Vor mir dreckige Schuhe. Da hebt der Typ mit den Stinkschuhen  seinen Arsch. Ein Blitz,  und er strampelt mir breakdancemäßig  vor der Nase rum. Ich versuche noch aus seinem Tanzkreis raus zu kommen, aber er liegt wie eine sterbende Sprotte vor mir auf dem Bauch, macht sein Dirtydancing, und ich komm an dem blöden Zappelfillip nicht vorbei. Aber ich habe mich köstlich amüsiert, hahahaha.

Weiter gehts nach oben, durch ein schönes Trockental, nur wenige Hindernisse, die man aber trotz der Steigung gut bewältigen kann. Der Weg ist mit brennenden Hindernissen meterweit gesäumt. Mal brennt es zwischen Autoreifen, mal zwischen Holzstücken. Es brennt hier, es brennt da, dazwischen Heuballen, die in Plastik, die brennen nicht sind aber fies, weil schwer zu überwinden.

„Loch Ness“. – Leck mich am Arsch. Ich lasse mich das Steilufer runterrutschen. Ich falle ins Wasser...boah ey. Das ist nicht kalt das ist die Antarktis! Kein Grund unter den Füßen! Wie ich da so schwimme (geht halt nicht anders), spüre ich irgendwas glitschig-weiches an meinen Beinen, vielleicht ein fieser Wels, ein verendetes Reh oder ein schimmliger Kebabspiess, ich will es nicht wissen, es könnte ja auch eine ausgesetzte Schnappschildkröte sein, oder ein Beutel benutzter Kinderwindeln....buaaaaaaa. Wir schwimmen und fluchen, da liegt da so ein bescheuertes 2 Meter breites Brett in der Mitte, ist befestigt mit Drahtseilen. Welchen Hirni kam denn auf diese bekloppte Idee??? Mann, Mann. Mann, wenn hier ne Wand wäre!

Es hilft nix, Kopf runter und tauchen! Unten jede Menge Kinderwindeln! Mann ist das ekelhaft. Ich könnt fast einen auf die Kinderwindeln draufsetzen, aber es ist zu kalt. Es ist so kalt! Mein Smokingjacket saugt sich voll Wasser und zieht mich nach unten, mein Goldkette auch muhahhahaha. Ich bin Leonardo di Caprio oder wie der Typ heisst, die Titanic ist gerade untergegangen und ich bin im eiskalten Wasser. Und diese blöde Kate sitzt am Ufer und winselt „ Mir ist sooooooo kalt!“. Mann, Mann, Mann wo ist die Wand?

Das Ufer ist steil, sausteil und glitschig, und diese Geier sitzen da mit ihren Fotoaparaten. Ich also mit letzter Kraft da hoch. Und? Scheiss die Wand an. Wieder runter, in die Brühe, und wie weit ist das denn? Ich seh den Horizont nicht mehr, nur Wasser! Gut, wir müssen nicht mehr schwimmen, aber da sind Baumstämme, die hat man sicherheitshalber mit Drahseilen befestigt, und die dümpeln unter der braunen Oberfläche. Neben mir geht ein Platoon baden, ich pack sein Hemd und ziehe ihn an die Oberfläche. Ich sehe von einer Mund-zu-Mundbeatmung ab, er sieht scheisse aus und lasse ihn wieder fallen, mir doch egal.

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